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Kraftstoffeinsparung

Deutsche Automobile sind Kraftstoff-Sparweltmeister

Die deutsche Automobilindustrie hat bereits mehrfach Senkungen des Kraftstoffverbrauchs zugesagt - und ihre Versprechen oft mehr als erfüllt. Schon heute werden die sparsamsten Automobile (3,3 Liter auf 100 km) von deutschen Herstellern angeboten. Mehr als 340 Modelle deutscher Hersteller unterschreiten die 5-Liter-Marke (130g CO2/km), das sind siebenmal so viele wie 2007. Und auch weiterhin ist Kraftstoffeinsparung ein zentrales Thema für die Entwicklungsingenieure.

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Die weitere Kraftstoffverbrauchsminderung stellt große Herausforderungen an die Innovationsfähigkeit der Automobilindustrie, dennoch wird sie weiterhin ihren Beitrag zur CO2-Minderung im Verkehrsbereich leisten. Dabei gilt es, den ganzheitlichen Ansatz der EU-Kommission zu beachten: Mit ihrem "integrated approach" verfolgt sie das Ziel, eine höhere CO2-Emissionsreduktion bei gleichzeitig geringeren Kosten zu erreichen. Vereinte, sektorenübergreifend koordinierte und abgestimmte Aktivitäten werden dabei entscheidend sein.

Bereits mehrfach hat die Automobilindustrie Zusagen zur Minderung des Kraftstoffverbrauchs abgegeben und eingehalten. Als erste Verpflichtung wurde zu Beginn der 70er Jahre dem damaligen Bundeswirtschaftsminister gegenüber zugesagt, den Kraftstoffverbrauch der in Deutschland abgesetzten Pkw und Kombi von 1978 bis 1985 um 15 % zu mindern. Zwar stieg durch die Einführung des Katalysators der Kraftstoffverbrauch in der zweiten Hälfte der 80er Jahre leicht an, dennoch wurde dieses Ziel durch hohen Einsatz sogar übertroffen.

Gleichfalls erfolgreich war die 1995 gegebene Zusage, den Kraftstoffverbrauch aller in Deutschland neu in den Verkehr gebrachten Pkw und Kombi bis 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 zu reduzieren. Dieser Erfolg hätte noch größer ausfallen können, wären nicht gegenläufige Aufgaben zu lösen gewesen. So haben zahlreiche gesetzliche und gesetzesähnliche Vorgaben zu höheren Durchschnittsgewichten der Fahrzeuge geführt - und somit zu einem physikalisch bedingten Mehrverbrauch. Die Ursachen dafür waren unter anderem die verschärften Außengeräuschvorschriften, die strengeren Anforderungen des Crash-Tests und die neuen, ambitionierten Standards Euro 3 und Euro 4 zur Luftreinhaltung. All dies musste mit einem höheren Kraftstoffverbrauch erkauft werden, ebenso wie die Einführung des Dieselpartikelfilters.

Nicht zuletzt wirkt sich die Erwartungshaltung der Verbraucher auf den Kraftstoffverbrauch aus. Diese hat sich in den vergangenen 20 Jahren sehr deutlich verändert. Heute werden vermehrt Kombinationskraftwagen und andere Raumkonzepte nachgefragt. Komfortmerkmale wie Klimaanlage, elektrische Fensterheber, elektrische Sitze, Automatikgetriebe u. a. sind heute selbstverständlich - verursachen aber auch mehr Verbrauch.

Der Prozess der Kraftstoffeinsparung ist nicht abgeschlossen - sondern geht weiter

Minimalster Kraftstoffverbrauch - dieses herausragende Entwicklungsziel der Automobilingenieure ist gleichzeitig ein bedeutender Wettbewerbsparameter. Obwohl das verbleibende Reduktionspotential immer weiter abnimmt, wird es dennoch ausgeschöpft. Beispielsweise sind heutige Fahrzeugmotoren um mehr als zwei Liter je 100 Kilometer sparsamer als noch zu Beginn der 90er Jahre. Damit einher geht in diesem Zeitraum die Verbesserung der Leistung je Liter Kraftstoff um rund 60 Prozent. Diese Erfolge kann man sprichwörtlich erfahren. Kam man mit einem Liter Treibstoff im Jahre 1978 rund 9 Kilometer weit, so fährt ein deutsches Auto heute schon mehr als 15 Kilometer damit, also rund zwei Drittel weiter.

Die sparsamsten Fahrzeuge werden von deutschen Automobilherstellern angeboten. Sie verbrauchen lediglich 3,3 Liter je 100 Kilometer und stoßen somit nur 86 Gramm CO2 je Kilometer aus.

Mehr als 340 Modelle deutscher Hersteller unterschreiten die 5-Liter-Marke

Zudem konnten sie den Inlandsabsatz von besonders verbrauchsgünstigen Fahrzeugen - Pkw mit weniger als 5 l/100 km Verbrauch oder einem CO2-Wert von weniger als 130 g/km - im letzten Jahr um 57 Prozent steigern, während der Absatz dieser Fahrzeuge bei den Importeuren um 4 Prozent zurückging. Dies zeigt, dass die deutschen Hersteller nicht nur das Premiumfahrzeugsegment erfolgreich besetzen, sondern in allen Fahrzeugklassen mit ihren technischen Innovationen führend sind.

In der Oberklasse wurden sogar überproportionale Kraftstoffminderungen erreicht. Mit diesen Erfolgen ist der dynamische Prozess der Kraftstoffeinsparung noch lange nicht abgeschlossen.

Wie wichtig eine Absenkung des gesamten Flottenverbrauchs ist, wird an einem Vergleich deutlich. Würden die 50 Fahrzeugmodelle mit dem höchsten Treibstoffverbrauch ersetzt, brächte dies eine Ersparnis von 0,4 Prozent in der Flotte. Würde jedoch eine 20-prozentige Verbrauchssenkung bei den 50 meist verkauften Modellen erreicht, ergäbe dies eine Senkung im Flottenverbrauch von 14 Prozent. Aus diesem Grunde ist die Effizienzsteigerung in jedem Fahrzeugsegment das Ziel, egal ob Kleinwagen oder Familien-Van.

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Erstveröffentlichung: 06.05.2008 Letzte Aktualisierung: 16.11.2011