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Rettungsdatenblätter

Rettungsdatenblätter für Feuerwehren




SilverDAT - FRS



  

Die stetige Optimierung der Fahrzeugsicherheit ist ein wichtiges Entwicklungsziel der deutschen Automobilindustrie und trägt maßgeblich dazu bei, dass sich die Verkehrssicherheit in Deutschland weiterhin verbessert. Gegenüber mehr als 20.000 Verkehrstoten in den 1970er Jahren kamen in 2013 - trotz heute deutlich gestiegenem Fahrzeugaufkommen - nur ca. 3300 Personen zu Tode. Ein Trend mit weiterhin fallender Tendenz, der trotzdem weitere Anstrengungen erfordert.

Die lebensrettenden Sicherheitsausstattungen haben aber auch einen Einfluss auf die Vorgehensweise zur Rettung von Personen. Mit der Weiterentwicklung der Fahrzeugtechnik steigen die Anforderungen für die Einsatzkräfte im Umgang mit Unfallfahrzeugen. Die Nachfragen der Rettungskräfte zu verbauten technischen Systemen, insbesondere pyrotechnischen Bauteilen wie Airbag oder Gurtstraffer, Besonderheiten zur Karosserie und zum Fahrzeugantrieb führten zur Einführung von standardisierten Darstellungen umfassender technischer Informationen in Form von fahrzeugmodellspezifischen Rettungsdatenblättern.

Das Rettungsdatenblatt stellt den Rettungskräften an der Einsatzstelle detaillierte Informationen zur Unterstützung der patientengerechten Rettung zur Verfügung. Auf einem Datenblatt sind alle Informationen in Bezug auf Rettungsarbeiten am Fahrzeug enthalten. Dies betrifft eine Darstellung des Fahrzeugs mit der Markierung verschiedener Bauteile (Tank, Batterie, Airbag, Gurtstraffer, Strukturversteifungen, Hochvoltbauteile und -leitungen) und möglicher Zusatzinformationen. Die Gestaltung der Datenblätter sind mit der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (VFDB) und Rettungsärzten abgestimmt worden (siehe VFDB-Richtlinie).

Es gibt bisher nahezu von allen Fahrzeugmodellen (PKW und leichte Nutzfahrzeuge), die in Deutschland verkauft werden, Rettungsdatenblätter. Die Anzahl beläuft sich aktuell auf über 1100 verschiedene Datenblätter – täglich steigend. Deutschland ist diesbezüglich ein weltweiter Vorreiter in der flächendeckenden Bereitstellung von Informationen zur Unterstützung für Rettungskräfte am Unfallort.

Um die Vielzahl der Rettungsdatenblätter effektiv, sicher und aktuell zu handhaben, hat der VDA Anfang 2013 gemeinsam mit dem Verband der Importeure von Kraftfahrzeugen (VDIK) und dem Verkehrsministerium den Rettungskräften eine schnelle Identifizierung des verunfallten Fahrzeugs mittels Kennzeichenabfrage beim Kraftfahrbundesamt (KBA) ermöglicht.

Die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) hat im Auftrag der Mitglieder von VDA und VDIK eine Software (SilverDAT FRS) programmiert, die eine Zuordnung der KBA-Fahrzeugdaten mit dem entsprechenden Rettungsdatenblatt über eine Datenbank bei den Rettungsleitstellen ermöglicht. Die Rettungsdatenblatt-Datenbank wird seitens der DAT regelmäßig in enger Zusammenarbeit mit den Fahrzeugherstellern aktualisiert, so dass stets die neueste Information über das Fahrzeug zur Verfügung steht.

Eintragungspflichtige Umbauten und Nachrüstungen z.B. auf Gasantrieb werden automatisch angezeigt, ohne dass der Fahrzeugbesitzer etwas tun muss. Die DAT Software wird allen Feuerwehren und Rettungsleitstellen in Deutschland zur Nutzung angeboten und kann direkt bei der DAT bestellt werden.

Mit der DAT Software (SilverDAT FRS) und der Kennzeichenabfrage ist für die Feuerwehren ein praktikables Informationssystem geschaffen worden, das als wichtiger Baustein innerhalb der technisch-medizinischen Unfallrettung angesehen werden muss. Da viele Rettungsdatenblätter auch mehrsprachig vorliegen, ist eine Übertragbarkeit des Systems auf andere Staaten weltweit möglich. Eine Schnittstelle zum künftigen automatischen Notrufsystem (eCall) ist heute schon in der DAT- FRS Software berücksichtigt.

 

Rechtlicher Hinweis

a) die Inhalte dieser Internetseiten sind ausschließlich für ausgebildete Rettungsfachkräfte zum Zwecke der technischen Personenrettung aus Fahrzeugen an der Unfallstelle in Deutschland geeignet und dürfen ausschließlich zu diesem Zweck eingesetzt werden.

b) für die Inhalte und Aktualität der Rettungsdatenblätter sind die erstellenden Hersteller allein verantwortlich.

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Erstveröffentlichung: 13.03.2009 Letzte Aktualisierung: 29.04.2014