VDA sieht Hoffnung für Inlandsmarkt dank Kfz-Steuer und Umweltprämie – Exportsituation macht große Sorgen
Frankfurt am Main, 3. Februar 2009. Die Pkw-Nachfrage hat mit dem Inkrafttreten der Umweltprämie und der erzielten Einigung bei der Kfz-Steuerreform deutlich angezogen. Zwar unterschritten die Auftragseingänge aus dem Inland im Januar 2009 das Vorjahresvolumen noch um 13 Prozent, allerdings zeichnete sich schon in der vorletzten Januarwoche eine spürbare Trendumkehr bei den deutschen Herstellern ab. In der letzten Januarwoche konnten die deutschen Hersteller erstmals seit September 2008 wieder einen Zuwachs in der Größenordnung von 16 Prozent verbuchen. Auch die Auftragsbestände entwickeln sich nach den dramatischen Rückgängen im vierten Quartal 2008 mit einem Zuwachs von 19 Prozent gegenüber dem Dezember wieder positiver und erreichten damit in etwa wieder das Vorjahresniveau. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: "Vor allem dank der nun langfristigen Planungssicherheit beim Autokauf wächst die Bereitschaft, sich ein neues Fahrzeug zuzulegen. Dies sind erste ermutigende Signale; sie lassen auf eine Stabilisierung des immer noch schwierigen Inlandsmarktes hoffen. Die zusätzlichen Marketingmaßnahmen der Hersteller dürften einen weiteren Schub auslösen."
Trotz dieser positiven Zeichen gegen Monatsende war der Gesamtmonat noch durch die Fortsetzung der Nachfrageschwäche zum Jahresende geprägt. Aufgrund des schwachen Auftragseingangs im vierten Quartal zeigt sich der Inlandsmarkt deshalb zu Jahresbeginn noch sehr verhalten. Die Pkw-Neuzulassungen lagen im Januar 2009 mit 189.400 Pkw um 14 Prozent unter dem Vorjahresniveau; sie fielen damit aber deutlich stabiler aus als in den meisten Märkten Westeuropas oder gar den USA. Arbeitstäglich bereinigt liegt das Zulassungsergebnis lediglich 6 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Die globale Rezession und die damit verbundene Verunsicherung potenzieller Käufer prägt aber weiterhin das weltweite Absatzgeschehen. Die Bestellungen aus dem Ausland blieben auf niedrigem Niveau und unterschritten das Ordervolumen vom Januar 2008 erwartungsgemäß um 37 Prozent. Die Exporte von Personenkraftwagen entwickelten sich dementsprechend auf den meisten Auslandmärkten, wie bereits in den letzten Monaten, unbefriedigend. Mit 222.700 Pkw setzten die deutschen Hersteller 39 Prozent weniger Fahrzeuge im Ausland ab als vor einem Jahr. "2009 wird ein schwieriges Exportjahr, auch wenn wir weltweit Marktanteile gewinnen", betonte Wissmann.
Die deutschen Automobilhersteller passen ihre Produktion der extrem schwachen Exportnachfrage an. Im ersten Monat des neuen Jahres wurden mit 314.000 Pkw 34 Prozent weniger Fahrzeuge in den deutschen Werken produziert. Die deutschen Automobilhersteller haben auf den weltweiten Nachfrageeinbruch rasch und entschlossen reagiert, die Werksferien über Weihnachten und Neujahr zum Teil deutlich verlängert, Zeitarbeitsverträge gekündigt, die Arbeitszeitarbeitskonten ihrer Stammbelegschaften deutlich heruntergefahren und verschiedentlich bereits Kurzarbeit angemeldet, um die Pkw-Produktion der äußerst schwachen Exportnachfrage möglichst schnell anzupassen und kostenbelastende Fertigung auf Lager zu vermeiden.


