11. Technischer Kongress des VDA in Wolfsburg – Weitere Fortschritte bei der Fahrzeugsicherheit
Wissmann: Deutsche Automobilindustrie ist auch in der Krise Vorreiter beim Klimaschutz
Frankfurt am Main/Wolfsburg, 25. März 2009. "Die deutsche Automobilindustrie bleibt auch in konjunkturell äußerst schwierigen Zeiten Vorreiter beim Klimaschutz. Nachdem der durchschnittliche CO2-Wert aller neu zugelassenen Pkw in Deutschland im Januar 2009 erstmals unter 160 g/km lag, sank er im Februar sogar um rund 7 Prozent auf 154,4 g/km. Die deutschen Marken waren mit einer
CO2-Reduktion von fast 5 Prozent abermals erheblich erfolgreicher als unsere Wettbewerber. Beispielsweise erreichten die französischen Hersteller lediglich einen Rückgang um gut 3 Prozent", betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem 11. Technischen Kongress des VDA in Wolfsburg. "Heute bieten deutsche Hersteller rund 90 Modelle mit einem Verbrauch von weniger als 5 l/100 km an, der Großteil davon sind Clean-Diesel-Fahrzeuge. Die Zahl dieser Modelle hat sich in den letzten beiden Jahren nahezu verdoppelt und zeigt die Innovationsgeschwindigkeit dieser Schlüsselbranche", so Wissmann.
Prof. Dr. Martin Winterkorn, Vorsitzender des Vorstandes der Volkswagen AG, betonte auf dem Technischen Kongress: "Kundennahe, bezahlbare Innovationen sind und bleiben der Motor des Erfolges - für die gesamte deutsche Automobilindustrie. Deshalb sage ich: Wir brauchen gerade in dieser kritischen Phase nicht weniger, sondern noch mehr Forschung und Entwicklung. Das Auto der Zukunft muss bei uns in Deutschland entwickelt und produziert werden."
VDA-Präsident Wissmann begrüßte das rasche Handeln der Bundesregierung angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise, unter der vor allem der Automobilexport zu leiden habe. Mit dem ersten und zweiten Konjunkturpaket, der Verlängerung des Kurzarbeitergeldes, der Aufstockung der KfW-Kredite und der Durchsetzung der Erhöhung der Mittel der Europäischen Investitionsbank EIB sowie der CO2-basierten Kfz-Steuer und der Umweltprämie habe die Politik den Inlandsmarkt stabilisiert und Herstellern und Zulieferern "Luft zum Atmen" verschafft. Wissmann sagte: "Der Inlandsmarkt erlebt derzeit einen unerwarteten Höhenflug. Die deutschen Hersteller verzeichneten im Februar einen Zuwachs des inländischen Auftragsbestandes um 165.000 auf 482.000 Einheiten, der Absatz von Jahreswagen stieg um zwei Drittel. Wir sehen durchaus die Chance, im Gesamtjahr bei den Pkw-Neuzulassungen die
3-Millionen-Marke knacken zu können. Damit werden die neue CO2-basierte Kfz-Steuer und die Umweltprämie ihre ‚Brückenfunktion' im laufenden Jahr erfüllen und ein Gegengewicht zum äußerst schwachen Exportgeschäft bilden."
Angesichts der derzeit positiven Entwicklung am Inlandsmarkt dürfe aber nicht die dramatisch schwierige Lage auf den Exportmärkten übersehen werden. Drei von vier in Deutschland produzierten Autos gehen in den Export, erläuterte der VDA-Präsident. Von den Folgen der Finanz- und Immobilienkrise seien vor allem die USA, aber auch die Märkte in Großbritannien oder Spanien und vielen anderen Ländern "voll erwischt" worden. Die Krise sei dabei von besonderer Qualität, weil sie auf allen Märkten gleichzeitig und mit großer Vehemenz eingesetzt habe.
"Jetzt kommt es darauf an, dass die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme greifen und vor allem die US-Wirtschaft wieder Tritt fasst. Natürlich wird diese Krise nicht ohne einschneidende Strukturveränderungen in unserer Industrie einhergehen. Aber eines muss auch klar sein: Diese Krise ist nicht das Ende der individuellen automobilen Mobilität, sie ist nicht das Ende des Automobils und sie ist nicht das Ende der Automobilindustrie mit ihrer Schlüsselstellung für Produktion und Beschäftigung am Standort Deutschland. Unser strategisches Ziel ist klar: Wir wollen und werden gestärkt aus dieser Krise hervorgehen", betonte Wissmann.
Diese Einschätzung basiere nicht auf vagen Hoffnungen, sondern auf harten Fakten: "Zum einen gewinnen deutsche Marken auf den Schlüsselmärkten der Welt Marktanteile hinzu. Zum anderen hat unsere Industrie wie keine zweite eines begriffen: Forschung und Innovation, die Investitionen in die Menschen, die hinter dem technischen Fortschritt stehen, sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Zukunft", unterstrich der VDA-Präsident. Die deutsche Automobilindustrie investiert rund 19 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung; in diesem Bereich ist mit 85.000 jeder neunte der 750.000 Mitarbeiter beschäftigt.
"Wir werden die FuE-Anstrengungen auch in der Krise auf hohem Niveau halten und unsere ganzheitliche Strategie für eine nachhaltige, individuelle Mobilität weiterentwickeln", betonte Wissmann. Das umfasse nicht nur die Entwicklung immer effizienterer Fahrzeuge, sondern auch eine kontinuierliche weitere Verbesserung der aktiven und passiven Fahrzeugsicherheit. Die Zahl der Unfallopfer sei in den letzten Jahren und Jahrzehnten stetig zurückgegangen. Der hohe Standard der Fahrzeugsicherheitsausstattung habe einen wesentlichen Beitrag zur weiteren Verbesserung der Sicherheit auf den Straßen liefern können. Mit neuen Assistenzsystemen - wie dem Spurverlassenswarner oder dem Attention Assist, der den Fahrer bei Müdigkeit warnt - werde die Sicherheit weiter gesteigert.
Der 11. Technische Kongress, den der VDA am 25./26. März 2009 in Wolfsburg durchführt, zählt zu den europaweit wichtigsten Technologieveranstaltungen der Automobilindustrie. "Kein anderer Kongress behandelt die beiden automobilen Kernthemen Umwelt und Sicherheit so umfassend und sachkundig wie der Technische Kongress des VDA. Hier werden die Fragen erörtert, die für diese Industrie in den nächsten Jahren strategisch entscheidend sein werden", unterstrich Wissmann.

