Pkw-Inlandsmarkt legt erneut kräftig zu
Wissmann: Der deutsche Markt hilft Westeuropa – globale Märkte bleiben schwach
Frankfurt am Main, 2. April 2009. Der Pkw-Inlandsmarkt hat im März 2009 sprunghaft zugelegt. Mit einem Zulassungsvolumen von 401.000 Pkw stieg der Inlandsabsatz um 40 Prozent auf das höchste Volumen seit dem Wiedervereinigungsboom 1992. Im ersten Quartal ist der deutsche Pkw-Markt um 18 Prozent auf über 868.000 Einheiten gewachsen.
Die inländischen Auftragseingänge der deutschen Hersteller sind im März erneut kräftig gestiegen und haben um 75 Prozent zugelegt; im ersten Quartal lag der Zuwachs bei 43 Prozent. Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: "Die Sorge der Verbraucher über ein frühes Ende der Umweltprämie hat im März offenbar zu einem Ansturm der Käufer geführt. Mit der beabsichtigten Verlängerung bis zum Jahresende ist allerdings in den kommenden Monaten mit einer Entspannung zu rechnen. Offensichtlich haben die Neuordnung der Kfz-Steuer und die Umweltprämie zu einer Stabilisierung des Inlandsmarktes - vor allem im Kleinwagensegment und in der Kompaktklasse - entscheidend beigetragen."
Für das Gesamtjahr 2009 erwartet der VDA einen Inlandsabsatz deutlich über Vorjahr (2008: 3,09 Mio. Pkw). Wissmann unterstrich: "Die derzeitigen positiven Marktergebnisse in Deutschland dürfen jedoch nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen, der die deutsche Automobilindustrie insbesondere auf den Exportmärkten weltweit ausgesetzt ist. Für die deutsche Automobilindustrie, die insgesamt im Jahr 2008 rund 11 Mio. Pkw weltweit produzierte, ist die Entwicklung auf den Auslandsmärkten von entscheidender Bedeutung; dort werden mehr als vier Fünftel aller deutschen Fahrzeuge abgesetzt."
Auf den meisten dieser Märkte (z. B. in Spanien oder in den USA) sind noch keine Anzeichen für eine durchgreifende Stabilisierung zu erkennen. Die Exporte haben im März erneut deutlich nachgegeben (-25 Prozent). Im ersten Quartal wurden 713.700 Pkw ausgeführt, gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Minus von 38 Prozent. Wissmann: "Es kommt nun darauf an, dass die weltweit aufgelegten Konjunkturprogramme rasch umgesetzt werden und greifen. Drei von vier im Inland gefertigten Pkw werden exportiert. Die Stabilisierung der globalen Absatzmärkte ist das oberste Ziel der deutschen Automobilindustrie." An den Auftragseingängen aus dem Ausland lasse sich das hingegen noch nicht ablesen. Die Auslandsorder lagen im März um 26 Prozent unter Vorjahr, im ersten Quartal sanken die ausländischen Bestelleingänge um insgesamt 32 Prozent.
Auf dem unverändert schwachen US-amerikanischen Markt haben die deutschen Hersteller im März erneut deutlich besser als ihre Wettbewerber abgeschnitten. Während der Gesamtmarkt um 37 Prozent einbrach und die "Big Three" noch schwächer abschnitten, steigerten die deutschen Hersteller ihren Marktanteil und mussten lediglich einen Rückgang um 22 Prozent hinnehmen.
Die deutschen Hersteller haben angesichts der Exportentwicklung die Produktion erneut gedrosselt. Insgesamt wurden im März 395.800 Pkw in den inländischen Werken gefertigt - ein Minus von 20 Prozent. Im ersten Quartal 2009 lag die Fertigung bei knapp über 1 Mio. Pkw und damit auf dem niedrigsten Niveau seit 15 Jahren.


