Pkw-Markt in China liefert ersten Lichtblick im Jahr 2009
Wissmann: Deutsche Marken wollen weiter wachsen
Shanghai/Frankfurt am Main, 17. April 2009. "Die Marktentwicklung in China zu Jahresbeginn kann ein erster Lichtblick für das schwierige Jahr 2009 sein", sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), in Frankfurt vor dem Auftakt der internationalen Automobilmesse "Auto Shanghai 2009" in der Volksrepublik. In China lag der Pkw-Absatz im ersten Quartal mit 1,6 Mio. Fahrzeugen 4 Prozent über Vorjahresniveau; allein im März kletterten die Verkäufe um 10 Prozent. Die Halbierung der Verkaufssteuer für Fahrzeuge mit weniger als 1,6 Liter Hubraum trieb die Nachfrage ebenso an wie die Subventionen von Autokäufen für die Landbevölkerung. Angesichts des derzeit schwachen außenwirtschaftlichen Umfelds ist die Regierung in Peking bemüht, mit Hilfe eines umfangreichen Konjunkturprogramms die Binnennachfrage anzukurbeln, um ihre ehrgeizigen Wachstumsziele zu erreichen.
Vor dem Hintergrund dieser Bemühungen könne sich der Pkw-Absatz in China im Jahr 2009 in etwa stabil entwickeln, schätze der VDA-Präsident. Angesichts der weltweit rückläufigen Nachfrage wäre dies ein positives Signal. "Die deutschen Hersteller haben 2008 in China erstmals über 1 Mio. Pkw abgesetzt. Wir gehen davon aus, dass die deutschen Hersteller im weiteren Jahresverlauf noch zulegen können", sagte Wissmann. "Gerade im Premiumsegment konnten die deutschen Hersteller mit einem Anteil von 74 Prozent ihre beeindruckende Marktstellung noch weiter ausbauen."
Alle deutschen Hersteller verfolgen Ihre Marktchancen in China konsequent und können Absatzzuwächse verbuchen. Sie nutzen deshalb auch die "Auto Shanghai" zur Präsentation von Weltneuheiten. Der VDA unterstützt einen Gemeinschaftsstand, auf dem sich 38 deutsche Zulieferunternehmen auf der Messe präsentieren. Zehn weitere Zulieferer sind mit eigenen Ständen vertreten. Die deutschen Unternehmen zeigen einen repräsentativen Querschnitt ihrer Technologien und erwarten wie in den Vorjahren ein großes Interesse der chinesischen und internationalen Aussteller und Besucher.
China gilt als einer der wichtigsten und größten Zukunftsmärkte weltweit. Deshalb gehört das Land inzwischen zu den größten Auslandsstandorten der deutschen Zulieferindustrie. "Dabei geht es nicht nur um niedrige Fertigungskosten, sondern um die Erschließung von Marktpotenzialen und vor allem auch um Qualität", unterstrich der VDA-Präsident. In Tochtergesellschaften, Joint Ventures und Beteiligungsbetrieben beschäftigen die deutschen Zulieferer knapp 50.000 Mitarbeiter. "Gerade in der aktuellen Situation gehört China zu den Märkten, in denen sich ein Engagement lohnt", so Wissmann.
Die Situation der Automobilbranche in China und das enorme Wachstumspotenzial macht für die deutschen Hersteller und Zulieferer eine Erhöhung des Lokalisierungsgrads notwendig. Die deutschen Unternehmen erhalten dabei Unterstützung vom Qualitäts-Management-Center des VDA (VDA-QMC); es widmet sich unter anderem der Auditorenausbildung, dem Training und der Lieferantenqualifikation. Das QMC bietet zudem Hilfen beim Markteintritt und Unterstützung bei Marktuntersuchungen an. Das Büro in Peking wurde 2005 gegründet, die Dependance in Shanghai wurde Mitte 2006 eröffnet.


