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Maileen Zander VDA - Verband der Automobilindustrie

VDA-Geschäftsführer Bräunig auf ACOD-Kongress in Leipzig – Liquidität sichern

VDA: Belebung der internationalen Märkte bietet Chancen für Zulieferer

Frankfurt am Main/Leipzig, 18. Februar 2010. "Die wirtschaftlichen Perspektiven haben sich nach dem Krisenjahr 2009 für die Zulieferunternehmen leicht verbessert. Wir erwarten eine steigende Nachfrage im Premiumsegment und eine Belebung der internationalen Märkte. Neben der strategischen Ausrichtung auf Wachstumsmärkte geht es bei den Unternehmen aber kurzfristig immer noch darum, die Liquidität zu sichern", betonte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), vor rund 250 Teilnehmern auf dem ACOD-Kongress in Leipzig. Der Automotive Cluster Ostdeutschland (ACOD) ist die länderübergreifende Initiative zur nachhaltigen Entwicklung der Automobilindustrie in Ostdeutschland. Er umfasst die in den fünf neuen Bundesländern aktiven Automobilhersteller, Zulieferer und Dienstleister, Forschungsinstitute sowie Verbände – und den VDA als Partner.

Trotz der KfW-Programme und des Schutzschirms für die Kreditversicherer müsse in den kommenden Monaten bei manchen Zulieferunternehmen noch mit Engpässen bei der Kreditversorgung gerechnet werden, sagte Bräunig. Der VDA-Geschäftsführer wies darauf hin, dass in diesen Wochen die Bilanzen des Geschäftsjahres 2009 vorgelegt werden, die aufgrund der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und des Nachfrageeinbruchs auf den internationalen Automobilmärkten "keineswegs glänzend" ausfallen können. "Wenn die Kreditinstitute beim Ranking der Unternehmen lediglich auf die schwachen Zahlen des vergangenen Geschäftsjahres schauen und daraus Folgerungen für die künftige Kreditvergabe ziehen, wird sich die Lage verschärfen", betonte Bräunig. Der VDA versuche vielmehr, die Kreditinstitute davon zu überzeugen, dass bei der Beurteilung der künftigen Ertragskraft der Unternehmen stärker die Innovationsfähigkeit zu berücksichtigen sei: "Wir sollten die Zukunftsfähigkeit und die positiven Perspektiven unserer Industrie mehr mit einbeziehen. Die ersten Gespräche, die wir dazu mit Banken geführt haben, stimmen uns zuversichtlich, dass das gelingen kann", unterstrich Bräunig.

"Strategisch notwendig" sei die Ausrichtung der Zulieferunternehmen auf Innovationen – trotz aller Kostenzwänge: "Die deutschen Hersteller verstehen sich auch künftig als Technologieführer, bei den klassischen Antrieben – wie Clean Diesel und direkt einspritzender Benziner – und den alternativen Antrieben. Auch bei Qualität, Sicherheit, Komfort und Design werde die deutsche Automobilindustrie ihren hohen Standard eher noch einmal steigern.

Die Zulieferer könnten von diesem Trend profitieren. "Wir haben im Krisenjahr 2009 unsere Investitionen in Forschung und Entwicklung um 4,4 Prozent auf 20,9 Mrd. Euro erhöht und damit die Voraussetzungen für künftiges Wachstum geschaffen", betonte Bräunig. Der Anteil der Automobilindustrie an den FuE-Aufwendungen der gesamten deutschen Industrie sei auf über 36 Prozent gestiegen: "Damit unterstreicht die deutsche Automobilindustrie national und international ihren Anspruch als die technologisch führende Branche", unterstrich der VDA-Geschäftsführer.

Gerade auch für die mittelständischen Unternehmen sei die Innovationsgeschwindigkeit ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Bräunig begrüßte es, dass der ACOD diesem Faktor "zu Recht eine herausragende Bedeutung" zumesse. Mit dem Umzug des VDA nach Berlin werden in wenigen Tagen die Wege zur ACOD-Geschäftsstelle in Ludwigsfelde deutlich kürzer – statt 530 Kilometer von Frankfurt/Main sind es nur noch 30 Kilometer. Auch dadurch werde die Zusammenarbeit zwischen VDA und ACOD noch enger: "Das werden wir nutzen, im Vorstand des Clusters, in dem der VDA ja vertreten ist, wie auch darüber hinaus. Die Kompetenzen der Automobilindustrie in den neuen Bundesländern, Fahrzeughersteller wie Zulieferer, sind wichtiger Bestandteil unserer Wertschöpfungsstrukturen", sagte Bräunig.

Erstveröffentlichung: 18.02.2010