Bräunig: Vom Wachstum in China profitieren auch die deutschen Standorte
20 Prozent Marktanteil – Führend bei Premium – "Auto China" mit vielen Premieren
Peking/Berlin, 20. April 2012. "Die Entwicklung des Automobillandes China seit Anfang des Jahrhunderts ist sehr eindrucksvoll. Vom Jahr 2001 – damals trat China der WTO bei – bis 2011 erhöhte sich die Pkw-Produktion in China von 700.000 auf 12,2 Mio. Einheiten. Die deutsche Automobilindustrie hat dieses rasante Wachstum erfolgreich begleitet: Jedes fünfte Auto, das in China verkauft wird, ist eine deutsche Konzernmarke. In Deutschland und China wurden 2011 insgesamt 18 Mio. Pkw produziert, das sind nahezu 30 Prozent der Welt-Pkw-Produktion", sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), heute in Peking auf dem "2012 China Auto Forum". Das Forum wird vom chinesischen Automobilverband CAAM veranstaltet und findet im Vorfeld der Automobilmesse "Auto China" (25.04. – 02.05.2012) statt.
Bräunig sprach von einer "Win-win-Situation" für beide Automobilländer. Gegenüber dem Jahr 2008 habe die deutsche Automobilindustrie ihre Pkw-Produktion in China im Jahr 2011 um mehr als 140 Prozent auf über 2,1 Mio. Einheiten erhöht. "Auch für die Beschäftigten am Standort Deutschland ist das China-Engagement lohnend", so Bräunig. Die Pkw-Exporte von Deutschland nach China seien im gleichen Zeitraum um 160 Prozent auf 566.000 Einheiten gestiegen. Der chinesische Markt, der 2011 ein Volumen von 12,2 Mio. aufwies und im laufenden Jahr auf rund 13 Mio. Pkw zulegen werde, biete noch erhebliches Potenzial: "Heute kommen in China auf 1.000 Einwohner rund 30 Pkw, in Deutschland sind es 517", so Bräunig.
"Gerade bei Premiumfahrzeugen haben deutsche Hersteller in China einen sehr guten Ruf hinsichtlich Design, Qualität, Sicherheit, Zuverlässigkeit und Verbrauchsoptimierung. Vier von fünf Premiumfahrzeugen, die 2011 in China neu zugelassen wurden, zählen zu deutschen Marken", betonte der VDA-Geschäftsführer. Auch die deutschen Zulieferer hätten dank ihrer Innovationskraft und der Qualität ihrer Produkte einen erheblichen Anteil an diesem Erfolg.
Die traditionelle Partnerschaft zwischen Deutschland und China beschleunige das automobile Wachstum in China, so Bräunig. "Die Win-win-Situation ist dadurch gekennzeichnet, dass von dem Wachstumsmarkt China auch die Produktion an den europäischen und deutschen Standorten profitiert. Für China ist Deutschland ein verlässlicher und wichtiger Technologiepartner: Bereits viele Jahrzehnte sind deutsche Hersteller und Zulieferer in China vertreten. Dort haben sie gemeinsam mit den lokalen Partnern die Industrie mit aufgebaut und kontinuierlich gestärkt", betonte Bräunig.
Für die deutsche Automobilindustrie seien daher ein "level playing field" und stabile Rahmenbedingungen besonders wichtig. Die zunehmende Globalisierung der Automobilindustrie führe zu weiteren gemeinsamen Interessen und Herausforderungen, auch wenn sich die Strukturen der chinesischen und deutschen Automobilindustrie noch deutlich unterscheiden würden.
Während die Exportquote der deutschen Automobilindustrie bei über 75 Prozent liege, sei die Exportquote der chinesischen Automobilindustrie mit 3 Prozent noch niedrig. "Noch steht der hohe Inlandsbedarf im Vordergrund, doch mittel- und langfristig wird sich China zu einem Exportland von Pkw entwickeln", so Bräunig. Daher seien offene Märkte auch für China zunehmend wichtig.
Zudem sollte auch China das UN ECE 1958 Agreement unterzeichnen, das die Voraussetzung für die gegenseitige Anerkennung von Fahrzeug- und Teilezertifizierungen darstellt, die in weiten Teilen der Welt nutzbar sind. Bislang sind für China gesonderte Zertifizierungen notwendig. Auch bei der CO2-Regulierung sollte sich China an internationalen Standards orientieren. Ein Unternehmen, das sowohl Autos nach China exportiert als auch dort produziert, sollte diese Kombination – wie weltweit üblich – auch bei der CO2-Bewertung im Rahmen einer Gesamtflottenbetrachtung geltend machen dürfen.
Die "Auto China", die am 25. April 2012 ihre Tore für die Fachbesucher öffnet – die Publikumstage beginnen am 27. April –, werde, so Bräunig, vor allem von den deutschen Herstellern als "große Bühne" für ihre Premieren genutzt. "Die neuen Modelle, die in Peking präsentiert werden, zeigen, dass die ‚Faszination Auto‘ in diesem Wachstumsmarkt immer mehr auch die kaufkräftige Mittelschicht erreicht. Auch die Autofahrer in China wollen selbst am Steuer sitzen", betonte der VDA-Geschäftsführer.


