VDA-Geschäftsführer Bräunig: E10 kann pro Jahr zwei Millionen Tonnen CO2 sparen
99 Prozent aller Pkw deutscher Hersteller E10-tauglich
Berlin, 25. April 2012. "Biokraftstoffe leisten einen wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Versorgungssicherheit, weil sie helfen, die Abhängigkeit vom Öl zu reduzieren" sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der heutigen ADAC-Veranstaltung zum Thema "Ein Jahr E10 – wie weiter mit der Biokraftstoffpolitik in Deutschland?". Der Einsatz von Biokraftstoffen habe den entscheidenden Vorteil, dass die CO2-Einsparungen sofort im gesamten Pkw-Bestand mit Ottomotor auf deutschen Straßen wirksam werden. "Wenn alle Benziner-Pkw, die E10 vertragen, auch mit diesem Biokraftstoff betankt werden würden, könnten in Deutschland jährlich über zwei Millionen Tonnen CO2 eingespart werden", betonte Bräunig.
Die weit überwiegende Mehrheit der Pkw mit Ottomotor in Deutschland kann mit E10 betankt werden. Insgesamt sind rund 99 Prozent der Pkw deutscher Hersteller mit Benzinmotor für die neue Kraftstoffsorte geeignet. "Bereits vor der Einführung von E10 haben die deutschen Hersteller eine detaillierte Übersicht darüber veröffentlicht, welche einzelnen Modelle jeweils E10-tauglich sind", unterstrich Bräunig. Diese Informationen, die kontinuierlich um neue Fahrzeugmodelle aktualisiert werden, sind verfügbar auf der Website der Deutschen Automobil-Treuhand, DAT (www.dat.de), sowie auf den Internetseiten des VDA (www.vda.de) und der einzelnen Hersteller. Dort können die Halter der Fahrzeuge auch anhand der jeweiligen Fahrzeug-Identnummer prüfen, ob ihr Modell mit E10 betankt werden kann. Die Aussagen zur E10-Tauglichkeit sind verbindlich. Selbstverständlich gelten auch hier alle rechtlichen Ansprüche des Verbrauchers.
"Seit mehr als einem Jahr fahren drei Millionen Fahrzeuge regelmäßig mit E10 auf unseren Straßen. Es sind seitdem keinerlei Motorschäden aufgrund der Nutzung dieses Biokraftstoffs bekannt geworden. Jeder Autofahrer kann sich weiterhin umfassend und rasch darüber informieren, ob sein Fahrzeug mit E10 betankt werden kann. Die Abfragen hierzu sind erfolgt, die dafür eigens eingerichteten Hotlines der Hersteller werden aber kaum noch genutzt", sagte Bräunig. Dass sich immer noch viele Autofahrer für eine andere, teurere Kraftstoffsorte entscheiden, liege also nicht an mangelnder Information über die Verträglichkeit. Vielmehr hätten viele Kunden offenbar erhebliche Zweifel an dem ökologischen Nutzen von E10. Obwohl Nachhaltigkeitskriterien sicherstellten, dass die Kraftstoffe nicht zur Verdrängung von Lebensmittelproduktion oder Regenwäldern führten, sondern aus nachhaltigem Anbau stammten, gebe es noch offene Fragen. Hier gelte es, die Kommunikation über Herkunft und Zertifizierung der Biokraftstoffe zu verstärken. "Die Automobilhersteller, Händler und Werkstätten werden ihre auf den einzelnen Kunden zugeschnittene Information fortsetzen, um die Akzeptanz für E10 zu erhöhen. Zudem sollte die Werbung an den Tankstellen verstärkt werden. Die Politik sollte die Maßnahmen der Industrie unterstützen und ihre Möglichkeiten der Verbraucherinformation nutzen", so Bräunig.
"Für die Zukunft setzt die deutsche Automobilindustrie – neben der Optimierung des klassischen Verbrennungsmotors und der Entwicklung alternativer Antriebe bis hin zur Elektromobilität – insbesondere auch auf die Herstellung von intelligenten Biokraftstoffen der 2. Generation", so Bräunig. "Diese Biokraftstoffe werden aus landwirtschaftlichen Abfallprodukten gewonnen und haben eine hohe Qualität. Sie leisten zudem einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und sind in ihrer gesamten Umweltbilanz den heutigen Kraftstoffen deutlich überlegen."


