Alternative Antriebe für Nutzfahrzeuge: von der Vision zur Realität
Symposium "Vision Transport – Nutzfahrzeugantriebe der Zukunft" im Rahmen der IAA
Die Zukunft der Nutzfahrzeuge liegt im Hybrid-elektrischen Antrieb. Aber wie sieht der Beitrag der Antriebstechnologie zur Verbesserung der ökologischen Gesamtbilanz unter Berücksichtigung des Carbon Footprint tatsächlich aus? Wie lassen sich leichte Elektro-Nutzfahrzeuge ökonomisch sinnvoll einsetzen? Werden Gas-Hybride oder Diesel-Hybride den Langstreckenverkehr der Zukunft bestimmen?
Mit diesen Fragen beschäftigte sich das vom Commercial Vehicle Cluster Südwest gemeinsam mit dem VDA und dem Huss-Verlag durchgeführte Symposium "Vision Transport – Nutzfahrzeugantriebe der Zukunft" im Rahmen der 64. IAA Nutzfahrzeuge in Hannover. Mit über 180 Gästen – darunter Fachleute aus Politik, Wissenschaft, Gewerbe und Industrie – war das von Dr. Barbara Jörg, Geschäftsführerin Vehicle Cluster – Nutzfahrzeug GmbH moderierte Symposium im Saal 3 des Convention Centers sehr gut besucht.
Die Automobilindustrie habe auch für Nutzfahrzeuge bereits eine große Bandbreite an Antriebsalternativen entwickelt, so VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig in seiner Begrüßung. Neben Erdgasmotoren und parallelen Hybridantrieben, die auf herkömmlichen Dieselaggregaten aufbauen, seien Hybride, Dual-Fuel-Motoren, Elektroantriebe oder Brennstoffzellen in der Entwicklung und auch bereits in Serienproduktion.
In seinem Vortrag "Alternative Antriebstechnologien der Zukunft im Nutzfahrzeugbereich" zeigte Walter Eisele, Leiter Produktion und Engineering Mercedes–Benz Special Trucks, Daimler AG, im Anschluss Beispiele für gelungene und sich bereits im Einsatz befindende gasbetriebene Nutzfahrzeuge auf. Gasbetriebene Müllfahrzeuge seien praktisch geräuschlos und damit wesentlich früher einsetzbar als ihre dieselbetriebenen Pendants.
Eveline Lemke, Ministerin für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung des Landes Rheinland-Pfalz, sprach über den Beitrag der Nutzfahrzeugindustrie zur Klimabilanz und forderte die Hersteller auf, ihre Kräfte zu bündeln und im Sinne einer klimafreundlichen Entwicklung der Nutzfahrzeuge einzusetzen.
In seinem Vortrag "Intelligent Performance: Können Sportwagentechnologien auf Nutzfahrzeuge übertragen werden?" zeigte Dr. Peter Schäfer, Leitung Entwicklung Fahrwerk, Porsche AG, Parallelen zwischen dem klassischen Sportwagengeschäft und der Nutzfahrzeugindustrie auf.
Experten aus der Nutzfahrzeugindustrie diskutierten im Anschluss im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Zu den Referenten auf dem Podium zählten Georg Sandkühler, Leitung Forschung und Entwicklung, FAUN Umwelttechnik GmbH, Roland Klement, Vorstand Ressort Forschung und Entwicklung, Schmitz Cargobull AG und Prof. Dr. Ing. Steffen Müller, Lehrstuhl für Mechatronik in Maschinenbau und Fahrzeugtechnik (MEC), TU Kaiserslautern.
Die zentrale Frage, die die diskutierenden Experten beschäftigte, war, wie in Europa Hybrid-Lkw auf die Straße gebracht werden können, die sich für die Kunden rechnen. In Japan habe der Hybrid bereits erste Achtungserfolge gefeiert. Damit der Hybrid-elektrische Antrieb in Europa in der Zulassungsstatistik Fuß fasst, müssten allerdings noch zahlreiche Maßnahmen ergriffen werden.

