Kühltransporte werden klimafreundlicher
IAA-Symposium über CO2-Reduktion im temperaturgeführten Transport
Rund um die Uhr und an allen Tagen des Jahres soll eine störungsfreie und sichere Versorgung mit frischen Lebensmitteln sowie wärmeempfindlichen Chemie- und Pharmaprodukten sichergestellt sein – so will es der Verbraucher. Der temperaturgeführte Transport ist daher in der gesamten Logistikkette von großer Bedeutung. Eine besondere Herausforderung besteht darin, dass es bei Lkw- und Bahnfahrten quer durch Europa auf keinen Fall zu einer Unterbrechung der Kühlkette kommen darf. Das Spektrum temperaturgeführter Transporte umfasst, je nach beförderten Waren, arktische Tiefkühlgrade ebenso wie frühlingshafte 18 Grad Celsius. Logistikservices dieser Art, die beispielsweise für Süßwaren und Lebensmittel, Farben und Lacke sowie Medikamente und Kosmetika durchgeführt werden, leben von einer professionell organisierten durchgehenden Lieferkette – eine große Herausforderung für die temperaturgeführte Transportlogistik, die zwischen Produzenten und Verbrauchern in der Verantwortung steht.
Das IAA-Symposium "Die verhinderte CO2-Reduktion im temperaturgeführten Transport", das der VDA zusammen mit dem Spitzenverband für temperaturgeführte Transportlogistik-unternehmen, Transfrigoroute Deutschland, durchführte, zeigte Maßnahmen und neue Ideen auf, wie der CO2-Ausstoß beim Kühltransport gesenkt werden kann. Die verbesserte Aerodynamik von Nutzfahrzeugen, alternative Antriebstechnologien von Transportkälte-Aggregaten sowie die Stickstoffkühlung waren Themen der vortragenden Referenten und der anschließenden Podiumsdiskussion.
Aspekte der "Green Logistic" und des "Carbon Footprint" rückten zunehmend in den Fokus der Konsumenten, so Dr. Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des VDA, in seinem Statement. Der Stellenwert CO2-reduzierender Maßnahmen in der Transportlogistik komme immer stärker ins öffentliche Bewusstsein.
Hubertus Kobernuß, Vorstandsvorsitzender der Transfrigoroute Deutschland, wies in seiner Rede auf die Kompetenz der Referenten hin. Es folgte ein Vortrag über alternative Antriebstechnologien bei Transportkältesystemen von Peter Großkopf, Geschäftsführer der Frigoblock Grosskopf GmbH. Matthias Bohn, Linde Group, sprach über die indirekte Stickstoffkühlung als eine sichere und lärmarme Alternative beim Lebensmitteltransport. "Große Treibstoff- und CO2-Einsparungen durch aerodynamische Anbauten für Trailer" war das Thema von Dr. Gandert van Raemdonck von Trailerhersteller Ephicas. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion mit Hubertus Kobernuß, Peter Großkopf, Matthias Bohn, Dr. Gandert Van Raemdonck und Hessel Jongebreur, Chief Executive Officer, Ephicas. Die Veranstaltung mit über 80 Teilnehmern wurde von Gerhard Grünig, Verlag Heinrich Vogel, moderiert. Alles Experten waren sich darin einig, dass Fahrzeughersteller und Zulieferer intensiv an intelligenten Kommunikationssystemen in den Fahrzeugen zur Verflüssigung des Verkehrs arbeiteten. Auch die Transportwirtschaft habe mit der Optimierung ihres Fahrzeugeinsatzes und der kontinuierlichen Verringerung der Leerfahrten in den letzten Jahren Beachtliches geleistet. Die Kapazität der Straßeninfrastruktur müsse aber wieder in den Fokus rücken – für einen funktionierenden Güterverkehr in Deutschland und Europa.
Die 64. IAA Nutzfahrzeuge wird vom VDA veranstaltet und hat noch bis 27. September 2012 ihre Tore geöffnet. Sie steht unter dem Motto "Nutzfahrzeuge: Motor der Zukunft" und findet zum zehnten Mal in Hannover statt. Über 1.900 Aussteller aus 46 Ländern zeigen ihre Produkte. Neben 354 Weltpremieren sowie zahlreichen Europa- und Deutschlandpremieren der Aussteller gibt es über 30 Fachveranstaltungen. Die Sonderschauen umfassen u. a. Elektro-Probefahrten auf dem Messegelände und im öffentlichen Straßennetz, die Innovationsbühne mit moderierten Fahrvorführungen, Nutzfahrzeug-Oldtimer und American Trucks.

