Gemeinschaftsaktion "Neues Fahren"
Schutz der Umwelt: Herausragendes Ziel der Automobilindustrie
Umweltschutz gehört gleichermaßen zu den Kundenanforderungen wie auch zu den Entwicklungszielen der Automobilkonstrukteure. Umweltkompetenz auf allen Wertschöpfungsstufen trägt zur Zukunftsfähigkeit der Automobilindustrie entscheidend bei.
Was die Automobilindustrie für den Schutz der Umwelt tut:
Die deutsche Automobilindustrie spielt bei der Entwicklung und Marktdurchdringung emissionsarmer Techniken für Motoren und Abgasnachbehandlung, bei der Nutzung der Potenziale energiesparender Techniken und bei der Entwicklung alternativer Antriebe und alternativer Kraftstoffe eine führende Rolle, die weiter ausgebaut wird.
Forschen und Entwickeln
Die Automobilindustrie steigert ihre Ausgaben für Forschung und Entwicklung stetig. Ca. 200 Mrd. € hat sie in den letzten 10 Jahren aufgewendet; ein Großteil davon ist in den Bereich "Umwelt" geflossen. Mit über 18 Mrd. € allein im Jahr 2007 hat sie mehr als ein Drittel der gesamten Aufwendungen der Industrie für FuE auf sich vereinigt und den höchsten Betrag aller Branchen aufgebracht.
Kraftstoffverbrauch der Fahrzeuge senken
1995 hat der Verband der Automobilindustrie gegenüber der Bundesregierung zugesagt, dass die im VDA zusammengeschlossenen Pkw-Hersteller den durchschnittlichen Kraftstoffnormverbrauch ihrer in Deutschland abgesetzten Pkw/Kombi bis 2005 um ein Viertel gegenüber 1990 senken. Diese Zusage wurde auf ganzer Linie eingehalten. Die Bilanz hätte noch eindrucksvoller sein können, wenn nicht gegenläufige Effekte die Einsparbemühungen der Ingenieure erschwert hätten. So haben zahlreiche gesetzliche und gesetzesähnliche Vorgaben die Durchschnittsgewichte der Fahrzeuge erhöht und somit zu einem physikalisch bedingten Mehrverbrauch geführt. Ursache waren unter anderem die verschärften Außengeräuschvorschriften, die strengeren Anforderungen des Crash-Tests sowie die neuen, ambitionierten Standards Euro 3 und Euro 4 zur Luftreinhaltung. In allen diesen Fällen ebenso wie bei der Einführung des Dieselpartikelfilters mussten die Ingenieure Konzessionen beim Kraftstoffverbrauch machen.
Obwohl die Senkung des Kraftstoffverbrauchs immer größere Anstrengungen erfordert und die Potenziale immer geringer werden, sind sie noch keineswegs ausgeschöpft. Immerhin sind die modernen Fahrzeugmotoren um mehr als zwei Liter je 100 Kilometer sparsamer als noch zum Anfang der 90er Jahre. Damit einher geht in diesem Zeitraum die Verbesserung der Leistung je Liter Kraftstoff um rund 60 Prozent. Diese Erfolge kann man sprichwörtlich erfahren. Mit einem Liter Treibstoff kam man im Jahr 1978 rund 9 Kilometer weit, heute fährt ein deutsches Auto damit mehr als 15 Kilometer, also rund zwei Drittel weiter.
Trotz des kontinuierlich weiter steigenden Verkehrswachstums, verstärkt durch die Grenzöffnungen in Europa, wurde im Jahre 1999 die Trendwende des CO2-Ausstoßes des Straßenverkehrs erreicht. Seit dieser Zeit bis 2007 sind die CO2-Emissionen nach Angaben des vom Umweltbundesamt geführten Nationalen Inventarberichts um mehr als 31 Mio. Tonnen zurückgegangen. Im Jahr 2007 lagen die CO2-Emissionen des Straßenverkehrs sogar mehr als 6 Mio. Tonnen unter den Emissionen des Jahres 1990. Dieser Trend wird sich fortsetzen. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal des deutschen Straßenverkehrs in der EU-15, den kein anderes westeuropäisches Land hat es vermocht, die Verkehrsemissionen unter den Stand von 1990 zu senken.
Und die Anstrengungen gehen weiter, Hersteller und Zulieferer haben sogar noch einen Gang zugelegt. Der durchschnittliche CO2 -Wert der in Deutschland neu zugelassenen Pkw ist 2007 um weitere 1,7 Prozent gesunken. Dabei konnten die deutschen Hersteller einen deutlich stärkeren Rückgang (-2 Prozent) erzielen als die Importeure (-1,3 Prozent). In den volumenstärksten Fahrzeugsegmenten (Kompaktklasse, Mittelklasse und obere Mittelklasse), auf die nahezu die Hälfte aller Neuzulassungen entfällt, liegt der Emissionswert der deutschen Anbieter sogar unter den Durchschnittswerten.
Diese Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2008 fort. Die CO2-Emisionen von neu zugelassenen Pkw deutscher Marken im Inland gingen im vergangenen Jahr insgesamt sogar um 2,9 Prozent zurück. Dabei erzielten die deutschen Hersteller mit einem Minus von 3,1 Prozent einen überdurchschnittlichen Rückgang. Im ersten Quartal 2009 zeigt zudem der Klimaschutzeffekt der Umweltprämie Wirkung: die CO2-Reduktion erreicht die Rekordmarke von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der durchschnittliche CO2-Wert aller in Deutschland zugelassenen Pkw lag mit 154,9 g/km CO2 deutlich unter 160 g/km CO2.
Die sparsamsten Fahrzeuge werden von deutschen Automobilherstellern angeboten. Sie verbrauchen lediglich 3,3 Liter je 100 Kilometer und stoßen somit nur 88 Gramm CO2 je Kilometer aus. Weitere 381 Modelle deutscher Marken verbrauchen weniger als 6,0 Liter auf 100 Kilometer. Der Zulassungsanteil dieser Fahrzeuge beträgt heute 50 Prozent, das sind fünfmal mehr Fahrzeuge als noch vor fünf Jahren. Gut 90 Modelle unterschreiten sogar die 5-Liter-Marke. Dabei handelt es sich nicht nur um Kleinwagen, sondern auch um Mittelklassefahrzeuge. In der Oberklasse wurden sogar überproportionale Kraftstoffminderungen erreicht.
Leichtlauföle entwickeln und herstellen
Auch die Entwicklung und der Einsatz von Leichtlaufölen und Leichtlaufreifen haben zu den dokumentierten Erfolgen bei der Senkung des Kraftstoffnormverbrauchs beigetragen und werden die Erreichung der zugesagten Ziele im Jahr 2005 unterstützen.
Unter Leichtlaufölen werden synthetische Öle mit verminderter Reibung verstanden. Die tatsächlich erreichbare Minderung hängt von einer Reihe von Faktoren ab, wie z. B. der konstruktiven Auslegung des Triebstrangs. Sie kann im gesetzlich festgeschriebenen Fahrzyklus bis zu 2,5 Prozent betragen und ist durch die Messung in diesem Fahrzyklus Bestandteil der Verbesserungen des Kraftstoffnormverbrauchs.
Leichtlauföle werden von deutschen Fahrzeugherstellern seit etwa 1980 zunehmend eingesetzt. Der Verwendungsgrad bei Neufahrzeugen beträgt heute über 98 Prozent. In den noch verbliebenen Nischen wird intensiv daran gearbeitet, um den Verwendungsgrad noch weiter zu steigern. Auch bei Fahrzeugen in Kundenhand werden die Hersteller über die Verwendung von Leichtlaufölen noch intensiver unterrichten und dafür werben, ihre Verwendung auch bei Ölwechseln zu verstärken.
zurück zur Informationsübersicht

