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    FAT-Positionspapier

    "Deutschland soll und muss Innovationsland bleiben"

    Technologie-Roadmaps und Ad-hoc Förderung: Das neueste Positionspapier der Forschungsvereinigung Automobiltechnik zeigt industrie- und forschungspolitische Rahmenbedingungen auf, die die Technologieführerschaft der Branche auch in Zukunft sichern.

    Technologie-Roadmaps und Ad-hoc Förderung: Das neueste Positionspapier der Forschungsvereinigung Automobiltechnik zeigt industrie- und forschungspolitische Rahmenbedingungen auf, die die Technologieführerschaft der Branche auch in Zukunft sichern.

    Die deutsche Automobilindustrie definiert sich traditionell über Erfindergeist und Technologieführerschaft. Hersteller und Zulieferer der deutschen Automobilindustrie investieren von 2022 bis 2026 mehr als 220 Milliarden Euro in Elektromobilität inklusive Batterietechnik, Digitalisierung und anderer Forschungsfelder.

    Deutsche Autobauer führend in Zukunftsfeldern

    Als Konsequenz kann die Branche, auch unterstützt durch zielgerichtete Fördermaßnahmen, mehr als 50 Prozent der weltweiten Patente bei Zukunftsthemen wie dem vernetzten und automatisierten Fahren verzeichnen – und sichert sich dadurch eine internationale Vorreiterrolle.

    Die entscheidende Frage: Wie lässt sich diese Ausnahmestellung im internationalen Wettbewerb, wie lässt sich der Technologiestandort Deutschland auch in Zukunft sichern?

    Rahmenbedingungen für Technologieführerschaft

    Genau damit beschäftigt sich das neue Papier der Forschungsvereinigung Automobiltechnik e.V. (FAT). Unter dem Titel "Forschungs- und innovationspolitische Rahmenbedingungen für die nachhaltige Absicherung des Technologiestandortes Deutschland" verdeutlicht der VDA die Notwendigkeit einer effizienten, ressortübergreifenden Forschungs- und Innovationspolitik.

    Dabei ist insbesondere die Entbürokratisierung von Förderprozessen, die zukünftig durch agil gestaltete Instrumenten geprägt sein sollte, ein wesentlicher Faktor.

    Die wichtigsten Punkte im Überblick:

    • Für die transparente Darstellung von Forschungsthemen und -zielen braucht es Technologie-Roadmaps. Diese strategischen Werkzeuge des Innovationsmanagements sollten langfristig gestaltet sein und verschiedene industriepolitische Themen miteinander verbinden. Darüber hinaus sollten die Roadmaps möglichst in Zusammenarbeit von Akteurinnen und Akteuren aus der Automobilindustrie und Politik entstehen.
    • Eine überministerielle Stelle sollte eine effektive lückenlose Zusammenstellung der Fördermöglichkeiten anbieten. Dafür wird eine ressortübergreifende Abstimmung mit den beteiligten Bundesministerien nötig sein.
    • Angesichts der immer kürzer werdenden Innovationszyklen gilt es für besondere Innovationen Förderungen im Ad-hoc-Verfahren einzuführen.
    • In den Förderrichtlinien auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene müssen einheitliche transparente Evaluationskriterien implementiert werden.
    • Eine wesentliche Reduzierung des bürokratischen Aufwands von der Antragstellung bis zum Verwendungsnachweis ist wünschenswert.

    Die Umsetzung der genannten Punkte würde das Ziel der Bundesregierung, die gesamten bundesweiten F&E-Aufwendungen (Anteil der Investitionen in Forschung und Entwicklung am Gesamtinvestitionsvolumen) bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu steigern, nachhaltig unterstützen.

    Übrigens: Der F&E-Anteil der deutschen Automobilindustrie betrug bereits im Jahr 2020 über 6 Prozent des Umsatzes. Effiziente und agile forschungspolitische Rahmenbedingungen werden dazu beitragen, dass unsere Branche auch in Zukunft im globalen Vergleich für Innovation und Leistungsstärke steht.

    Passend zum Thema empfehlen wir Ihnen die "Roadmap für die Automobilität der Zukunft".

    Forschungsvereinigung Automobiltechnik

    Jakob Dotter

    Referent