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Mattes: Politik muss Automobilstandort Deutschland jetzt wetterfest machen

Berlin, 04. Dezember 2019

Transformation der Branche bringt große Herausforderungen – Konjunktureller Gegenwind – Pkw-Produktion und -Export spüren Rückgang der Auslandsmärkte – Anpassungen bei Kapazitäten und Beschäftigung – Qualifizierung für Zukunftsaufgaben sicherstellen – Deutscher Markt wächst 2019 auf rund 3,6 Mio. Pkw

Statement von Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der VDA-Jahres-Pressekonferenz am 4. Dezember 2019 in Berlin

Meine Damen und Herren,

herzlich willkommen zur VDA-Jahrespressekonferenz.

Ich werde heute über mehrere Herausforderungen sprechen, die sich gegenseitig überlagern und die die deutsche Automobilindustrie zu bewältigen hat:

  • Erstens der Rückgang der weltweiten Automobilkonjunktur – mit Auswirkungen auf Kapazitäten, Produktion, Export und Beschäftigung.
  • Zweitens große handelspolitische Unsicherheiten, siehe USA-China oder USA-Europa. Der Brexit kommt hinzu.
  • Drittens Elektromobilität und Digitalisierung. In beiden Bereichen gehen die Unternehmen enorm in Vorleistung und müssen bei rückläufigem Volumen den strukturellen Wandel gestalten.

Kurz: Ein fundamentaler Strukturwandel mit enorm hohen Investitionen – bei nachlassender Marktdynamik. In vielen Unternehmen ist die Anspannung zu spüren.

Ich konzentriere mich zunächst auf zwei Punkte:

  • Was muss getan werden, um den Industrie- und Automobilstandort Deutschland wetterfest zu machen? Welche Rahmenbedingungen sind hierfür nötig?
  • Was bedeutet die Transformation für die Automobilindustrie und die Beschäftigung?

Die wirtschaftlichen Spielräume werden enger, die Unternehmen packen die Aufgaben an: Hersteller und Zulieferer passen Kapazitäten an, steigern die Effizienz, bereinigen ihr Produktportfolio, verbessern ihre Kostenstrukturen. Das umfasst auch in einigen Unternehmen mittelfristig die Beschäftigung.

Dass die Zahl der Beschäftigten in der deutschen Automobilindustrie in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres bei 835.300 Mitarbeitern (+0,3 Prozent) stabil war, sollte nicht fehlinterpretiert werden: Der Zuwachs bei den Beschäftigten im ersten Halbjahr ist in den letzten Monaten wieder abgeschmolzen.

Die Auslastung geht zurück, beim Personal werden befristete Arbeitsverträge nicht verlängert, das Instrument Kurzarbeit wird wieder eingesetzt. Wir müssen damit rechnen, dass die Zahl der Mitarbeiter in den Stammbelegschaften geringer wird. Wir rechnen für 2019 bereits mit einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr (834.000 Beschäftigte), in 2020 wird dieser Trend ausgeprägter sein.

Elektro-Modelloffensive in vollem Gange

Neben der Kapazitätsanpassung verfolgt die deutsche Automobilindustrie ihre Innovationsstrategie: Die Elektro-Modelloffensive der deutschen Hersteller ist in vollem Gange. Bis 2023 werden unsere Unternehmen ihr E-Angebot von heute etwa 50 auf über 150 Modelle verdreifachen. Bis 2024 investieren unsere Unternehmen 50 Mrd. Euro in Elektromobilität – hinzu kommen weitere 25 Mrd. Euro Investment in Digitalisierung.

Die Nachfrage ist da. Die E-Neuzulassungen stiegen im bisherigen Jahresverlauf (Jan.-Okt.) um 55 Prozent auf über 86.000 Fahrzeuge. Im Oktober haben sie sich mit knapp 12.000 Einheiten mehr als verdoppelt (+121 Prozent). Unser E-Marktanteil in Deutschland ist im Oktober auf 75 Prozent gestiegen (Vorjahresmonat: 61 Prozent).

Industriestandort Deutschland wetterfest machen

Angesichts dieser Gesamtlage ist die Politik mehr denn je gefordert. Jetzt muss es darum gehen, die Rahmenbedingungen am Industriestandort Deutschland zu verbessern! Dafür brauchen wir gerade jetzt eine stabile, handlungsfähige Regierung.

Vier Bereiche sind besonders wichtig:

Erstens ist eine Reform der Unternehmensbesteuerung notwendig. Kapitalgesellschaften in Deutschland haben derzeit eine Ertragssteuerbelastung von 31,7 Prozent. Das ist deutlich höher als der OECD-Durchschnitt (2018: 24,7 Prozent). International ist ein Trend zur Senkung der Gewinnsteuersätze zu erkennen: in Frankreich, Italien, Belgien, in den USA – nur nicht bei uns.

Steuerpolitik muss wieder Standortpolitik werden. Dieses Land kann sich nicht dem globalen Standortwettbewerb entziehen. Die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung ab 2020 allein reicht nicht, zudem ist das Volumen recht überschaubar. Wir sind außerdem für eine Abschaffung des Solidaritätszuschlags – für alle. Ein klarer Zeitplan für die Soli-Komplettabschaffung ist mehr als überfällig.

Zweitens Energieabgaben: Die Strompreise (inklusive aller Abgaben und Steuern) für die Industrie sind im europäischen Vergleich hoch, gegenüber den USA noch höher. 52 Prozent des Strompreises sind Steuern, Abgaben und Umlagen, lediglich 48 Prozent entfallen auf Strombeschaffung, Netzentgelte und Vertrieb. Größter Brocken dabei ist die EEG-Umlage, die 96 Prozent der Industrieunternehmen in voller Höhe bezahlen müssen – darunter sehr viele Unternehmen der Automobilindustrie. Im europäischen Vergleich ist das ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Übrigens auch für die Elektromobilität!

Drittens: Deutschland weist im internationalen Vergleich die höchsten Arbeitskosten in der Automobilindustrie auf (2018: 54 Euro/Stunde). Der Abstand zum zweitplatzierten Schweden hat sich weiter vergrößert.

Viertens: Für uns sind stabile Handelsbeziehungen und Abbau von Handelshemmnissen von zentraler Bedeutung. Eine Aufgabe vor allem für die EU. Aber auch die Bundesregierung ist gefordert. Für die Vorteile freien Welthandels müssen wir gemeinsam werben.

Die von Bundeswirtschaftsminister Altmaier vor wenigen Tagen vorgelegte Nationale Industriestrategie spricht das an. Sie betont ebenfalls und zu Recht u. a. die Senkung der Unternehmensteuer und der Abgaben und Steuern auf den Strompreis. Diesen stärkeren Fokus auf die Rahmenbedingungen für erfolgreiches Wirtschaften am Standort Deutschland bewerten wir positiv – positiver jedenfalls als die diversen Eingriffsbefugnisse, die der Wirtschaftsminister ins Auge fasst.

Entscheidend ist aber jetzt, dass die Politik bei der Verbesserung der Rahmenbedingungen von der Ankündigung zur Umsetzung kommt, mit klaren Zielvorgaben und Zeithorizonten. Wir sind dazu in einem engen Dialog.

Pkw-Weltmarkt unter Druck

Damit komme ich zum Markt. Der Blick auf die Entwicklung der großen Volkswirtschaften zeigt: Im Jahr 2019 schwächt sich das Wachstum in den USA, China und Europa ab. Die Prognosen für 2020 sind noch einmal verhaltener. All das wirkt sich auf die internationalen Pkw-Märkte aus. Sie befinden sich in schwieriger Lage.

Wir rechnen für das Gesamtjahr 2019 mit einem Weltmarkt von 80,1 Mio. Pkw. Dieser Rückgang um 4,1 Mio. Pkw (-5 Prozent) ist größer als während der Finanz- und Wirtschaftskrise vor zehn Jahren.

  • Hauptursache: Der chinesische Markt, der 2019 mit 20,9 Mio. Pkw um 10 Prozent unter Vorjahr (23,3 Mio.) liegen wird.

Auch in anderen großen Märkten fehlen Wachstumsimpulse:

  • Der US-Light-Vehicle-Markt (2018: 17,2 Mio.) geht auf 16,9 Mio. zurück (-2 Prozent)
  • Europa (EU28 & EFTA) verharrt 2019 mit 15,6 Mio. Pkw auf Vorjahresniveau.

Konjunkturell haben wir, nach langer Wachstumsphase, Gegenwind. Zulieferer, die alle Hersteller als Kunden haben, spüren diesen noch heftiger.

Zwar konnten die deutschen Automobilhersteller im bisherigen Jahresverlauf (Jan-Sept. 2019) ihre Marktanteile in Westeuropa, USA, Russland, Mexiko und Brasilien jeweils leicht steigern, in China sogar um 2,4 Prozentpunkte auf 24,5 Prozent. Das ist ein starker Beweis unserer Wettbewerbsfähigkeit, kann aber die Effekte der Marktrückgänge nicht kompensieren.

China, USA und Europa schwächer

Aus den konjunkturellen und strukturellen Herausforderungen, die durch Handelskonflikte noch verschärft werden, leitet sich für die deutsche Automobilindustrie ein extrem anspruchsvolles Zieldreieck ab:

  • Hersteller wie Zulieferer wollen technologisch weiter in der Pole Position sein.
  • Sie wollen ihren Beitrag zu nachhaltiger individueller Mobilität und Klimaschutz leisten.
  • Sie müssen auf allen relevanten Märkten wirtschaftlich erfolgreich sein. Nur so behalten sie ihre Innovationsstärke und können weiter wachsen.

Zur Erreichung des Zieldreiecks muss alles passen – auf Seite der Unternehmen, der Märkte und der Politik.

Was erwarten wir für das kommende Jahr?

  • In China geht es weiter zurück, doch werden die Minusraten (-2 Prozent auf 20,5 Mio. Pkw) geringer.
  • Der US-Markt wird ein Volumen von 16,5 Mio. Light Vehicles erreichen (-3 Prozent).
  • In Europa wirft unter anderem die CO2-Regulierung ihre Schatten voraus: Für 2020 rechnen wir mit 15,3 Mio. Pkw (-2 Prozent).

Zusammengefasst: Sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr fehlen Wachstumsimpulse in großen Märkten.

Nach unseren Prognosen wird der Pkw-Weltmarkt daher 2020 78,9 Mio. Einheiten erreichen (-1 Prozent) und damit leicht über dem Niveau von 2015 liegen (78,2 Mio. Pkw).

Der Weg wird also steil, steinig und beschwerlich. Darauf richten wir uns ein. Der Wettbewerb wird härter, der Gegenwind rauer.

Deutscher Pkw-Markt wächst 2019 auf rund 3,6 Mio. Neuzulassungen

Das Bild des deutschen Pkw-Marktes ist etwas freundlicher als Europa insgesamt. Im Gesamtjahr 2019 wird der Inlandsmarkt um 4 Prozent auf 3,57 Mio. Pkw-Neuzulassungen steigen – das ist Höchststand in diesem Jahrzehnt.

Doch wachsen auch hier die Bäume nicht in den Himmel. 2020 werden es 3,43 Mio. Pkw-Neuzulassungen sein (-4 Prozent). Allerdings ist auch diese Prognose mit großen Unsicherheiten behaftet.

Pkw-Produktion und -Export spüren Rückgang der Auslandsmärkte

Drei von vier Autos, die wir in Deutschland produzieren, gehen in den Export. Das heißt: Der robuste Inlandsmarkt kann die Schwäche der Auslandsmärkte nicht kompensieren. Wir rechnen 2019 mit einem Export von 3,5 Mio. Pkw (-12 Prozent). Die Inlandsproduktion wird 2019 mit 4,7 Mio. Pkw um 8 Prozent geringer sein als im Vorjahr (5,1 Mio.).

Der Zwei-Jahres-Vergleich zeigt die Entwicklung deutlicher: Im Zeitraum 2017 bis 2019 geht die Pkw-Inlandsproduktion um fast 17 Prozent oder 935.000 Einheiten zurück - von gut 5,6 Mio. auf 4,7 Mio. Fahrzeugen.

Ähnlich sieht es beim Export aus: Gegenüber 2017 verringert sich die Ausfuhr 2019 um 864.000 Einheiten - von knapp 4,4 Mio. auf 3,5 Mio. Ein Rückgang um 20 Prozent. Entsprechend ist die Kapazitätsauslastung derzeit nicht zufriedenstellend, die Auswirkungen sehen wir bei Herstellern und Zulieferern.

Was kommt 2020?

Wenn es gut läuft, werden wir das Niveau von 2019 bei Pkw-Export und -Produktion haben. Das gilt allerdings unter der Voraussetzung, dass die Weltwirtschaft auf Kurs bleibt.

An ausländischen Produktionsstandorten gibt es 2019 mit 11,2 Mio. Einheiten keinen Rückgang. Ähnliches erwarten wir für 2020.

Die weltweite Pkw-Produktion der deutschen Konzernmarken wird sich damit 2019 und 2020 um die 16-Mio-Marke bewegen (2018: 16,3 Mio.).

Schwere Nutzfahrzeug-Märkte im zyklischen Konjunkturabschwung

Bei den schweren Nutzfahrzeugen stellen wir uns nach guten Zulassungszahlen in diesem Jahr auf einen breit angelegten zyklischen Abschwung ein, der konjunkturell bedingt ist, nicht strukturell.

Der westeuropäische Markt für schwere Nutzfahrzeuge (über 6t) wird zwar 2019 mit 297.000 Einheiten Vorjahresniveau erreichen, doch 2020 rechnen wir mit einem Rückgang um 15 Prozent.

Für Deutschland gehen wir – nach einem Plus von 2 Prozent auf 90.000 Einheiten in 2019 – für das kommende Jahr von einem Rückgang um 12 Prozent auf 79.000 Fahrzeuge aus.

Der US-Markt für schwere Lkw steigt 2019 um 7 Prozent auf 520.000 Fahrzeuge – und überschreitet damit zum ersten Mal seit 20006 wieder die 500.000er-Marke. Allerdings wird für 2020 ein Rückgang um 16 Prozent erwartet.

Der chinesische Nutzfahrzeugmarkt ist bereits in diesem Jahr rückläufig
(-6 Prozent auf 1,25 Mio. Einheiten), für 2020 rechnen wir mit einem erneuten Minus (-5 Prozent auf 1,18 Mio.).

Den zyklischen Abschwung spüren auch die Anhänger- und Aufbautenhersteller, insbesondere im Geschäft mit Sattelanhängern.

Deutlich positiver ist die Lage auf dem westeuropäischen Transportermarkt – dank des weiter anhaltenden Booms im Online- und Versandhandel.

Hier erwarten wir für 2019 erstmals seit 2007 wieder ein Niveau von mehr als 2 Mio. Einheiten (+2 Prozent), und im kommenden Jahr eine stabile Entwicklung.

CO2-Regulierung, Elektromobilität und Strukturwandel

Politik, Industrie und Gewerkschaften haben in der Konzertierten Aktion Mobilität gemeinsam wesentliche Schritte zum Hochlauf der Elektromobilität vereinbart. Jetzt geht es um konkrete, rasche Umsetzung.

Wir arbeiten in der Konzertierten Aktion auch intensiv daran, die Qualifizierung von Mitarbeitern für Zukunftsaufgaben sicherzustellen und andererseits die Beschäftigungseffekte möglichst sozialverträglich zu gestalten.

Erreichung der Klimaziele, Bewältigung des Strukturwandels, Qualifizierung – all das sind gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Nachhaltige individuelle Mobilität können Unternehmen nicht allein. Alle Akteure müssen zielorientiert vorgehen.

Zur Umsetzung gehört der schnelle Ausbau der Ladeinfrastruktur, auch für E-Nutzfahrzeuge und Schwerlastverkehr. Die Ideen liegen auf dem Tisch. Je früher gehandelt wird, desto besser.

Dabei behalten wir andere Technologieoptionen im Blick, etwa Wasserstoff und E-Fuels. Sie werden gebraucht, um klimaneutrale Mobilität im Jahr 2050 zu erreichen.

Das EU–Ziel von minus 37,5 Prozent für Pkw bis 2030 ist das strengste der Welt. Mindestens ebenso anspruchsvoll sind die CO2-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge (-30 Prozent), die Unternehmen sind auch hier enorm gefordert. Wir hätten uns andere, volkswirtschaftlich sinnvollere Ziele gewünscht. Doch jetzt schauen wir nicht zurück, sondern richten uns darauf aus.

Ganz wichtig: Unsere Unternehmen brauchen langfristige Planungssicherheit. Was sie nicht brauchen, ist erneutes „Draufsatteln“, Stichwort „European Green Deal“. Schon 40 Prozent Reduktion bis 2030 sind hoch anspruchsvoll. Jetzt eine weitere Erhöhung ins Auge zu fassen, ist grob fahrlässig. Brüssel darf nicht durch noch härtere EU-Klimaziele die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Europa gefährden. Die bestehenden 2030-Ziele benötigen vielmehr begleitend eine kluge Industriepolitik.

Rascher Ausbau der Ladeinfrastruktur notwendig

Parallel zur Modelloffensive muss der rasche Aufbau der Ladeinfrastruktur erfolgen.  Die heute vorhandenen gut 20.000 öffentliche Ladepunkte reichen nicht. Erforderlich bis 2030 sind 1 Mio. öffentliche Ladepunkte, zusätzlich 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Mio. private Ladepunkte. Da sind alle Akteure gefragt. Nur mit einer gemeinsamen energischen Anstrengung von Automobilindustrie, Stromwirtschaft, Kommunen, aber auch innovativer Startups sind diese Aufgaben zu schaffen.

Die deutsche Automobilindustrie selbst investiert massiv in die Ladeinfrastruktur an ihren Standorten. Bis 2030 werden 100.000 Ladepunkte angestrebt.

Überdies baut die Automobilindustrie mit Ionity zügig ein Schnelladenetz entlang der Hauptverkehrsstrecken auf – bis Ende 2020 werden es rund 100 Ladestandorte in Deutschland sein.

Wir brauchen aber auch die Öffentliche Hand sowie die Energiewirtschaft beim Aufbau der Ladeinfrastruktur. Und: Rechtliche Hemmnisse müssen abgebaut werden, zum Beispiel notwendige Anpassungen im Miet- und Wohneigentumsrecht.

Starke Marke „IAA“ - IAA der Zukunft mit „Smart City“

Dies ist meine letzte Jahrespressekonferenz als VDA-Präsident.

Was haben wir erreicht?

Besonders hervorheben will ich unsere Arbeit für die IAA der Zukunft. Gleich zu Beginn meiner Amtszeit habe ich den Auftrag für ein neues IAA-Konzept erteilt. Zur IAA 2019 habe ich Kritikern und Bürgern ein Dialogangebot gemacht, das erfolgreich umgesetzt wurde.  Dieser Dialog mit allen interessierten Bürgern über die Mobilität der Zukunft wird fortgeführt. Ich bin davon überzeugt: Es ist besser, miteinander zu reden als übereinander.

Mehrere Städte haben ihr Interesse daran bekundet, IAA-Standort 2021 zu werden. Das zeigt die Stärke der „Marke IAA“. Es wird ein spannendes Rennen. Ich bin davon überzeugt: Die IAA zu öffnen, die Mobilität der Zukunft aus dem Messegelände heraus in die Stadt und zum Bürger zu bringen, ist der richtige Weg - zusammen mit einer Stadt, die sich gemeinsam mit uns zu einer Mobilitätsstadt der Zukunft, zur „Smart City“, entwickeln will.

Erfolgsbilanz: VDA erarbeitete gemeinsame Positionen zu allen wichtigen Themen

Darüber hinaus hat der VDA unter meiner Führung zu allen wesentlichen Themen gemeinsame Positionen erarbeitet und diese innerhalb des Vorstands zum Beschluss geführt:

Das gilt für

  • die CO2-Bepreisung
  • den Aufbau der Ladeinfrastruktur
  • die Elektromobilität mit dem Schwerpunkt auf BEV und PHEV, um die strammen CO2-Ziele 2030 zu erreichen, ohne andere Optionen auszuschließen
  • die Konzertierte Aktion Mobilität, bei der wir bereits in der zweiten Sitzung die konkrete Umsetzung vereinbart haben
  • die konstruktive Arbeit in der „Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität“, die weit über tagesaktuelle Fragen hinausgeht
  • Standardisierung und Normung, bei denen große Fortschritte erzielt wurden, auch mit US-Behörden
  • unseren Beitrag, dass US-Präsident Trump höhere Autozölle bislang nicht, wie ursprünglich angedroht, verhängt hat. Ich selbst habe dazu mit US-Handelsminister Wilbur Ross in Washington gesprochen
  • Mit der „Mission 2030“ beschreiben wir nicht nur die langfristige Zukunft der Automobilindustrie, sondern definieren auch die Ziele
  • Innerhalb der VDA-Geschäftsstelle haben wir die Organisation gestrafft und auf Kernthemen der Wertschöpfungskette fokussiert. Elektromobilität und Digitalisierung wurden in die Abteilung Technik integriert – und stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Eine abschließende Bemerkung in eigener Sache: Ich habe in den vergangenen rund 40 Jahren mit all meinem Engagement, mit Liebe und Leidenschaft für diese Automobilindustrie gearbeitet – zunächst für große Hersteller, später für den Verband

Die Begeisterung für diese spannendste Branche der Welt speist sich aus meiner tiefen Überzeugung, dass das Automobil, dass nachhaltige individuelle Mobilität für die Menschen – weltweit – ein sehr hohes Gut ist, für das es sich zu kämpfen lohnt. Nicht nur mit Blick auf die Ereignisse vor 30 Jahren hier in Berlin sage ich: Freiheit ist Mobilität – und Mobilität ist Freiheit.

 

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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