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Mattes: Ausbau des Ladesäulennetzes schnell und koordiniert vorantreiben

Berlin, 06. Dezember 2019

VDA-Präsident: Kommunen beim Ausbau besonders gefordert - Einsetzung von Elektromobilitätsmanagern sinnvoll – Automobil-industrie unterstützt „Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur“

Nach der Ankündigung von Bundeskanzlerin Angela Merkel und der Ministerpräsidenten appelliert der Verband der Automobilindustrie (VDA) an die Politik, den Ausbau nun schnell und koordiniert voranzutreiben und zeitnah eine Gesamtplanung vorzulegen. „Dafür müssen Bund, Länder und Kommunen klare Ziele definieren und rechtliche Hürden abbauen“, forderte VDA-Präsident Bernhard Mattes.

„Die Kommunen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie müssen in dem Prozess zum Ausbau der Ladesäulen in ihrer Verantwortung gestärkt werden. Außerdem sollten sie mit anderen öffentlichen Planungsträgern Unterstützung und klare Orientierungsmarken für das Errichten von Ladesäulen-Netzen bekommen“, sagte Mattes. Die Bundesregierung sei gefordert, den Ausbau ressortübergreifend abzustimmen sowie für Umsetzungsmonitoring und Statusinformationen zu sorgen.

„Um die Zahl der Ladepunkte möglichst schnell zu steigern, ist die Einsetzung von Elektromobilitätsmanagern in den Kommunen ein wichtiger Baustein. Sie können vor Ort anhand formulierter Ziele die konkrete Planung für den Ausbau der Ladeinfrastruktur aufstellen und für ein optimales Zusammenspiel der verschiedenen Akteure sorgen“, schlägt der VDA-Präsident vor.

Nötig sei ein regelmäßiges Monitoring der Umsetzung aller Auf- und Ausbaupläne sowie ein transparentes, bürgernahes Verfahren. „Nur wenn die Bürger vor Ort kontinuierlich über den jeweiligen Status informiert werden, steigen Akzeptanz und Vertrauen in die Elektromobilität in der Bevölkerung“, erklärte Mattes. Außerdem müssten die rechtlichen Hürden abgebaut werden, vor allem im Miet- und Wohnungseigentumsrecht.

Aktuell gibt es keine übergreifende Koordinierung des Infrastrukturaufbaus durch Bund, Länder oder Kommunen. Das hat zur Folge, dass bisher wenig konkrete Gesamtziele und Pflichten formuliert wurden und der Aufbau fragmentiert und regional unterschiedlich erfolgt.

Die von der Bundesregierung geplante „Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur“ sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: „Allerdings nur dann, wenn diese Leitstelle Biss hat, also sicherstellt, dass die erforderliche flächendeckende Ladeinfrastruktur verlässlich aufgebaut und betrieben wird“, so Mattes.

Für die koordinierte Umsetzung des Ausbaus will das Bundesverkehrsministerium noch in diesem Jahr diese Leitstelle einrichten. Sie soll die entsprechenden Bundes- und Landes-Aktivitäten koordinieren und die Kommunen bei der Planung und Umsetzung unterstützen. Die Automobilindustrie hat sich ihrerseits verpflichtet, bis Ende 2022 15.000 Ladepunkte auf betrieblichen Parkflächen und dem angeschlossenen Handel zu errichten. Diese Zahl soll bis 2030 auf 100.000 anwachsen.

Die Automobilindustrie ist bereit, die Leitstelle auch durch Entsendung technischer Experten aktiv zu unterstützen.

Die deutsche Automobilindustrie bekennt sich zu den Klimazielen von Paris. Sie unterliegt mit den EU–Flottenzielen für 2021 und 2030 den weltweit strengsten Reduktionsvorgaben für CO2-Emissionen, die nur durch einen schnellen Hochlauf der Elektromobilität erreicht werden können. Grundlage dafür ist der Aufbau einer flächendeckenden und vorauseilenden Ladeinfrastruktur.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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