Umstieg auf Elektromobilität muss durch Qualifizierung und Weiterbildung begleitet werden

Berlin, 13. Januar 2020

Automobilindustrie investiert massiv in alternative Antriebe – Wandel muss gesamtgesellschaftlich begleitet werden

Die deutsche Automobilindustrie arbeitet intensiv daran, die Wende zur Elektromobilität erfolgreich zu gestalten – in enger Abstimmung mit Politik und Gewerkschaft. Diesen Wandel zu begleiten, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. „Der Zwischenbericht der Arbeitsgruppe 4 der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) enthält dazu viele wertvolle Anregungen“, sagte VDA-Geschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel.

„Die Mobilität der Zukunft bedeutet für Unternehmen und viele Arbeitnehmer tiefgreifende Veränderungen“, so Scheel. Klar sei, dass der Umstieg auf die Elektromobilität Anpassungen erfordern und zu einem Rückgang der Beschäftigung am Standort Deutschland führen werde.

„Es ist die gemeinsame Verantwortung von Industrie, Gewerkschaften und Politik, durch geeignete Maßnahmen Qualifizierung zu fördern und den Wandel gemeinsam zu gestalten, damit negative Arbeitsplatzeffekte möglichst geringgehalten werden können. Qualifizierung und Weiterbildung sind für den erfolgreichen Transformationsprozess von zentraler Bedeutung“, sagte der VDA-Geschäftsführer.

Vor diesem Hintergrund sei zu prüfen, ob die Instrumente des Qualifizierungschancengesetzes und des Kurzarbeitergeldes angepasst werden müssen. „Jetzt muss es darum gehen, den Wandel gemeinsam zu gestalten“, so Scheel.

Die Beschäftigungsperspektiven der IAB-Studie im NPM-Zwischenbericht gehen in einem Extremszenario auf Basis eines Top-Down-Ansatzes und älterer Daten zur Importquote von einem unrealistischen Ansatz aus, wonach bis zum Jahr 2030 410.000 Stellen in der gesamten Volkswirtschaft wegfallen könnten. Bereits heute gibt es, so Scheel, mehrere Produktionsstandorte für Elektroautos in Deutschland, weitere nehmen die Fertigung in Kürze auf. Ähnliches gilt für Batteriestandorte im Inland. „Unsere Hersteller werden bis 2023 ihr Angebot bei elektrifizierten Fahrzeugen auf über 150 E-Modelle verdreifachen. In alternative Antriebe und dabei vor allem in die Elektromobilität investieren die deutschen Hersteller und Zulieferer bis 2024 rund 50 Mrd. Euro“, unterstrich Scheel.

Für realistischer hält der VDA die ebenfalls im Zwischenbericht erwähnte ELAB-Studie, die auf Basis eines Bottom-Up-Ansatzes die Aussage enthält, dass der Umstieg von Verbrenner- auf Elektroautos im Bereich des Antriebsstrangs mit einem Abbau von 79.000 bis 88.000 Stellen im Jahr 2030 verbunden sein könnte.

 

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

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