Pressemeldungen

VDA zur Änderung der Achsklassensystematik der Lkw-Maut

Berlin, 27. Februar 2015

Der Bundestag hat das Dritte Gesetz zur Änderung des Bundesfernstraßenmautgesetzes in erster Lesung behandelt. Dazu erklärt Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA):

„Die Ausweitung der Maut belastet die deutschen Transportunternehmen, insbesondere den Mittelstand. Trotz der Absenkung der Mautsätze zu Jahresbeginn führen die Maßnahmen zu einer Mehrbelastung des Straßengüterverkehrs von mehreren 100 Millionen Euro in dieser Legislaturperiode. Daher ist es zu begrüßen, dass der Bundestag nun zumindest in der Ausgestaltung des Gesetzes einige Schwachstellen beheben will.

Im Gesetzentwurf ist vorgesehen, dass künftig nicht mehr zwei, sondern vier Achsklassen gelten sollen. Je weniger Achsen ein Fahrzeug hat, desto günstiger sind seine Mautgebühren. Diese Regelung ist kontraproduktiv, denn sie schafft Anreize, Fahrzeuge mit möglichst wenigen Achsen einzusetzen. Der Verzicht auf eine Achse bei gleichem Gesamtgewicht erhöht die Achslast. Damit steigen die Straßenbeanspruchung und der Straßenverschleiß. Die Anreize würden auch zu einer Entwertung der Fahrzeugbestände führen. Sattelzüge haben in der Regel fünf Achsen: Zugmaschine plus Drei-Achs-Trailer. Die Wiederverkaufswerte dieser Trailer würden leiden, wenn künftig vor allem Auflieger mit zwei Achsen nachgefragt werden. Nach unseren Schätzungen könnte dieser Wertverlust leicht einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen. Eine Überarbeitung der Achsklassensystematik ist daher dringend geboten.

Problematisch ist darüber hinaus, dass die Gewichtsgrenze auch für Fahrzeugkombinationen von 7,5 t und nicht nur für Zugfahrzeuge gelten soll. Denn dadurch werden auch Fahrzeuge mit weniger Gesamtgewicht mautpflichtig, sobald sie mit einem Anhänger kombiniert werden und dadurch schwerer als 7,5 t sind. Für Betriebe, die nur gelegentlich einen Anhänger nutzen, wäre das mit erheblichem bürokratischem Aufwand verbunden. Zudem würden verstärkt auch Fahrzeugsegmente, z. B. im Bereich des Handwerks, erfasst. Solche Belastungen sollten vermieden werden.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
Nach oben springen