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Wissmann: Automobillogistik setzt Maßstäbe für Logistiker weltweit

Berlin, 03. Februar 2015

Forum Automobillogistik / Lkw-Maut-Ausweitung belastet Mittelstand

Automobilproduktion und Automobillogistik gewinnen für Deutschland weiter an Bedeutung. Deutschland ist das einzige große Automobilland in Europa, das seine Automobilproduktion in den vergangenen zehn Jahren am Standort weiter steigern konnte – auf 5,6 Millionen Pkw im Jahr 2014. Auch der Export legte zu, auf 4,3 Millionen. „Dieser Erfolg fußt auch auf einer hervorragenden Logistikleistung der Automobilindustrie. Unsere hohe Exportquote erfordert reibungslos funktionierende, hochkomplexe Logistikketten. Die Logistiker unserer Industrie setzen weltweit Maßstäbe für Produktionslogistik“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem Forum Automobillogistik in Leipzig. Neben der Inlandsproduktion baue die deutsche Automobilindustrie die Fertigung an ihren Standorten im Ausland weiter aus und habe dort 2014 gut über 9 Millionen Pkw erreicht. Wissmann: „Die fortschreitende Globalisierung der Produktion lässt die Logistikketten immer länger und komplexer werden. Die deutsche Automobilindustrie ist auf den internationalen Märkten auch deshalb so erfolgreich, weil sie die globale Komplexität der Produktion mit ausgeklügelter Logistik beherrscht.“

Die Automobillogistik stehe nun vor der Herausforderung, Logistikprozesse mit der Informationstechnologie noch fester zu verknüpfen. Mit „Industrie 4.0“ werden Produkte selbst zur Informationsquelle. „Die Automobilindustrie gehört zu den Schrittmachern der Entwicklung. Ladungsträger, Maschinen oder Anlagen werden im Internet der Dinge vernetzt. Dazu kommen intelligente, oftmals sogar selbst steuernde Prozesse“, erläuterte Wissmann. „Heute stehen wir vor der Aufgabe, diese Prozesse weiter auszudehnen und unternehmensübergreifend zu kommunizieren, um die feinmaschigen Logistik-Netzwerke auch tatsächlich zu beherrschen“, sagte der VDA-Präsident weiter. Um alle Möglichkeiten der vernetzten Logistik zu nutzen, müssten die beteiligten Partner optimal in die Lieferkette integriert werden. Dazu zählten neben den Herstellern und Zulieferern auch die Logistikdienstleister.

„Unsere Unternehmen arbeiten jeden Tag daran, Transport und Logistik noch effizienter zu gestalten. Sie sind dafür insbesondere auf eine intakte Verkehrsinfrastruktur angewiesen. Diese ist ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland und unserer Logistikbranche“, sagte Wissmann. Er begrüßte, dass die große Koalition in dieser Legislaturperiode insgesamt 5 Milliarden Euro zusätzlich in die Verkehrsinfrastruktur investiere. Doch darüber hinaus bedürfe es einer Prioritätensetzung bei Investitionen für Wachstum und Beschäftigung in den öffentlichen Haushalten. Kritisch merkte Wissmann an: „Stattdessen setzt die Bundesregierung auf zusätzliche Einnahmen und weitet die Lkw-Maut aus. Die Änderungen treffen vor allem deutsche Transportunternehmen, insbesondere den Mittelstand. Manche sagen: Das ist doch nur ein Ausgleich für die sinkenden Mautsätze 2015. Das ist es nicht. Die erwarteten Einnahmen sind höher als die Einbußen. Die Ausweitung der Lkw-Maut führt also mittelfristig zu einer echten Mehrbelastung der Transportbranche und der Wirtschaft insgesamt.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

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