Pressemeldungen

Vernetztes und automatisiertes Fahren sowie Elektromobilität sind die Innovationstreiber der Automobilindustrie

Filderstadt, 19. März 2015

17. Technischer Kongress in Filderstadt – Gemeinsame Pressekonferenz von VDA und Bosch

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz anlässlich des 17. Technischen Kongresses des VDA haben Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), und Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH sowie VDA-Vorstandsmitglied, auf die großen Chancen hingewiesen, die mit der Elektromobilität sowie dem Vernetzten und Automatisierten Fahren verbunden sind.

VDA-Präsident Matthias Wissmann: „Mit dem automatisierten Fahren sowie der Vernetzung der Fahrzeuge kommen wir dem Ziel des unfallfreien Fahrens ein gutes Stück näher. 90 Prozent der Unfälle entstehen durch menschliches Fehlverhalten. Assistenzsysteme können diese Ursachen stark reduzieren und viele Unfälle sogar ganz vermeiden. Das vernetzte und automatisierte Fahren bringt also vor allem mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Außerdem macht es Mobilität auch effizienter. Intelligente Verkehrssteuerung ist ein wesentlicher Stellhebel, um das steigende Verkehrsaufkommen zu bewältigen und Staus zu vermeiden.

Die Einführung des automatisierten Fahrens wird Schritt für Schritt erfolgen: vom assistierten Fahren über teil- und hochautomatisiertes Fahren bis zum vollautomatisierten Fahren. Die technische Entwicklung geht hier mit großen Schritten voran. Doch auch die rechtlichen Vorgaben müssen stimmen. Hier ist die Politik gefordert, um parallel zum technischen Fortschritt den rechtlichen Rahmen auszubauen. Wir brauchen Vorgaben für die digitale Infrastruktur sowie für die Nutzung und den Austausch von Daten.

Ebenso benötigen wir Teststrecken für vernetzte Fahrzeuge. Der Austausch von Informationen zwischen Fahrzeugen, Infrastruktur und anderen Quellen muss in der Realität auf der Straße getestet werden. Die Bundesregierung arbeitet daran, einen bundesweit einheitlichen Rechtsrahmen für die Erprobung des vernetzten Fahrens im realen Verkehr schaffen. Der Bundesverkehrsminister hat bereits Vorschläge für eine erste solche Teststrecke gemacht. Das sind wichtige Schritte, die wir begrüßen.

Wir brauchen für die neue Technik allerdings auch einen rechtssicheren Rahmen im europäischen und globalen Zusammenhang. Notwendig ist der Schulterschluss zwischen nationaler und internationaler Politik. Dazu sind wir in intensiven Gesprächen mit den Bundesbehörden und der EU-Kommission.

Die deutsche Automobilindustrie investiert weltweit fast 30 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung – pro Jahr. Der größte Teil davon entfällt auf Deutschland. Unsere Branche leistet damit rund ein Drittel der gesamten industriellen Forschungsinvestitionen in Deutschland. Und in den kommenden drei bis vier Jahren wollen die deutschen Hersteller und Zulieferer 16 bis 18 Mrd. Euro allein in die Forschung zum vernetzten und automatisierten Fahren investieren.

Seit 1995 ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß von in der EU neu zugelassenen Pkw um ein Drittel zurückgegangen. Diese CO2-Reduktionserfolge wurden vor allem durch die Optimierung der klassischen Antriebe – Benziner und Clean Diesel – erreicht sowie durch konsequenten Leichtbau. Doch die Potenziale in diesem Bereich sind langsam ausgeschöpft. Jedes weitere Gramm CO2, das wir einsparen, ist mit exponentiell steigenden Kosten verbunden. Wir nähern uns dem Punkt, an dem wir an die wirtschaftlich-physikalischen Grenzen stoßen. Denn: Technologischer Fortschritt muss auch für den Neuwagenkäufer bezahlbar sein – heute und morgen! Sonst klaffen Angebot und Nachfrage auseinander. Es ist daher wenig sinnvoll, Klimaschutz auch künftig nur an den Emissionswerten der Neufahrzeuge zu bemessen.

Auf der Angebotsseite kommt die deutsche Automobilindustrie ihrer Bringschuld nach. Beispiel Elektromobilität: Bis Ende dieses Jahres bringen unsere Hersteller insgesamt 29 Serienmodelle mit E-Antrieb auf die Straße, 2014 waren es bereits 17. Im internationalen Vergleich der Anbieter von Elektrofahrzeugen steht Deutschland beim Gesamtsystem Elektromobilität damit an der Spitze.

Noch ist das absolute Marktvolumen überschaubar, doch der Markt weist hohe Zuwachsraten auf. Im vergangenen Jahr wurden über 13.100 Elektro-Pkw zugelassen, rein batterieelektrisch oder mit Plug-in-Hybrid. Das ist eine Steigerung von 70 Prozent. Damit die Elektromobilität aber richtig Fahrt aufnimmt, muss die Politik handeln. Das Elektromobilitätsgesetz ist ein erster richtiger Schritt, nun müssen weitere Maßnahmen rasch folgen. Wir brauchen eine kluge Politik, die Anreize setzt und stimuliert. Ein Instrument könnte die 50-Prozent-Abschreibung im ersten Jahr auf gewerbliche Elektrofahrzeuge sein. Diesen Vorschlag hat die Nationale Plattform Elektromobilität gemacht. Wir unterstützen diesen Ansatz, weil er einen Schub bei den Firmenflotten auslösen kann.“

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH: „Dem Auto steht die beste Zeit noch bevor: Die Anbindung ans Internet macht Fahrzeuge sicherer, bringt mehr Fahrspaß und senkt den Kraftstoffverbrauch. Vernetzung macht das Auto effizienter.“

Als Beispiel dafür nannte der Bosch-Chef den vernetzten elektronischen Horizont: „Diese Bosch-Technologie liefert künftig wichtige Verkehrsinformationen zu Wanderbaustellen, Staus und Unfällen in Echtzeit. Auf dieser Basis lassen sich bestehende Funktionen wie Start-Stopp-Segeln weiter verbessern. Zugleich können Plug-in-Hybride damit eine prädiktive Betriebsstrategie umsetzen. Solche Technologien senken die CO2-Emissionen um einen zweistelligen Prozentwert. Diese effizienzsteigernden Maßnahmen sollten von der EU als Öko-Innovation anerkannt werden.

Die Verbrauchsvorteile durch Start-Stopp-Segeln und eine optimale Betriebsstrategie wirken sich vor allem im realen Straßenverkehr aus. Im aktuellen Verbrauchsmesszyklus NEFZ kommen sie dagegen nicht zum Tragen. Ein vernetztes Auto fährt vorausschauender als jeder Mensch. Auf Basis hochaktueller Karten kann das Auto neben der effizientesten Route auch die exakte Restreichweite errechnen. Die intelligente Vernetzung steigert zugleich die Alltagstauglichkeit von elektrifizierten Fahrzeugen.

Schon in zehn Jahren werden über 15 Prozent aller Neufahrzeuge weltweit elektrifiziert sein. Davon werden allein 13 Millionen Autos zumindest innerstädtische Strecken rein elektrisch fahren können. Um die elektrische Reichweite von Hybriden und Elektroautos noch weiter zu erhöhen, verbessert Bosch auch die elektronische Steuerung der Batterie. Dies kann die elektrische Reichweite eines Autos nochmals um bis zu zehn Prozent erhöhen und der Elektromobilität einen weiteren Schub geben.“

Hinweis für die Redaktionen:

Der 17. Technische Kongress, den der VDA organisiert, findet am 19. und 20. März 2015 in Filderstadt bei Stuttgart statt. Im Mittelpunkt des größten Fachtreffens Europas stehen dabei die Themenblöcke „Umwelt, Energie und Elektromobilität“ sowie „Fahrzeugsicherheit und Elektronik“. Am Kongress nehmen rund 500 Teilnehmer aus vielen Ländern sowie hochrangige Vertreter aus Automobilindustrie, Politik und Wissenschaft teil. Über 40 Vortragende aus der Automobilindustrie informieren über die neuesten technologischen Entwicklungen. Die Robert Bosch GmbH ist Kongress-Premiumpartner.

Ansprechpartner:

Eckehart Rotter, Verband der Automobilindustrie (VDA), Abteilung Presse

Tel. 030.897842-120; E-Mail: rotter@vda.de; im Internet: www.vda.de

René Ziegler, Robert Bosch GmbH, Abteilungsleiter Medienarbeit und Public Relations

Tel.: 0711.811-7639; Mail: Rene.Ziegler@bosch.com; im Internet: www.bosch.com

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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