Wissmann: Nun sollten rasch die restlichen Bundesländer dem Beispiel Stuttgarts folgen

Berlin, 23. März 2015

VDA begrüßt Entscheidung des Landes Baden-Württemberg zum Feldversuch Lang-Lkw

„Die Entscheidung der baden-württembergischen Landesregierung, am Feldversuch mit Lang-Lkw teilzunehmen, ist ein gutes Signal für den Industrie- und Logistikstandort Deutschland. Der VDA begrüßt, dass Baden-Württemberg sich dem Feldversuch öffnet. Das ist ein erster wichtiger Schritt, dem nun auch die noch zögerlichen Bundesländer, insbesondere Brandenburg, Rheinland-Pfalz und das Saarland, folgen sollten. Denn mit dem Lang-Lkw kann die Effizienz im Straßengüterverkehr weiter gesteigert werden. Der Feldversuch bietet die Chance, diese Effizienz im Straßengüterverkehr praktisch zu erproben. Das sollten Unternehmen in allen Bundesländern nutzen können. Nur wenn wir gemeinsam nach Lösungen suchen, kommen wir beim Klimaschutz voran. Scheuklappen darf es hierbei nicht geben“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Mit der Entscheidung Baden-Württembergs könnten künftig tausende Tonnen Kraftstoff eingespart und damit CO2-Emissionen vermieden werden. Das schütze Umwelt und Klima und stärke zugleich den Industriestandort Baden-Württemberg.

Wissmann forderte, dass sich nun auch die übrigen Bundesländer rasch dem Feldversuch öffnen sollten: „Die Erfahrungen der Unternehmen in dem seit Anfang 2012 laufenden Feldversuch mit Lang-Lkw – bislang können Strecken von fast 10.150 Kilometern Länge genutzt werden – sind sehr ermutigend und bestätigen unsere Erwartungen“.

Der VDA-Präsident zeigte sich überzeugt, dass sich dies auch in Baden-Württemberg bestätigen werde. Erst kürzlich hatte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), die den Feldversuch wissenschaftlich begleitet, in einem Zwischenbericht bestätigt, dass Lang-Lkw im realen Einsatz bis zu 25 Prozent Kraftstoff und CO2 je transportierter Tonne einsparen können. Wissmann betonte: „Damit erweist sich der Lang-Lkw als ein echter Öko-Laster. Vor allem auf Autobahnen und beim Transport leichter Volumengüter ist der Einsatz des Lang-Lkw sinnvoll und trägt entscheidend zu mehr Effizienz bei.“ Zugleich zeige sich, dass die Befürchtung, Lang-Lkw könnten den Schienengüterverkehr schwächen, unbegründet sei: „Das Gegenteil ist der Fall: Güterverkehr auf Schiene und Straße ergänzen sich mit dem Lang-Lkw, denn die Fahrzeuge sind konsequent auf die Anforderungen des kombinierten Straße-Schiene-Verkehrs ausgelegt“, so Wissmann.

Auch die kürzlich erfolgte Ankündigung des nordrhein-westfälischen Verkehrsministers, mit dem so genannten verlängerten Auflieger am Feldversuch teilzunehmen, begrüßte Wissmann als einen weiteren wichtigen Schritt: „Nachdem die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg sich dem Lang-Lkw gegenüber öffnet, sollten nun auch in Nordrhein-Westfalen praktische Erfahrungen mit dem Lang-Lkw gesammelt werden können – die Zeit dafür ist reif“, unterstrich der VDA-Präsident.

Der Feldversuch zeige bisher eindeutig, dass Lang-Lkw reibungslos, sicher und vollkommen unauffällig im Straßenverkehr unterwegs sind. Derzeit seien 112 Fahrzeuge von 42 Unternehmen bei der BASt gemeldet. Da Lang-Lkw mit maximal 40 t (bzw. 44 t im Kombinierten Verkehr Straße-Schiene) nicht schwerer als herkömmliche Lkw seien, belasteten sie auch die Infrastruktur nicht stärker. Denn das Gesamtgewicht verteilt sich auf mehr Achsen, was eine günstigere Achslastverteilung und damit geringe Straßenbelastung zur Folge hat.

 

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

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