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VDA: Automobilindustrie arbeitet intensiv mit an neuem Fahrzyklus WLTP

Berlin, 06. Oktober 2015

NEFZ wird durch neuen Fahrzyklus abgelöst – Höhere Angabe des Verbrauchs zu erwarten

Immer wieder werden Studien veröffentlicht, die auf die Unterschiede beim Kraftstoffverbrauch zwischen Labor und Straße hinweisen. Zu diesem Thema hat sich der Verband der Automobilindustrie (VDA) bereits mehrfach geäußert. Nachfolgend dazu die wichtigsten Informationen:

Die Angaben zum Kraftstoffverbrauch eines Fahrzeugs werden in speziellen Prüflaboren nach gesetzlichen Vorgaben offiziell ermittelt. Die Messungen werden von technischen Diensten – zum Beispiel von TÜV oder Dekra – überwacht. Diese technischen Dienste werden vom Kraftfahrt-Bundesamt zertifiziert. Die Bedingungen für den Messzyklus sind so vorgegeben, dass es kaum Spielräume bei der Durchführung gibt. Das ist auch sinnvoll, denn die standardisierten Laborbedingungen stellen eine Vergleichbarkeit der Fahrzeuge sicher. Der individuelle Verbrauch eines Fahrers kann über oder mit der entsprechenden Fahrweise auch unter dem Normverbrauch liegen.

Treten Unterschiede zwischen Normverbrauch und dem Verbrauch auf der Straße auf, kann dies an mehreren Faktoren liegen, zum Beispiel an der Nutzung von Klimaanlage, Radio oder Sitzheizung, an der Straßenbeschaffenheit, der Fahrweise oder den Witterungs-verhältnissen. All diese Faktoren beeinflussen maßgeblich den Spritverbrauch, werden aber im NEFZ-Messverfahren nicht berücksichtigt.

Den größten Einfluss auf den Verbrauch hat das individuelle Fahrverhalten. Der heutige Straßenverkehr ist dynamischer – bei gleichzeitig höherem Stauaufkommen. Beides erhöht den Kraftstoffverbrauch. Der WLTP berücksichtigt die aktuell dynamischere Fahrweise. Der NEFZ hingegen steht für ein eher moderates Fahren. Tests in Fachmagazinen belegen zudem, dass bei moderater Fahrweise der NEFZ-Verbrauchswert in vielen Fällen erreicht oder unterschritten werden kann. Die durch die EU-Kommission finanzierte Odyssee-Mure Studie (Juli 2015, http://www.indicators.odyssee-mure.eu/market-diffusion.html) kommt zu dem Ergebnis, dass der Durchschnittsverbrauch der neuen Fahrzeuge deutlich niedriger ist als bei früheren Modellen. Nach der Studie liegt die Ursache des niedrigen EU-Durchschnittsverbrauchs von 5l/100km bei neu zugelassenen Pkw vor allem am hohen Dieselanteil: Die elf EU-Länder, in denen der Durchschnittsverbrauch unter 5 Liter liegt, haben einen Diesel-Marktanteil von über 70 Prozent.

Die deutsche Automobilindustrie arbeitet intensiv daran mit, die neue Testprozedur fertigzustellen. Bei der Erarbeitung des neuen WLTP sind alle Vor- und Nachteile des alten Zyklus eingeflossen. Alle Organisationen und Mitgliedstaaten des UN/ECE-Raums sind zur Entwicklung des WLTP eingeladen und teilweise eng in die Entwicklung eingebunden. So ist auch gewährleistet, dass der WLTP alle künftigen Aspekte angemessen berücksichtigt.

Der WLTP-Fahrzyklus wurde aus weltweit gesammelten Realfahrdaten generiert und repräsentiert daher eine weltweit durchschnittliche Autofahrt. Oberstes Ziel bei dieser Überarbeitung ist es, die weltweiten Randbedingungen so gut wie möglich repräsentativ abzubilden.

Der VDA geht davon aus, dass der WLTP im Schnitt zu einer Erhöhung der Verbrauchsangabe von über 20 Prozent führen wird. Unabhängig vom geltenden Testzyklus werden die deutschen Automobilhersteller und Zulieferer auch künftig intensiv daran arbeiten, die CO2-Emissionen zu vermindern – im Labor und im realen Straßenverkehr.

Weitergehende Informationen finden Sie unter: https://www.vda.de/de/services/Publikationen/Publikation.~1235~.html.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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