Pressemeldungen

Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zur Demonstration gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA am Samstag, 10. Oktober

Berlin, 09. Oktober 2015

Mit ihrem Widerstand erweisen die Gegner des Freihandels den Beschäftigten hierzulande einen Bärendienst. Denn gerade Deutschland lebt von offenen Märkten. Der Export unserer Produkte in die ganze Welt sichert Wertschöpfung und damit Beschäftigung am Standort Deutschland und Europa. So hängt fast jeder vierte deutsche Arbeitsplatz vom Außenhandel ab, der Export von Gütern und Dienstleistungen macht etwa die Hälfte des deutschen Bruttoinlandsproduktes aus. Gerade auch mittelständische Unternehmen brauchen offene Märkte.

Die Freihandelsabkommen CETA und TTIP würden die Handelsbeziehungen mit zwei der wichtigsten Wirtschaftsräume stärken. Davon würden auch besonders die exportstarken deutschen Unternehmen und ihre Mitarbeiter profitieren. Denn der Abbau von Handelsbarrieren spart Zeit und Geld. So könnten die Unternehmen schneller expandieren und investieren. Das würde Arbeitsplätze in Deutschland und Europa erhalten und neue schaffen.

In einer Zeit, in der der weltweite Protektionismus zunimmt, sollte die Politik in Europa die Flagge des Freihandels entschlossen hochhalten. Die WTO dokumentiert aktuell mehr als 1.000 Verstöße gegen die Prinzipien des freien Handels, von Argentinien über Brasilien, Russland und die Türkei bis nach China und Indien. Wir sollten das Feld nicht anderen überlassen. Denn ohne TTIP werden sich die USA auf Partnerschaften Richtung Pazifik konzentrieren. Das gerade abgeschlossene Abkommen der USA mit den pazifischen Staaten sollte in Europa als ein Weckruf verstanden werden, sich beim Ringen um offene Märkte und Wettbewerbsfähigkeit nicht von anderen Weltregionen abhängen zu lassen.

Für die Automobilindustrie ist TTIP von großer Bedeutung. Denn die Vereinigten Staaten sind – nach Großbritannien – das zweitwichtigste Exportland für die deutschen Automobilhersteller. Gut 14 Prozent aller deutschen Pkw-Exporte gingen 2014 dorthin. Das sind rund 620.000 Fahrzeuge. Gemessen am Exportwert liegen die USA mit mehr als 20 Mrd. Euro sogar auf Platz eins. Trotzdem haben wir noch immer mit erheblichen Handelsschranken zu kämpfen. Fallen diese Barrieren, öffnet sich der US-Markt auch vielen mittelständischen Unternehmen, die sich die Anpassung ihrer Produkte an die technischen Vorgaben jenseits des Atlantiks oft nicht leisten können.

Deswegen plädieren wir für ein umfassendes Abkommen, das neben dem Zollabbau regulatorische Zusammenarbeit ermöglicht und gleichzeitig hohe Verbraucher-, Umwelt- und Datenschutzstandards sichert.

Doch die Zeit für einen Abschluss ist knapp. Ziel muss es sein, noch in der Amtszeit von Präsident Obama einen ersten großen Aufschlag für ein transatlantisches Investitions- und Handelsabkommen zu machen.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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