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Grüne Welle und mehr Euro-6-Autos sorgen für bessere Luftqualität

Berlin, 19. November 2015

„Aktuell gibt es Vertragsverletzungsverfahren wegen Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte gegen eine ganze Reihe von EU-Ländern – darunter auch Deutschland. In den von der EU-Kommission bemängelten Gebieten sind nach Angaben der Bundesregierung nur wenige Menschen tatsächlich betroffen, so etwa im Ballungsraum Stuttgart lediglich 90 Personen. Die Frage lautet: Was ist dennoch die effektivste Maßnahme, um die Grenzwerte künftig einzuhalten? Und woher kommen die Emissionen?

Fakt ist: Die steigende Marktdurchdringung von besonders schadstoffarmen Euro-6-Fahrzeugen wird zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Luftqualität führen und die verbliebene Luftqualitätsproblematik Schritt für Schritt lösen. So zeigt eine Studie des Aachener Forschungsinstituts mit der TU Graz und dem Heidelberger Umweltinstitut Ifeu, dass mit der anspruchsvollen Abgasnorm Euro 6 die Luftqualitätsziele in den Städten erreicht werden.

Für eine wirksame Verbesserung der Luftqualität in Städten kommt es also auf eine schnelle Verbreitung von Pkw an, die die Euro-6-Norm erfüllen. Die neue RDE-Regulierung (Real Driving Emissions) wird darüber hinaus die Emissionen in allen Fahrsituationen deutlich reduzieren und sorgt so für eine weitere Verbesserung der Luftqualität.

Die Stickoxidemissionen (NOx) des deutschen Straßenverkehrs gingen seit 1990 um mehr als 70 Prozent zurück – trotz einer von 1990 bis heute um etwa die Hälfte gesteigerten Verkehrsleistung. Diese Reduktion übertraf damit weit den Trend der allgemeinen Minderungen.

Diesel-Pkw sind heute nach Angaben des Umweltbundesamtes lediglich für rund ein Zehntel der NOx-Emissionen in Deutschland verantwortlich, der gesamte Straßenverkehr für ein Drittel – an Verkehrsknotenpunkten auch für mehr. Der Diesel-Pkw spielt also eine Rolle, wenn auch nicht die alleinige.

Das unabhängige AVISO-Institut hat auf Basis hochwertiger Luftqualitätsmodelle errechnet, dass bei einer vollständigen Durchdringung des Fahrzeugbestandes mit Euro-6-Fahrzeugen die anspruchsvollen Stickoxid-Grenzwerte auch an den extremsten Hotspots fast immer eingehalten werden. Moderne Euro-6-Fahrzeuge sind also die technische Lösung für die verbleibende Luftqualitätsherausforderung. Nun kommt es vor allem auf eine schnelle Marktdurchdringung dieser sauberen Fahrzeuge an. AVISO rechnet mit einer Halbierung der Grenzwertüberschreitungen an deutschen Messstationen innerhalb von nur fünf Jahren.

Der Diesel wird damit zur Lösung des Problems: Mit RDE wird sich dieser Trend beschleunigt fortsetzen, so dass mit der weiteren Bestandsdurchdringung die Luftqualitätsvorgaben in ganz Deutschland eingehalten werden können.

Eine wirksame Verbesserung der Luftqualität kann durch weitere, einfache und kostengünstige Maßnahmen beschleunigt werden: Untersuchungen von ADAC und der TU München zeigen, dass Grüne Welle und gleichmäßiger Verkehrsfluss die NO2-Belastung bis zu knapp einem Drittel reduzieren könnten. In Stuttgart gibt es ein überzeugendes Beispiel: In der Hohenheimer Straße wurde die Überschreitung des NO2-Stundenmittelwertes um etwa 90 Prozent reduziert, allein durch solch eine einfache Maßnahme. Wer aber die Grüne Welle abschaffen will, verschlechtert die Atemluft.

Eine weitere Maßnahme mit sofortiger und starker Wirkung wäre der Ersatz von älteren Bussen und Taxen, die aktuelle Abgasstandards noch nicht einhalten. Diese haben eine sehr hohe Fahrleistung in den Städten und sind daher überproportional an Emissionen beteiligt.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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