Wissmann zum heutigen RDE-Beschluss des Europaparlaments

Berlin , 03. Februar 2016

Das heutige Votum der EU-Parlamentarier ist eine gute Nachricht, für den Verbraucher und den Umweltschutz. Die Abgasmessungen im Straßenverkehr (Real Driving Emissions) bringen den Kunden mehr Klarheit und Zuverlässigkeit. Zudem beschleunigen die RDE-Vorgaben eine Flottenerneuerung mit besonders schadstoffarmen Euro-6-Fahrzeugen und damit die Verbesserung der Luftqualität. So zeigt eine Studie des Aachener Forschungsinstituts AVISO mit der TU Graz und dem Heidelberger Umweltinstitut Ifeu, dass mit der normalen Bestandserneuerung durch Euro 6 die Luftqualitätsziele in den Städten erreicht werden. Nach der heutigen Entscheidung kann RDE schon kommendes Jahr in Kraft treten. Fortschritte bei der Emissionssenkung werden damit schnell wirksam.

Die deutsche Automobilindustrie ist daran interessiert, so schnell wie möglich realistischere Angaben zu Verbrauch und Emissionen ihrer Modelle anbieten zu können. Deswegen befürworten wir seit Jahren sowohl Straßenmessungen als auch einen neuen Labortest WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedures).

Nach den Vorgaben darf der Stickoxid-Ausstoß neuer Pkw-Typen unter realen Fahrbedingungen ab September 2017 maximal das 2,1-fache des gesetzlich vorgeschriebenen Laborwerts von 80mg/km erreichen (Konformitätsfaktor). Ab dem Jahr 2020 müssen neue Fahrzeugtypen die Prüfstandgrenzwerte eins zu eins auf der Straße einhalten. Zulässig ist dann nur noch der notwendige Aufschlag für die Messungenauigkeit von 0,5. Diese Anforderungen sind sehr ehrgeizig. Im Vergleich zum heutigen Bestand bedeutet das eine Schadstoffsenkung von 78 Prozent. Viele dieser Fahrzeuge sind heute schon auf dem Markt oder bereits fertig entwickelt und konnten nicht für die neue Gesetzgebung entwickelt werden.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

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