Euro-6-Fahrzeuge und grüne Welle machen Luft sauber

Berlin, 11. März 2016

Aktuell gibt es Vertragsverletzungsverfahren wegen der Überschreitung der Luftqualitätsgrenzwerte gegen eine ganze Reihe von EU-Ländern – darunter auch Deutschland. Dabei spielen Diesel-Fahrzeuge eine relevante Rolle, wenn auch nicht die alleinige.

Dank leistungsstarker Partikelfilter stoßen Diesel-Pkw seit etlichen Jahren so gut wie keinen Feinstaub mehr aus. Während der moderne Clean Diesel (Euro 6) eine Partikelemission von nahe Null aufweist, sind die Partikelemissionen bei deutlich älteren Diesel-Pkw noch hoch. Diese Fahrzeuge dürfen daher in vielen Städten nicht in die Umweltzonen fahren.

Die Stickoxidemissionen (NOx) des deutschen Straßenverkehrs gingen seit 1990 um mehr als 70 Prozent zurück – trotz einer von 1990 bis heute um etwa die Hälfte gesteigerten Verkehrsleistung. Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind Diesel-Pkw für rund ein Zehntel der Stickoxid-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Bei Messstellen, die direkt an Straßen stehen, kann der Wert auch höher sein.

Für die Reduktion der NOx-Emissionen und eine Verbesserung der Luftqualität sorgt die jüngste Generation der Euro 6-Fahrzeuge. Die moderne Dieseltechnologie ist eine entscheidende Lösung für die Luftqualitäts-herausforderung. Eine weitere deutliche Minderung wird das Real Driving Emissions-Verfahren (RDE) bringen, das erstmals die Schadstoffemissionen von neu zugelassenen Fahrzeugmodellen auch auf der Straße misst und begrenzt. Eine effektive Reinigung der Luftqualität setzt eine schnelle Marktdurchdringung der neuen Technologien voraus.

Das sind die zentralen Ergebnisse einer aktuellen Studie, die das Aachener Forschungsinstitut AVISO in Zusammenarbeit mit der TU Graz und dem Heidelberger Umweltinstitut ifeu erstellt hat. Für die Studie im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und in Abstimmung mit den Bundesministerien für Umwelt (BMUB) und Verkehr (BMVI) sowie dem Umweltbundesamt (UBA) und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) wurden drei Messstellen in Deutschland untersucht, darunter auch die höchstbelastete Messstelle in Deutschland – das Neckartor in Stuttgart. Auf Basis von Bestandsentwicklungsprognosen von ifeu sowie auf Basis von Realemissionsfaktoren der TU Graz hat AVISO die Entwicklung der Emissionen und auch der Luftqualität an den Messstellen berechnet.

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die Luftqualitätsüberschreitungen durch die steigende Marktdurchdringung mit Euro 6 und RDE gelöst werden. Bereits der „natürliche“ Flottenaustausch reduziert bis 2020 die Luftwerte von NOx um 17 Prozent, das heißt, Messstellen, die heute im Jahresmittelwert auf 48ug/m³ liegen, erfüllen alleine dadurch den Grenzwert von 40ug/m³. Damit werden 33 der 72 Messstellen mit Überschreitung ins Ziel gebracht.

Der moderne Euro 6-Diesel ist sauber und effizient. Er reduziert den NOx-Ausstoß gegenüber seinen Vorgängern sowohl im Grenzwert als auch auf der Straße um etwa zwei Drittel. Ein heutiger Diesel hat eine rund 98 Prozent geringere Stickoxid-Emission als Anfang der 1990er Jahre. Dank der Clean Diesel-Technologie wurden die NOx-Emissionen der Diesel-Pkw seit dem Jahr 2000 bis zur heutigen Euro-6-Norm im Prüfzyklus um 84 Prozent gesenkt.

Weiterhin fordert der VDA Maßnahmen zur Verbesserung des Verkehrsflusses und der Stauvermeidung. Sie sind kurzfristig umsetzbar und haben große Wirkung: Eine „intelligente“ grüne Welle und ein gleichmäßiger Verkehrsfluss haben laut Untersuchungen des ADAC und der TU München das Potenzial, die NOx-Werte um fast ein Drittel zu senken. Damit würden bereits heute alle die Messstellen, die bis zu 57 µg/m³ im Jahresmittel erreichen, den EU-Jahresgrenzwert einhalten.

Zudem sollten Busse und Taxis im städtischen Verkehr durch modernste Fahrzeuge ersetzt werden. Die derzeit begrenzte Stückzahl moderner Fahrzeuge, das hohe Durchschnittsalter und die hohe innerstädtische Laufleistung tragen entscheidend zu NOx-Grenzwertüberschreitungen bei.

Für eine wirksame Verbesserung der Luftqualität in Städten setzt sich der VDA für den richtigen Mix von moderner Abgasnachbehandlung, rascher Flottenerneuerung und verkehrlichen Maßnahmen ein.

Die wichtigsten Aussagen der Studie von AVISO, der TU Graz und Ifeu finden Sie unter:

https://www.vda.de/de/services/Publikationen/no2-air-quality-scenario.html.

 

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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