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Wissmann: Zuverlässigkeit und attraktives Design sind entscheidend beim Neuwagenkauf

Berlin, 18. Januar 2017

DAT-Report 2017 zeigt, wie wichtig das eigene Auto für die Menschen weiterhin ist

Die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und attraktives Design stehen an vorderster Stelle beim Autokauf. Zudem sind die Menschen bereit, für ihr neues Auto mehr Geld als im Vorjahr auszugeben. Der Autokauf ist für die meisten Kunden eine wichtige Entscheidung, die mit Herz und Verstand getroffen wird. Auf diese Kernergebnisse des DAT Reports 2017 wies Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der Vorstellung des Reports in Berlin hin.

„Ich freue mich, dass die DAT diese Veranstaltung hier in Berlin durchführt. Denn der DAT-Report bringt Informationen, die sich an Fakten orientieren. Gerade diese Fakten sind für die Bundeshauptstadt besonders wichtig. Denn hier trifft die Politik die Entscheidungen, die auch den Autofahrer und Autokäufer betreffen. Es gibt manche Gruppen, die die These vertreten, das eigene Auto sei für die Menschen nicht mehr so wichtig, seine Bedeutung nehme ab. Das sei auch anhand von Umfragen erkennbar. Ich will keine Vermutungen darüber anstellen, ob diejenigen, die eine solche Meinung vertreten, selbst ein Auto haben oder fahren. Fest steht jedenfalls, dass der DAT-Report ein anderes Bild der Wirklichkeit zeigt“, sagte Wissmann vor zahlreichen hochrangigen Gästen.

Die Ergebnisse des Reports seien vor allem deshalb interessant, weil hier rund 4.000 Menschen befragt wurden, zu deren Lebenswelt das Auto tatsächlich gehöre: Je ein Drittel der Befragten sind Neuwagenkäufer, Gebrauchtwagenkäufer oder Pkw-Halter. Gerade deshalb seien die Aussagen des Reports für die Automobilindustrie von besonderer Bedeutung.

Wissmann hob einzelne Kernpunkte hervor und betonte: „Das eigene Auto ist für die Menschen offenbar weiterhin sehr wichtig. Nach der Immobilie ist der Neuwagenkauf die zweitgrößte Investition eines privaten Haushalts.“ Aus Sicht des VDA sei es erfreulich, dass die Investitionsbereitschaft dafür um rund 4 Prozent gestiegen sei: Im Durchschnitt legten die Neuwagenkäufer 29.650 Euro für ihren Neuwagen auf den Tisch, gut 1.000 Euro mehr als im Vorjahr. „Wir sprechen hier von echten Transaktionen, nicht etwa nur von Absichtserklärungen. Ökonomisch ausgedrückt: In der Nutzenfunktion des jeweiligen Käufers hat das eigene, neue Auto eine besonders große Bedeutung. Die Menschen wollen offensichtlich keine ‚rollende Verzichtserklärung‘, sondern ein Auto mit modernster Ausstattung, mit viel Sicherheit und Komfort“, unterstrich Wissmann.

Der DAT Report räume auch mit dem Vorurteil mancher Kritiker auf, die Menschen würden nur notgedrungen Autos kaufen, eigentlich sei Autofahren eher lästig: „Wenn 92 Prozent der Neuwagenkäufer sagen ‚mir macht Autofahren Spaß‘ – und eine ebenso große Mehrheit der Auffassung ist, ohne Auto sei die eigene Mobilität ‚deutlich eingeschränkt‘, dann sind das ‚Wahlergebnisse‘, von denen zumindest in Demokratien die meisten Parteien nur träumen können“, betonte Wissmann. Der VDA habe stets betont, dass der Autokauf mehr sei als nur eine rationale Entscheidung; der DAT-Report unterlege diese These nun mit Fakten: „58 Prozent der Neuwagenkäufer bestätigen die Aussage, sie würden mit dem Auto ihre Persönlichkeit ausdrücken. Bei Neuwagenkäufern deutscher Premiummarken ist dieser Anteil mit 78 Prozent noch einmal deutlich größer“, so Wissmann.

Bemerkenswert sei auch, nach welchen Kriterien der Neuwagenkauf erfolge. Wissmann: „An erster Stelle steht die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs, danach folgen Aussehen und Design, an dritter Stelle der Anschaffungspreis. Was sagt uns das? Die Menschen wollen ein qualitativ hochwertiges Auto – und es muss zudem noch attraktiv aussehen.“

Natürlich spiele der Preis eine Rolle, aber eben nicht die Hauptrolle, und schon gar nicht sei er das alleinige Kaufkriterium. Wenn immer noch gern behauptet werde, die Autos seien zu teuer, die Menschen würden sich daher vom Autokauf abwenden, „so kommt der ‚Faktencheck‘ des Reports zu einem anderen Ergebnis“, unterstrich Wissmann.

Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass der Anteil der privaten Neuwagenkäufer auf 35 Prozent gestiegen sei (von 34,2 Prozent), auch die jährliche Fahrleistung habe zugenommen – um rund 1.000 Kilometer auf 15.320 Kilometer (2015: 14.350 Kilometer). Der durchschnittliche Neuwagen verbrauche weniger Sprit und sei besser ausgestattet als der vorherige Wagen.

Wissmann betonte: „Wenn wir diese vier Punkte betrachten, so finden wir darin Erklärungen und Ursachen, weshalb der deutsche Pkw-Markt sich so erfreulich entwickelt: Mit knapp 3,4 Mio. Neuzulassungen hat er 2016 um 5 Prozent zugelegt und damit das höchste Niveau seit Beginn dieses Jahrzehnts erreicht. Das gilt auch für die Pkw-Besitzumschreibungen (7,4 Mio. Pkw in 2016).“

Wissmann, der zudem Präsident des Weltautomobilverbandes OICA ist, fügte hinzu: „Auch weltweit wächst der Pkw-Markt – im laufenden Jahr auf 84 Mio. Einheiten.“ Der US-Markt für Light Vehicles hat 2016 mit 17,5 Mio. verkauften Einheiten ein neues Rekordniveau erreicht, ebenso China mit 23,7 Mio. Pkw. Westeuropa legte um 6 Prozent auf 14 Mio. Neuwagen zu. „Die Position der deutschen Konzernmarken ist stark: In Westeuropa haben sie einen Marktanteil von rund 50 Prozent, in China, dem weltgrößten Pkw-Markt, von etwa einem Fünftel“, erläuterte Wissmann.

Allerdings ruhe sich niemand in der Branche auf dem Erreichten aus: „Der internationale Wettbewerb nimmt an Schärfe zu, die Herausforderungen werden größer. Keine Frage, wir leben in ‚disruptiven Zeiten‘: Die Elektromobilität kommt, auch die Digitalisierung. Neue Player streben auf das Spielfeld“, sagte Wissmann. Die deutsche Automobilindustrie zögere nicht, sondern verfolge eine Offensivstrategie, die mehrere Bereiche umfasse. So werden die deutschen Hersteller bis zum Jahr 2020 ihr Modellangebot an Elektroautos mehr als verdreifachen – von derzeit 30 auf knapp 100 Modelle. Bis zum Jahr 2020 investiere die deutsche Automobilindustrie über 40 Mrd. Euro in alternative Antriebe.

„Diese hohen Aufwendungen müssen aus dem laufenden Geschäft erwirtschaftet werden, also aus dem Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotor. Wir sind davon überzeugt: Moderne Diesel und Benziner werden auch weiterhin gebraucht. Parallel zur Elektromobilität entwickeln unsere Unternehmen daher die klassischen Antriebe weiter. Der Kraftstoffverbrauch kann noch um weitere 10 bis 15 Prozent gesenkt werden“, betonte Wissmann.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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