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Weltmarkt für Nutzfahrzeuge legt 2016 zu

Berlin, 01. Februar 2017

Internationale Nutzfahrzeugmärkte 2016: China und Westeuropa stark, Nordamerika und Brasilien im Minus

Der Weltmarkt für schwere Nutzfahrzeuge hat 2016 wieder zugelegt. Weltweit wurden 2,9 Mio. Lastkraftwagen verkauft. Das ist ein Plus von 6 Prozent gegenüber 2015. „Zugpferde waren vor allem China und Westeuropa mit jeweils zweistelligen Zuwachsraten. In den USA und Brasilien ging das Geschäft dagegen wie erwartet deutlich zurück. Damit hat der Lkw-Weltmarkt 2016, im Jahr der IAA Nutzfahrzeuge, wieder deutlich angezogen. Besonders erfreulich ist die robuste Entwicklung im für die deutschen Hersteller besonders wichtigen Markt Westeuropa. 2017 wird der Nutzfahrzeugweltmarkt sein Vorjahresniveau zumindest halten oder sogar leicht übertreffen“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA).

Rund ein Drittel aller neuen schweren Nutzfahrzeuge weltweit werden in China verkauft. Der Markt kratzte 2016 an der 1-Million-Marke: Die Verkäufe stiegen um 28 Prozent auf 962.000 Einheiten. Allerdings spielten auch Vorzieheffekte eine erhebliche Rolle. In China wird derzeit die neue Abgasnorm China National Standard V eingeführt. Sie entspricht im Wesentlichen dem europäischen EURO-V-Standard. So legte der Markt im November um 72 Prozent und im Dezember um 38 Prozent zu. Nach starken Schwankungen in den Vorjahren dürfte der chinesische Nutzfahrzeugmarkt 2017 um 3 Prozent moderat wachsen.

Der westeuropäische Markt für schwere Nutzfahrzeuge über 6 Tonnen legte im abgelaufenen Jahr um 11 Prozent auf 287.300 Fahrzeuge zu. Das ist das höchste Niveau seit 2008. Vor allem in den südeuropäischen Märkten setzte sich die Erholung fort. Am kräftigsten legte der Absatz in Italien zu (+51 Prozent). Die Neuzulassungen in Frankreich (+13 Prozent) sowie Spanien (+10 Prozent) stiegen ebenfalls zweistellig. Ungeachtet des Brexit-Votums stiegen die Zulassungen auch in Großbritannien, um 6 Prozent auf 46.800 Einheiten. Für Großbritannien ist 2017 allerdings mit einem niedrigeren Absatz zu rechnen. Das zu erwartende Wachstum im übrigen Westeuropa wird diesen Rückgang voraussichtlich mehr oder weniger kompensieren.

Wie erwartet, musste der US-Truckmarkt nach sechs Jahren Wachstum 2016 einen deutlichen Rücksetzer hinnehmen. Die Verkäufe büßten 11 Prozent ihres Vorjahresvolumens ein – es wurden 400.400 Einheiten abgesetzt. Im laufenden Jahr dürfte der Markt erneut Einbußen verzeichnen, allerdings weniger stark als im Vorjahr.

Der brasilianische Lkw-Markt bot 2016 erneut ein sehr schwaches Bild. Die Neuzulassungen schwerer Lkw gingen um 31 Prozent auf 47.000 Fahrzeuge zurück. Bereits 2015 war der Markt um die Hälfte geschrumpft. Wissmann betonte: „Brasilien, ein Markt mit an sich großem Potenzial, bleibt damit das Sorgenkind des internationalen Lkw-Geschäfts. Ob nun eine Bodenbildung einsetzt, bleibt abzuwarten. Trotz gerechtfertigter Skepsis: Falls Brasilien in diesem Jahr zurückkommt, könnte dies mit großen Schritten geschehen. Das zeigt die Volatilität des Marktes, der in den letzten zehn Jahr stets mit zweistelligen Veränderungsraten entweder gewachsen oder geschrumpft ist.“

In Indien legten die Verkäufe schwerer Lkw über 7,5 Tonnen 2016 nach einem schwachen Jahresende um knapp 7 Prozent zu. Insgesamt erreichte der Markt ein Volumen von 298.600 Einheiten. In diesem Jahr wird der Markt voraussichtlich um rund 5 Prozent wachsen und damit die Marke von 300.000 Einheiten überschreiten.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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