Pressemeldungen

Stickoxidemissionen von Euro-6-Fahrzeugen

Berlin, 25. April 2017

Statement des VDA zu Messergebnissen des UBA sowie zur Einführung von RDE und WLTP und einer Reform der Typgenehmigung

Im Ergebnis zeigt sich nichts Neues: Dass die Emissionen auf der Straße höher sind als im Labor, ist bekannt. Die Aussage des VDA, dass Euro-6-Fahrzeuge deutlich bessere NOx-Werte aufweisen als Euro-5-Diesel, wird bestätigt. Allerdings sind die Emissionen auf der Straße je nach Modell, Fahrverhalten sowie Verkehrs- und Witterungsbedingungen unterschiedlich. Es ist ebenfalls bekannt, dass Realwerte auch von der verwendeten Abgastechnologie abhängen. Eine Durchschnittsbetrachtung ist daher wenig aussagekräftig.

Der kommende EU-weite Straßentest RDE ist ein weiterer Schritt, um die Emissionen dem Laborwert anzunähern. Aber auch RDE berücksichtigt Messtoleranzen. Als vor Jahren Euro-5-Fahrzeuge entwickelt und neu zugelassen wurden, gab es noch keine verlässlichen Messmethoden. Das ist heute anders.

Die vom Gesetzgeber eingebrachten und beschlossenen Schritte sind richtig, um die Differenz zwischen Real- und Laborwerten zu verringern. Mit der SCR-Technologie sind die Voraussetzungen dafür gegeben, dass es in wenigen Jahren kaum noch NOx-Grenzwertüberschreitungen an den verkehrsintensiven Luftmessstationen geben wird. Das UBA sollte aufhören, den modernen Diesel pauschal unter Generalverdacht zu stellen. Er wird vielmehr gebraucht, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Denn er verbraucht bis zu 25 Prozent weniger Kraftstoff als ein Benziner, und sein CO2-Ausstoß ist 15 Prozent niedriger. Dies macht Dieselfahrzeuge zu einem unverzichtbaren Baustein bei der Umsetzung der europäischen Klimaschutzziele.

Wir begrüßen die Einführung von RDE und WLTP, auch gegenüber Reformen der Typgenehmigung sind wir offen. Aber man sollte das Kind nicht mit dem Bade ausschütten. Die Bundesregierung hat gleichsam die Pflicht, übermäßige Bürokratie und europäischen Zentralismus zu verhindern. Auch viele andere Regierungen von EU-Mitgliedsstaaten wenden sich an dieser Stelle gegen europäischen Zentralismus.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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