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VDA: KBA-Bericht bestätigt CO2-Angaben

Berlin, 27. Juni 2017

Hersteller planen Transparenzoffensive – Künftig sollen kundenindividuelle Verbrauchsspannen zur Verfügung stehen

Die Untersuchungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum CO2-Ausstoß von Diesel-Pkw deutscher Hersteller bestätigen die offiziellen Prüfstandwerte.

Das KBA hat 19 unterschiedliche Fahrzeuge untersucht. Dabei wurden Verbrauch und CO2-Ausstoß von Bestandsfahrzeugen im bisher gültigen Labortest (NEFZ) ermittelt. Die Ergebnisse zeigen, dass die jetzt vom KBA ermittelten Werte bis auf zwei Ausnahmen mit den bei der Zulassung der Fahrzeuge ausgewiesenen Werten konform sind bzw. diese unterschreiten. Die Unterschiede bewegen sich im üblichen, technisch bedingten Toleranzbereich.

Unterschiede bei den CO2-Werten bei verschiedenen Messungen eines Modells auf dem Prüfstand haben mehrere Gründe. So sind etwa auch im Labor die Randbedingungen bei verschiedenen Messungen nicht immer identisch, denn auch die Prüfungen im NEFZ lassen Variable zu. So kommt es auf die genaue Durchführung des Fahrprofils an, z. B. wie exakt der Testfahrer Gas gibt oder bremst. Weitere Faktoren, wie etwa die Umgebungsluft oder die Temperatur, können zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Auch berücksichtigt der bisher gültige Labortest Sonderausstattungen, wie z. B. Räder- und Reifengrößen bzw. das tatsächliche Fahrzeuggewicht, nicht.

Das wird sich künftig mit dem neuen Prüfzyklus WLTP (Worldwide Harmonized Light Duty Test Procedure), der ab September 2017 für neu typgeprüfte Modelle und ab September 2018 für alle Pkw-Neuzulassungen  in Kraft tritt, ändern. Er löst den mehr als 20 Jahre alten NEFZ ab und liegt näher an der Wirklichkeit, weil er die heutigen Modelle und Verkehrssituationen besser abbildet und auch das individuelle Fahrzeug des Kunden mit den verbauten Sonderausstattungen berücksichtigt. Die Einführung des neuen Prüfzyklus WLTP wird seit Jahren von Politik und Industrie gemeinsam vorangetrieben.

Damit werden Unterschiede zwischen Prüfstandergebnissen und Werten auf der Straße geringer ausfallen, aber es wird sie weiterhin geben. Denn Faktoren wie die Nutzung von Klimaanlage, Radio oder Sitzheizung, das Streckenprofil, die Fahrweise oder das Wetter beeinflussen maßgeblich den Kraftstoffverbrauch. Die Bandbreite all dieser Faktoren kann aber auch im WLTP nicht umfassend berücksichtigt werden, weil nur ein standardisiertes Messverfahren Reproduzierbarkeit und damit Vergleichbarkeit sicherstellt.

Deswegen möchten die Automobilhersteller Neuwagenkäufern künftig zusätzlich zum WLTP-Wert eine kundenindividuelle Verbrauchsangabe bieten. Diese Angabe in Form einer Verbrauchsspanne soll dem Kunden Transparenz darüber bieten, in welcher Bandbreite sich ein bestimmtes Fahrzeug beim Kraftstoffverbrauch bewegt. Diese anzugebende Spanne des voraussichtlichen kundenindividuellen Verbrauchs hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, die relevant sind. Dazu gehören Fahrstil, Streckenprofil oder die Nutzung von Nebenaggregaten, wie z.B. die Klimaanlage. Damit wird den Kunden eine zusätzliche Informationsquelle zur Verfügung gestellt, die jene Lücke schließen soll, die infolge eines standardisierten, repräsentativen Prüfzyklus‘ verbleibt.

Die Hersteller haben in diesem Zusammenhang angeboten, sich an der Gründung eines Instituts in Form eines Vereins, das diese Verbrauchsspanne in Zusammenarbeit mit Prüforganisationen ermittelt und ausweist, maßgeblich zu beteiligen. Zusätzlich soll das Institut RDE-Straßenmessungen zu den Schadstoffemissionen, vor allem Stickoxide (NOx), von Fahrzeugen vornehmen, die ab September 2017 auf der Grundlage des dann geltenden RDE homologiert und zugelassen sind.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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