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Software-Updates, Umstiegsprämien und Bestandserneuerung können NOx-Emissionen spürbar senken – Politik und Industrie sollten gemeinsame Beschlüsse konsequent umsetzen

Berlin, 23. August 2017

Statement des Verbandes der Automobilindustrie (VDA)

Die heute vom UBA vorgestellten Prognosen zur Verringerung der Stickoxidemissionen im Straßenverkehr in Deutschland liegen mit den VDA-Berechnungen auf einer Linie. Nach VDA-Analysen können die Software-Updates von Euro-5- und Euro-6-Diesel-Pkw eine NOx-Reduzierung von rund 7 Prozentpunkten leisten. Die Umstiegsprämien könnten bis zu zwei Prozentpunkte bringen. Eine weitere Verbesserung der Luftqualität wird durch die „natürliche Bestandserneuerung“ durch moderne Euro-6-Fahrzeuge erfolgen. Im September tritt das Real Driving Emissions-Verfahren (RDE) in Kraft, das erstmals die Schadstoffemissionen von neu typgeprüften Pkw-Modellen auch auf der Straße misst und begrenzt. Je schneller mehr solcher Euro-6d-Fahrzeuge auf die Straße kommen, desto größer der Fortschritt für die Luftqualität.

Mit der Umsetzung aller drei Maßnahmen – Software-Updates, Umstiegsprämien und Bestandserneuerung – könnten die NOx-Emissionen im gesamten Straßenverkehr nach den VDA-Berechnungen bis Anfang 2019 um 12 bis 14 Prozent im Vergleich zu 2017 sinken. Voraussetzung dafür ist, dass hier Industrie, Politik und Autofahrer an einem Strang ziehen. Damit bieten die auf dem Dieselgipfel beschlossenen Maßnahmen ein Gesamtpaket, das bei breiter Umsetzung die Schadstoffbelastung vermutlich stärker reduzieren würde als Fahrverbote. So haben Modellrechnungen für Stuttgart ergeben, dass ein Fahrverbot an sogenannten Feinstaubalarmtagen eine NOx-Einsparung von 9 Prozent zur Folge hätte.

Politik und Industrie haben sich bei ihrem Spitzengespräch auf eine gemeinsame Strategie zur Verbesserung der Luftqualität in den Städten verständigt, mit dem Ziel, Einfahrtbeschränkungen zu verhindern. Dieser Weg sollte jetzt von allen Beteiligten konsequent weiterverfolgt werden. Nur drei Wochen nach dem Gipfel besteht keinerlei Anlass für Nachjustierungen. Denn auch die Zahlen des UBA zeigen das deutliche Verbesserungspotenzial der auf dem Dieselgipfel vereinbarten Maßnahmen. Wenn jetzt bereits weitere Forderungen erhoben werden, scheint das eher dem laufenden Wahlkampf als Sachgründen geschuldet zu sein.

Die Stickoxidemissionen des Straßenverkehrs sind im Zeitraum 1990 bis 2015 in Deutschland um rund 70 Prozent zurückgegangen. Um die Luftqualität weiter deutlich zu verbessern und die Einhaltung der Grenzwerte in den betroffenen Städten sicherzustellen, reicht keine Maßnahme allein aus. Zusätzlich zum Engagement der Hersteller sind umfassende Maßnahmenpakete für die Luftreinhaltung nötig. Hinzukommen muss eine bedarfsgerechte Infrastrukturpolitik in und außerhalb von Städten und Ballungsräumen sowie eine rasche Flottenerneuerung älterer Taxen und Busse. Zudem müssen die Potenziale der Digitalisierung in den Städten voll ausgeschöpft und der Verkehr weiter verflüssigt werden.

Es kommt darauf an, die NOx-Emissionen in den Städten rasch zu senken. Dafür ist das Software-Update die richtige Maßnahme, es wirkt vergleichsweise schnell und bei Millionen von Diesel-Pkw im Bestand. Eine Hardware-Nachrüstung hingegen ist in der Breite technisch nicht umsetzbar, weil bei der Vielzahl der betroffenen Modelle der Platz für den Einbau eines sogenannten SCR-Kats (Selective Catalytic Reduction) und des dazugehörigen AdBlue-Tanks fehlt. Zudem wäre eine Umsetzung langwierig, da Entwicklung und Erprobung sowie die zusätzlichen Typprüfungen mehrere Jahre dauern würden. Geeignete und gezielte Unternehmensmaßnahmen zur Flottenerneuerung sind daher besser geeignet als Hardware-Instrumente.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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