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VDA-Präsident Bernhard Mattes: Deutsche Hersteller gehen mit Zuversicht nach Genf

Berlin, 03. März 2018

Zahlreiche Premieren auf dem Genfer Autosalon – Gutes konjunkturelles Umfeld – Beschäftigung auf neuem Höchststand – Hohe Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung

„Wir gehen mit großer Zuversicht nach Genf. Die deutschen Hersteller werden auf dem 88. Genfer Autosalon zahlreiche neue, faszinierende Modelle zeigen“, betonte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), kurz vor Beginn des 88. Genfer Autosalons.

Mattes wies auf das gute konjunkturelle Umfeld hin: „Der Weltmarkt wächst 2018 um 1 Prozent auf 86 Mio. Pkw. Für Europa erwarten wir eine stabile Marktentwicklung mit einem Volumen von 15,6 Mio. Pkw. In den USA wird es mit 16,8 Mio. Light Vehicles einen leichten Rückgang geben (-2 Prozent). China ist mit 24,7 Mio. Pkw (+2 Prozent) weiter auf Wachstumskurs. Erfreulich ist die kräftige Erholung in Russland und Brasilien, mit jeweils zweistelligen Wachstumsraten.“

Die deutsche Automobilindustrie habe in wichtigen Regionen ihren Marktanteil gesteigert, unterstrich der VDA-Präsident: „So haben wir 2017 in China 4,85 Mio. Pkw verkauft und sind damit viermal so schnell gewachsen wie der Gesamtmarkt. Unseren dortigen Marktanteil haben wir auf gut 20 Prozent erhöht. Auch in den USA konnten wir gegen den Trend zulegen und 1,35 Mio. Light Vehicles absetzen. In Europa trägt jedes zweite neu zugelassene Auto ein deutsches Konzernmarkenzeichen. Und weltweit beträgt unser Anteil am Premiummarkt über 70 Prozent. Die Zahl der Beschäftigten im Inland ist 2017 im Jahresdurchschnitt auf 820.000 Mitarbeiter gestiegen. Das sind 12.000 Beschäftigte mehr als im Vorjahr und das höchste Niveau seit 27 Jahren.“

„Die Automobilindustrie bleibt Wachstumsbranche. Die deutschen Pkw-Hersteller werden 2018 ihre Produktion um 2 Prozent auf den neuen Höchststand von 16,8 Mio. Einheiten steigern“, sagte Mattes. Davon werden 11,2 Mio. Einheiten (+3 Prozent) im Ausland gefertigt, die Inlandsproduktion bleibt mit 5,6 Mio. Pkw stabil. Drei von vier Autos, die in Deutschland gefertigt werden, gehen in den Export.

Der VDA-Präsident sagte zur aktuellen Dieseldebatte: „Auch wenn jetzt von vielen Hardware-Nachrüstungen gefordert werden – ein solcher Ansatz hat gegenüber Software-Updates, die die deutschen Hersteller kostenlos an über 5 Mio. Diesel-Pkw vornehmen, zwei entscheidende Nachteile: Die Umsetzung dauert mindestens zwei bis drei Jahre und bringt daher kurzfristig keine Verbesserung der Luftqualität in Städten. Zweitens ist jede Hardware-Nachrüstung mit höherem Verbrauch und damit höheren CO2-Emissionen verbunden. Das hilft dem Klimaschutz nicht. Software-Updates hingegen wirken rasch und der Verbrauch bleibt gleich.“ Ergänzt würden diese Maßnahmen um die Beteiligung am Fonds der Bundesregierung, die seit Monaten wirkenden Umstiegsprämien und die Städte-Initiative.

Mattes wies darauf hin, dass das Bundesverwaltungsgericht sich gegen generelle Fahrverbote ausgesprochen habe: „Leipzig hat klar gesagt, dass mögliche Fahrverbote verhältnismäßig sein müssen und nur als letztes Mittel in Frage kommen können. Zudem hat die Politik betont, dass sie alles unternehmen wolle, um Fahrverbote zu vermeiden. Das ist der richtige Ansatz, auch mit Blick auf die vielen Autofahrer, die durch die Fahrverbotsdebatte der letzten Wochen verunsichert sind. Die deutschen Hersteller leisten zur Verbesserung der Luftqualität einen wesentlichen Beitrag.“ Der moderne Diesel werde auch weiterhin benötigt, um die anspruchsvollen CO2-Ziele zu erreichen, so Mattes.

Er unterstrich, dass die deutsche Automobilindustrie seit Jahren auf ihre Fächerstrategie setze, die alle Antriebsarten umfasst – neben der Optimierung der klassischen Verbrennungsmotoren auch die alternativen Antriebe. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Elektromobilität, hierfür investieren die Unternehmen in den nächsten drei Jahren 40 Mrd. Euro. „Das Angebot an E-Modellen wird bis zum Jahr 2020 auf über 100 verdreifacht. Unsere Position in diesem Bereich wird immer stärker“, sagte Mattes. So haben die deutschen Hersteller ihren Marktanteil bei Elektro-Pkw-Neuzulassungen in Westeuropa 2017 auf 53 Prozent gesteigert (Vorjahr: 50 Prozent), in Deutschland von 59 auf 66 Prozent. Auch in Elektromobilitäts-Leitmarkt Norwegen – dort sind vier von zehn Pkw-Neuzulassungen E-Autos – sind die deutschen Hersteller mit einem Anteil von 54 Prozent Marktführer. „Der Erfolg unserer Unternehmen zeigt sich unter anderem daran, dass 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Elektroautos exportiert werden“, betonte Mattes.

„Die deutsche Automobilindustrie steht für 35 Prozent der Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen der deutschen Industrie. Gut 40 Mrd. Euro investieren deutsche Hersteller und Zulieferer pro Jahr in Forschung und Entwicklung. Wir sind nicht nur bei der Elektromobilität mit hoher Drehzahl unterwegs, sondern auch bei der Digitalisierung. In den kommenden drei bis vier Jahren investieren unsere Unternehmen 16 bis 18 Mrd. Euro in das vernetzte und automatisierte Fahren. Die Mobilität der Zukunft wird dadurch noch sicherer, effizienter und komfortabler“, unterstrich Mattes. Er wies darauf hin, dass die deutsche Automobilindustrie bereits heute Patentweltmeister beim vernetzten und automatisierten Fahren ist: An den seit 2010 weltweit erteilten Patenten auf diesem Feld hält sie einen Anteil von 52 Prozent.

 

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