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VDA-Präsident Mattes: Bestandserneuerung ist der beste Beitrag für Klimaschutz und Luftqualität

Berlin, 02. April 2018

Bereits 9,3 Mio. Pkw auf der Straße erfüllen Euro-6-Norm – Jeder vierte Diesel mit neuester Abgasnorm – Hohes Wachstum bei Elektromobilität

„Bestandserneuerung durch innovative und effiziente Modelle ist der beste Beitrag zum Klimaschutz und zur weiteren Verbesserung der Luftqualität. Denn moderne Euro-6-Fahrzeuge haben deutlich geringere Schadstoffemissionen und auch einen niedrigeren Kraftstoffverbrauch als ältere Modelle“, betonte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. Der VDA hat auf Basis neuester KBA-Zahlen eine Analyse vorgenommen.

Ergebnis: Während der gesamte Pkw-Bestand (Stichtag 01.01.2018) in Deutschland gegenüber dem Vorjahr nur leicht um 1,5 Prozent auf knapp 46,5 Mio. Einheiten stieg, erhöhte sich die Zahl der Pkw, die die moderne Euro-6-Norm erfüllen, innerhalb von nur zwölf Monaten um 52 Prozent auf 9,3 Mio. Fahrzeuge (Vorjahreswert: 6,1 Mio.). Mattes: „Damit ist heute bereits jedes fünfte Auto auf unseren Straßen ein Euro-6-Fahrzeug. Der Bestand von Euro-5-Pkw und älter hingegen geht stetig zurück.“

58 Prozent der 9,3 Mio. Euro-6-Pkw sind Benziner, 41 Prozent Diesel-Pkw. Die Zahl moderner Euro-6-Diesel-Pkw ist innerhalb eines Jahres um 42 Prozent oder 1,1 Mio. Einheiten gestiegen – von 2,7 Mio. auf 3,8 Mio. Fahrzeuge Pkw. Von den 15,2 Mio. Diesel im Bestand erfüllt damit bereits jeder vierte die modernste Abgasnorm.

„Mit jedem neuen Diesel, der auf die Straße kommt und ein älteres Fahrzeug ersetzt, wird die Luftqualität in Städten besser“, unterstrich Mattes. Die NOx-Emissionen eines Euro-6-Diesel müssen laut EU-Vorgabe im Prüfzyklus um mindestens 56 Prozent geringer sein als die eines Euro-5-Fahrzeugs. Auch im realen Straßenverkehr sind ihre Emissionen deutlich niedriger.

„Der Anteil moderner Euro-6-Diesel nimmt auch künftig zu, Jahr für Jahr werden rund eine Mio. Diesel-Pkw in Deutschland neu zugelassen, während die Zahl der älteren Fahrzeuge kontinuierlich sinkt“, so Mattes. Aller Voraussicht nach werde im Jahr 2021 jeder zweite Diesel im Bestand ein Euro-6-Fahrzeug sein.

Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass die aktuellen Umstiegsprämien der Hersteller die Bestandserneuerung zusätzlich beschleunigten. Mit der modernsten Abgastechnologie und den künftig EU-weit obligatorischen Straßentests (RDE) werde der Diesel-Pkw die letzte „Baustelle“ bei den Schadstoffen schließen. „Schon heute ist die Luft in Deutschland so gut wie nie zuvor. Zwischen 1990 und 2015 sind die NOx-Emissionen aus dem Straßenverkehr laut Umweltbundesamt um rund 70 Prozent gesunken“, sagte Mattes. Die Umstiegsprämien würden ergänzt um das kostenlose Software-Update von über 5 Mio. Pkw und einer 250-Mio-Euro-Beteiligung deutscher Hersteller am Mobilitäts-Fonds der Bundesregierung.

Auch im Bereich Elektromobilität gibt es erfreuliche Fortschritte.

Der VDA-Präsident betonte, dass der Hochlauf der Elektromobilität auch anhand der Zahlen erkennbar sei: „Allein im vergangenen Jahr haben sich die Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen in Deutschland mehr als verdoppelt (+117 Prozent).“ Entsprechend stieg der Marktanteil von 0,8 auf 1,6 Prozent. „Die deutsche Automobilindustrie investiert jährlich über 40 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung, ein Großteil davon geht in die Elektromobilität und alternative Antriebe“, sagte Mattes.

„Die Position der deutschen Pkw-Hersteller im Bereich Elektromobilität wird immer stärker und zeigt, dass unsere Mitgliedsunternehmen die richtigen Modelle anbieten, die vom Kunden angenommen werden“, unterstrich Mattes und verwies auf aktuellste Zahlen. So stieg der Marktanteil der deutschen Hersteller bei neu zugelassenen Elektroautos in Deutschland in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres auf 70 Prozent (Jan-Feb. 2017: 57 Prozent), im Gesamtjahr 2017 gab es einen Anstieg des Marktanteils von 59 auf 66 Prozent. In Deutschland ist der Anteil der privaten Halter bei E-Autos (Jan-Feb. 2018) auf 39 Prozent gestiegen – und damit sogar höher als im Pkw-Gesamtmarkt (36 Prozent).

Im Jahr 2017 haben die deutschen Hersteller in Westeuropa ihren Marktanteil bei E-Pkw-Neuzulassungen auf 53 Prozent gesteigert (Vorjahr: 50 Prozent). Im Leitmarkt Norwegen – dort haben vier von zehn Neuzulassungen einen Elektroantrieb – erreichten die deutschen Hersteller 2017 einen Marktanteil von 54 Prozent.

„Ein weiterer Erfolgsindikator für die deutsche Automobilindustrie belegt die Tatsache, dass gut 80 Prozent der in Deutschland gefertigten Elektroautos exportiert werden“, sagte Mattes. „Wichtig ist nun eine schnelle Umsetzung beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Nur bei einer gemeinsamen Kraftanstrengung von Industrie und Politik ist ein relevanter Elektrofahrzeuganteil von 15 bis 25 Prozent in Europa bis 2025 zu erreichen“, unterstrich der VDA-Präsident.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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