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VDA: Es gibt bessere Instrumente als Fahrverbote

Berlin, 23. Mai 2018

Statement des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zu Fahrverboten in Hamburg

Die Stickoxidemissionen im Straßenverkehr sind seit 1990 um 70 Prozent gesunken – trotz einer von 1990 bis heute um etwa die Hälfte gesteigerten Verkehrsleistung. Die Luft in Deutschland ist also immer sauberer geworden. Wir haben kein Flächenproblem, sondern Überschreitungen der Jahresgrenzwerte an einigen Hotspots. Die Stundengrenzwerte werden überall eingehalten.

Wir gehen davon aus, dass Stickoxid-Jahresmittelwerte in Deutschland in nächster Zeit deutlich sinken werden, da die Maßnahmen, die auf dem Dieselgipfel mit der Bundesregierung vereinbart wurden, greifen.

Es gibt bessere Instrumente für die Luftqualität in Städten als Fahrverbote. Innovationen leisten einen höheren Beitrag. Allein die natürliche Bestandserneuerung durch moderne und saubere Dieselfahrzeuge wird in den kommenden Jahren zu einer erheblichen Steigerung der Luftqualität führen. Bereits 2017 kamen 1,1 Mio. neue Euro-6-Diesel auf die Straße.

Was wir zugesagt haben, setzen wir um. Unser Commitment steht. Dazu gehören Software-Updates, Umstiegsprämien und die Beteiligung am Mobilitätsfonds. Hinzu kommen unsere Initiativen mit den Städten, deren Stickoxidwerte noch spürbar über dem Jahresgrenzwert liegen, dazu gehört auch Hamburg.

Es gibt eine ganze Palette an wirkungsvollen Instrumenten. Die deutsche Automobilindustrie kooperiert eng mit der Stadt Hamburg bei der Gestaltung der urbanen Mobilität der Zukunft. Mehrere Unternehmen haben entsprechende Mobilitätspartnerschaften mit der Stadt abgeschlossen. Ein Ziel ist dabei die beschleunigte Markteinführung der Elektromobilität. So treibt die Stadt den Aufbau der Ladeinfrastruktur voran, während die Unternehmen der Automobilindustrie ihre Carsharing-Flotten in Hamburg schrittweise auf Elektroantriebe umstellen. Zudem wurden im Rahmen der vom Bund geförderten Beschaffungsinitiative e-Drive weitere Elektrofahrzeuge an Hamburger Behörden, Unternehmen und Bürger ausgeliefert. Ab Herbst 2018 wird ein deutscher Bushersteller auch Elektrobusse für den Stadtverkehr an Hamburg liefern.

Ein zweiter Baustein der Zusammenarbeit ist die Entwicklung neuer Mobilitätsdienste in Ergänzung zum öffentlichen Verkehr. So wird in Hamburg ein neues Ride-Pooling-Angebot mit rein elektrisch betriebenen Shuttle-Fahrzeugen an den Start gehen. Alle diese Projekte werden auch einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Verbesserung der Luftqualität in Hamburg leisten. Hamburg ist auch Partner in der vom VDA initiierten Plattform Urbane Mobilität, in der Konzepte für die urbane Mobilität gemeinsam von Städten und Industrie entwickelt und umgesetzt werden sollen. So wird zum Beispiel aktuell daran gearbeitet, die Voraussetzungen für die Einführung von Ampelphasen-assistenten zu schaffen, um so den Verkehrsfluss weiter optimieren und die Umweltbelastung weiter verringern zu können.

Ähnliche Instrumente werden auch in anderen Städten geprüft und eingesetzt. Zudem gehen die Unternehmen der deutschen Automobilindustrie neue Wege: Sie weiten beispielsweise ihr Angebot von Jobtickets aus, führen mehr Home-Office ein und unterstützen Fahrgemeinschaften.

Wir sind davon überzeugt, dass wir bald eine deutliche Verbesserung bei den Messwerten haben werden.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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