Pressemeldungen

Nutzfahrzeughersteller begrüßen europäische Ausstattungspflicht mit Abbiegeassistenten

Berlin, 10. Juli 2018

VDA unterstützt „Aktion Abbiegeassistent“ des BMVI. Abbiegeassistenten und Kamera-Monitor-Systeme sind bereits heute verfügbar.

Bei der „Aktion Abbiegeassistent“ im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur erklärte VDA-Geschäftsführer Dr. Joachim Damasky:

„Der Verband der Automobilindustrie begrüßt die Aktion Abbiegeassistent von Bundesminister Andreas Scheuer. Der VDA wird die Initiative intensiv begleiten und unterstützen.

Gerade im städtischen Verkehr kommt es immer wieder zu Unfällen von Lkw mit Radfahrern oder Fußgängern. In vielen Situationen sind vor allem Radfahrer mit den vorhandenen Spiegeln für Lkw-Fahrer nur kurz oder schwer zu erkennen. Unübersichtliche Kreuzungssituationen und wechselnde Spurführungen, unzureichend gestaltete Radspuren und fehlende Aufstellbereiche für Radfahrer an Haltelinien für Lichtsignalanlagen führen regelmäßig zu kritischen Situationen beim Abbiegen.

Abbiegeassistenten können solche Gefahrensituationen mit Hilfe von Sensoren zuverlässiger erkennen und den Fahrer warnen. Die Systeme können daher einen wesentlichen Beitrag leisten, um schwerwiegende Unfälle zu verhindern. Erste Abbiegeassistenzsysteme sind für bestimmte deutsche Fahrzeuge bereits heute verfügbar. Im Rahmen der UN Wirtschaftskommission für Europa wird derzeit eine neue technische Regelung für Abbiegeassistenten erarbeitet. Auf dieser Grundlage plant die EU die Einführung einer Ausstattungspflicht. Das bedeutet, dass neue Lkw in wenigen Jahren verpflichtend mit Abbiegeassistenten ausgestattet sein müssen. Die deutschen Nutzfahrzeughersteller begrüßen und unterstützen diese politische Initiative ausdrücklich. Die Ausstattungspflicht ist das entscheidende regulatorische Instrument, um eine vollständige Marktdurchdringung von Abbiegeassistenten zu erreichen.

Neben Abbiegeassistenzsystemen sind bereits heute Kamera-Monitor-Systeme verfügbar, sowohl als Erstausstattung als auch zur Nachrüstung. Sie können dem Fahrer helfen, andere Verkehrsteilnehmer zu erkennen, die in den Spiegeln nicht ausreichend wahrnehmbar sind. Die Systeme stellen das Sichtfeld im Nahbereich neben dem Fahrzeug auf einem Monitor dar Kamera-Monitor-Systeme können eine Übergangslösung darstellen, solange Abbiege-assistenzsysteme noch nicht flächendeckend verbreitet sind.

Erfreulich wäre es, wenn Transportunternehmen verstärkt von dieser Möglichkeit Gebrauch machen, die Abbiegeassistenten bzw. Kamera-Monitorsysteme bieten. Die Branche braucht dafür Anreize. Deswegen sollte die Bundesregierung zusätzliche Förderungsmöglichkeiten für Sicherheitstechnologien prüfen.

Technische Lösungen alleine werden auch langfristig nicht jeden Unfall verhindern. Daher müssen alle denkbaren Maßnahmen ergriffen werden, um alle Verkehrsteilnehmer bestmöglich zu schützen. Handlungsbedarf besteht auch bei der Infrastruktur, die an neuralgischen Punkten konsequent auf Sicherheit ausgelegt sein muss. Sichere Aufstellbereiche oder spezielle Ampelphasen für Radfahrer sind nur einige Beispiele, wie für mehr Sicherheit gesorgt werden kann. Auch die Verkehrserziehung muss weiter gestärkt werden. Gerade Kinder und Jugendliche sollten noch intensiver für Gefahren sensibilisiert werden. Dazu gilt es, bestehende Kampagnen und Aktion zu stärken. Die Hersteller werden dazu ihren Beitrag leisten.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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