VDA-Präsident Bernhard Mattes zu den handelspolitischen Vereinbarungen zwischen der EU und den USA

Berlin, 26. Juli 2018

Gutes Signal der Deeskalation – Verhandlungen rasch beginnen

„Dieses Signal der Deeskalation ist wichtig und nach den Entwicklungen der vergangenen Wochen ein großer Schritt nach vorn. Damit  besteht nun eine reale Chance, zusätzliche Zölle oder gar einen Handelskrieg zwischen den USA und der EU zu verhindern. Das ist eine gute Nachricht für Wirtschaft und Verbraucher auf beiden Seiten des Atlantiks. Nun gilt es, die Verständigung mit Leben zu füllen und rasch Verhandlungen aufzunehmen.

Die EU und die USA stehen zusammen für 50 Prozent des Welthandels. Der gegenseitige Abbau von Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen ist aus Sicht der Automobilindustrie der richtige Weg. Ein WTO-konformes transatlantisches Abkommen zu Industriegütern, das Automobile einschließen sollte, unterstützen wir. Die EU sollte nun geschlossen agieren und ihre handelspolitischen Spielräume nutzen.

Die deutsche Automobilindustrie steht für den freien Welthandel. Der Zugang zu den internationalen Märkten und der Abbau von Handelsschranken sind zentrale Voraussetzungen für die Sicherung unserer Wettbewerbsfähigkeit und damit für Wachstum und Beschäftigung. Auch für unser Engagement in den USA ist freier und fairer Handel entscheidend. Denn die Vereinigten Staaten sind für die deutschen Hersteller und Zulieferer ein strategisch wichtiger Markt und Produktionsstandort. In über 300 Werken beschäftigen unsere Unternehmen mehr als 118.000 Mitarbeiter. Pro Jahr fertigen die deutschen Hersteller in den USA mehr als 800.000 Fahrzeuge. Mehr als jedes zweite Auto, das sie dort produzieren, wird nach Europa, Asien oder in den Rest der Welt exportiert. Daher ist es umso wichtiger, dass der Zollstreit umfassend, d.h. auch gegenüber anderen beteiligten Ländern - wie China oder Mexiko und Kanada - beigelegt wird.

Das Vorhaben, nicht–tarifäre Handelshürden abzubauen, sehen wir positiv. Denn die gegenseitige Anerkennung von Standards und regulatorische Kooperation beseitigen unnötigen bürokratischen Aufwand und senken Kosten. Das würde gerade auch kleinen und mittleren Unternehmen zusätzliche Absatzchancen bieten und den Wettbewerb stärken. Kunden auf beiden Seiten des Atlantiks würden davon profitieren.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
Nach oben springen