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Mattes: Maßnahmen des Dieselgipfels wirken – Luftqualität in Städten immer besser

Berlin, 31. Juli 2018

Ein Jahr nach dem Dieselgipfel zieht VDA-Präsident Bernhard Mattes eine positive Bilanz

„Die Luftqualität in Städten wird immer besser. Fakt ist: Die Stickoxidemissionen des Straßenverkehrs haben sich seit 1990 um rund 70 Prozent verbessert – obwohl die Verkehrsleistung im gleichen Zeitraum um 50 Prozent gestiegen ist.

Die Maßnahmen des Nationalen Forums Diesel zeigen Wirkung. Die Stundengrenzwerte für Stickoxide (200 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft) werden bereits in allen Städten eingehalten. Auch die Zahl der Städte, die noch höhere Jahresmittelwerte aufweisen, hat sich reduziert. Durch weitere verkehrliche Maßnahmen kann auch in den verbliebenen 17 Städten mit Werten über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft die Luftqualität weiter verbessert werden. Elf weitere Städte sind kurz davor, die Ziellinie zu erreichen. Bei fünf oder sechs Städten muss noch intensiv gearbeitet werden. Dafür sind wirkungsvolle Maßnahmenpakete nötig. Dazu gehören etwa neue Busse und Taxen, mehr Effizienz beim Parksuchverkehr durch Digitalisierung sowie die Grüne Welle. Das reduziert Emissionen. Auch an der Messstation ‚Neckartor‘ in Stuttgart gibt es deutliche Verbesserungen: 2017 sank der Jahresmittelwert um 9 Prozent gegenüber 2016. Die Anzahl der Überschreitungsstunden sank sogar um 91 Prozent auf nur noch 3, und im 1. Halbjahr 2018 auf null Stunden. Der Grenzwert von 18 Stunden wurde also eingehalten.

Von flächendeckenden Fahrverboten kann nicht mehr die Rede sein. Der beste Beitrag zur weiteren Verbesserung der Luftqualität ist eine rasche Erneuerung des Pkw-Bestandes. Allein 2017 kamen 1,1 Mio. moderne Euro-6-Diesel auf die Straße, fast ebenso viele ältere Diesel gingen aus dem Bestand. Dieser Prozess setzt sich kontinuierlich fort.

Bei den auf dem Dieselgipfel vereinbarten Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität in Städten – Software-Updates, Umstiegsprämien, Mobilitätsfonds - kommen wir gut voran.

  • Weit über 2,5 Mio. ältere Diesel-Pkw deutscher Konzernmarken haben bereits ein Software-Update erhalten. Dadurch sinkt die Stickoxidemission je Fahrzeug im Schnitt um 25 bis 30 Prozent. Für weitere gut 1,3 Mio. Fahrzeuge liegen Anträge vor, die noch vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt werden müssen. Der Aufwand für Software-Updates ist erheblich, denn es geht um die Entwicklung, Prüfung und Freigabe hunderter Software-Varianten, abhängig jeweils von Fahrzeug-Motor-Getriebe-Varianten.
  • Die Umstiegsprämien der deutschen Hersteller wurden vom Kunden gut angenommen, über 200.000 Kunden haben bereits davon Gebrauch gemacht. Diese Umstiegsprämien beschleunigen den Erneuerungsprozess.
  • Die deutschen Hersteller beteiligen sich maßgeblich am Mobilitätsfonds der Bundesregierung, mit dem umweltfreundliche Verkehrskonzepte in den Städten vorangebracht werden sollen. Die Verträge dafür sind unterzeichnet, das Geld steht bereit und wird in den nächsten Haushalt einfließen. Leider haben sich die Importeure bislang nicht zu einer Beteiligung an dem Fonds durchringen können. Damit bleibt ein erheblicher Teil des Diesel-Markts in Deutschland bei der Finanzierung von Luftreinhalte-maßnahmen in Städten außen vor.

Wir brauchen eine Versachlichung der Debatte. Der Diesel hat gegenüber dem Benziner einen um bis zu 15 Prozent geringeren CO2-Ausstoß und zählt auch weiterhin zur technischen Kompetenz der deutschen Hersteller: In Westeuropa haben wir im bisherigen Jahresverlauf bei Diesel-Pkw einen Marktanteil von 51 Prozent, in Deutschland sind es 76 Prozent. Vier von zehn Autos (38 Prozent), die in Europa neu zugelassen werden, haben einen Dieselmotor.

Die Politik in Deutschland will keine Fahrverbote, wir auch nicht, und die Autofahrer schon gar nicht. Der moderne Diesel ist nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung. Wir Deutschen sind in dieser Technologie führend, unsere Wettbewerber wissen, dass sie uns hier nicht überholen können. Wir dürfen uns daher auch nicht selbst ausbremsen.

Zudem verfolgt die deutsche Automobilindustrie konsequent ihre ‚Fächerstrategie‘, die alle Antriebsarten umfasst – neben Benziner und Diesel auch Plug-in-Hybride, rein batterieelektrische Antriebe, Gasantriebe, Wasserstoff und Brennstoffzelle – und um CO2-neutrale E-Fuels ergänzt wird. Allein bis zum Jahr 2020 investieren die deutschen Hersteller 40 Mrd. Euro in alternative Antriebe. Sie verdreifachen bis dahin ihr Angebot an E-Autos auf über 100 Modelle. Jedes Elektroauto leistet auch einen wichtigen Beitrag zu mehr Luftqualität. Wir setzen bei allen Innovationsprozessen auf Technologievielfalt, weil wir nur so den unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnissen der Menschen gerecht werden und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie sichern.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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