Internationale Pkw-Märkte entwickeln sich im Oktober unterschiedlich

Berlin, 15. November 2018

Europa und China im Oktober im Minus – USA auf Vorjahresniveau – Brasilien, Indien und Russland legen zu

Die internationalen Automobilmärkte haben sich im Oktober unterschiedlich entwickelt. Während in den USA der Light-Vehicle-Absatz das Vorjahresniveau erreichte, mussten in Europa (EU28+EFTA) und China Rückgänge verzeichnet werden. In Japan und Brasilien konnte der Absatz jeweils zweistellig zulegen, in Russland und Indien ging es ebenfalls aufwärts.

Auf dem europäischen Pkw-Markt waren im Oktober weiterhin die Auswirkungen der WLTP-Umstellung zu spüren. Trotz eines zusätzlichen Arbeitstages – verglichen mit dem Vorjahresmonat – gingen die Neuzulassungen um mehr als 7 Prozent auf 1,1 Mio. Einheiten zurück. In den fünf größten Einzelmärkten gab es durchweg ein Minus: In Deutschland, Spanien und Italien ging der Absatz um jeweils 7 Prozent zurück. In Großbritannien betrug der Rückgang 3 Prozent, in Frankreich 2 Prozent. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres wurden in Europa insgesamt 13,4 Mio. Pkw neu zugelassen, ein Zuwachs von gut 1 Prozent.

Auf dem US-Light-Vehicle-Markt (Pkw und Light Trucks) setzte sich der Trend zu Light Trucks fort: Ihr Anteil am Light-Vehicle-Markt erhöhte sich auf knapp 70 Prozent. Im Oktober wurden 940.700 Light Trucks verkauft (+6 Prozent). Zu den Light Trucks zählen neben Pick-ups auch Vans, SUV und CUV. Die deutschen Konzernmarken wuchsen in diesem Segment im bisherigen Jahresverlauf gut dreimal so stark (+28 Prozent) wie der Light-Truck-Markt insgesamt (+8 Prozent).

Im Gegenzug war im Oktober der Pkw-Absatz mit 411.300 Einheiten rückläufig (-10 Prozent). Insgesamt wurden knapp 1,4 Mio. Light Vehicles verkauft, so viele wie im Vorjahresmonat. Bis Oktober umfasste der US-Markt ein Volumen von 14,2 Mio. Light Vehicles (±0 Prozent).

Der chinesische Pkw-Markt musste im Oktober den vierten Rückgang in Folge hinnehmen. Es wurden 2,0 Mio. Fahrzeuge abgesetzt (-13 Prozent). In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres wurden in China 18,9 Mio. Neuwagen verkauft, 1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), betonte: „Trotz des schwierigen Umfeldes konnten die deutschen Konzernmarken von Januar bis September ihren Absatz in China um 6 Prozent auf 3,7 Mio. Einheiten erhöhen und entwickelten sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt. Die Pkw-Exporte aus Deutschland nach China stiegen im gleichen Zeitraum um 8 Prozent.“

Die aktuell schwächere Nachfrage in China ist spürbar. Angesichts des Handelsstreits mit den USA halten sich viele chinesische Kunden derzeit mit Neuanschaffungen eher zurück. Der Markt legt eine Wachstumspause ein. Für das Gesamtjahr 2018 rechnet der VDA mit einem leichten Rückgang von einem Prozent auf 23,8 Mio. Einheiten.

In Indien hat sich der Pkw-Markt im Oktober gut entwickelt. Das Absatzvolumen wuchs um knapp 2 Prozent auf 284.200 Einheiten. Im Jahresverlauf bis einschließlich Oktober betrug das Marktvolumen 2,9 Mio. Einheiten – ein Plus von mehr als 6 Prozent.

Auch das japanische Neuwagengeschäft lieferte im Oktober erfreuliche Zahlen: Mit 346.900 verkauften Pkw lag das Marktvolumen 12 Prozent über Vorjahresniveau, das stärkste Wachstum seit über einem Jahr. Bis Oktober wurden 3,7 Mio. Fahrzeuge verkauft (±0 Prozent).

Der russische Light-Vehicle-Markt verzeichnete im vergangenen Monat erneut einen Zuwachs. Der Inlandsabsatz stieg um 8 Prozent auf 160.400 Fahrzeuge. Seit Jahresbeginn wurden knapp 1,5 Mio. Neufahrzeuge verkauft, 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der brasilianische Light-Vehicle-Markt hat im Oktober wieder an Schwung gewonnen. Insgesamt wurden 245.200 neue Light Vehicles registriert (+24 Prozent). Dies war der absatzstärkste Monat in den vergangenen drei Jahren. Der Blick auf den bisherigen Jahresverlauf ist ebenfalls positiv: 2,0 Mio. Neuwagen bedeuten ein Plus von 14 Prozent.

Okt 18

+/- in %

Jan.-Okt. 2018

+/- in %

Europa (EU28+EFTA)* 1)

1.118.900

-7,4

13.424.400

1,4

Europäische Union (EU-28)* 1)

1.083.600

-7,3

13.036.400

1,6

Westeuropa (EU15+EFTA) 1)

1.014.600

-7,4

12.221.300

0,6

Neue EU-Länder (EU13)* 1)

104.300

-7,2

1.203.000

10,9

Russland** 2)

160.400

8,2

1.457.900

14,1

USA** 3)

1.352.000

0,2

14.205.000

0,4

Japan 4)

346.900

11,6

3.714.200

-0,2

Brasilien** 5)

245.200

24,5

2.028.100

14,4

Indien 6)

284.200

1,6

2.890.100

6,4

China 7)

2.013.900

-13,1

18.936.600

-0,6

Quellen: 1) ACEA  2) AEB  3) WardsAuto  4) JAMA  5) ANFAVEA  6) SIAM  7) CAAM

* ohne Malta

** Light Vehicles

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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