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Bräunig: Deutsche Hersteller und Zulieferer zeigen starkes Engagement in den USA

Berlin/Detroit, 14. Januar 2019

VDA-Geschäftsführer Bräunig auf der North American International Auto Show (NAIAS) – US-Markt zentral für deutsche Automobilindustrie – wichtiger Standort für Produktion in und Export aus den USA – Deutsche Pkw-Marken erreichen 2018 knapp 8 Prozent Marktanteil in USA. Unternehmen beschäftigen 118.000 Mitarbeiter in US-Werken – 2019 könnte die deutsche Automobilindustrie erstmals die 17-Millionen-Absatzmarke knacken – stabile Handelsbedingungen vorausgesetzt.

„Die Vereinigten Staaten sind neben China und Europa die wichtigste Absatzregion der deutschen Automobilindustrie. 2018 haben die deutschen Hersteller dort 1,34 Mio. Light Vehicles verkauft und damit das gute Vorjahresniveau gehalten. Das entspricht dem Verlauf des Gesamtmarktes. Insgesamt haben die US-Amerikaner 17,2 Mio. Light Vehicles gekauft. Damit erreicht der Marktanteil der deutschen Pkw-Marken knapp 8 Prozent“, sagte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf der North American International Auto Show in Detroit.

Weltweit haben die deutschen Konzernmarken im vergangenen Jahr rund 16,5 Mio. Neuwagen abgesetzt. „Bei stabilen handelspolitischen Rahmenbedingungen könnten wir 2019 erstmals die 17-Millionen-Marke knacken“, so Bräunig.

Deutsche Automobilindustrie schafft Jobs in den USA

Die USA sind für die deutsche Automobilindustrie nicht nur als Absatzmarkt, sondern auch als Produktionsstandort bedeutend. Von diesem starken Engagement profitieren US-Wirtschaft und Arbeitnehmer. Bräunig: „Deutsche Hersteller und Zulieferer sind wichtige Arbeitgeber in den USA. 2018 waren rund

118.000 Mitarbeiter in ihren Werken direkt beschäftigt, davon mehr als 80.000 bei unseren Zulieferern. Gegenüber dem Vorjahr stieg unsere US-Beschäftigung um rund 8.000.“ Zusätzlich zu den vier großen Werken der deutschen Hersteller betreiben unsere Zulieferer knapp 330 Produktionsstätten. „Die Unternehmen sorgen in hunderten von US-Kommunen für Jobs und Wertschöpfung. Damit leistet die deutsche Automobilindustrie einen zentralen Beitrag zum amerikanischen Wohlstand“, sagte Bräunig.

Deutsche Hersteller haben Produktion und Export erhöht

Die deutschen Hersteller haben Ihre US-Produktion in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Die USA sind der drittgrößte Auslandsstandort der deutschen Pkw-Hersteller. Während sich die gesamte US-Light-Vehicle-Produktion seit 2009 verdoppelt hat, haben die deutschen Hersteller ihre Produktion fast vervierfacht. 2018 liefen in den USA rund 750.000 Pkw deutscher Marken vom Band. Diese Fahrzeuge sind nicht nur für den heimischen Markt vorgesehen. Bräunig sagte: „Die USA sind ein wichtiger Export-Hub. Unsere Hersteller haben 56 Prozent der in den Vereinigten Staaten hergestellten Fahrzeuge exportiert. 44 Prozent wurden in den USA selbst verkauft.

Während wir rund 750.000 Fahrzeuge in den deutschen US-Werken produziert haben, wurden nur 470.000 Neuwagen aus Deutschland in die USA exportiert.“

Automobilindustrie braucht freien und fairen Handel

„Die jüngsten Entwicklungen zeigen erneut, dass die Automobilindustrie und ihre Arbeitsplätze besonders stark von freiem und fairem Handel abhängen – in den USA, in Deutschland und anderswo. Zusätzliche Zölle oder Local-Content-Vorgaben haben negative Auswirkungen auf die eigene Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit. Daher sind wir sehr besorgt darüber, welche Richtung in der US-Handelspolitik seit 2017 eingeschlagen wurde. Wir dürfen nicht vergessen, dass die EU und die USA zusammen rund die Hälfte des Welthandels ausmachen. Als Partner, nicht Gegner, können wir den globalen Handel prägen”, betonte Bräunig.

Daher unterstützt die deutsche Automobilindustrie ein WTO-konformes transatlantisches Abkommen für Industriegüter, das den Automobilsektor einschließt. Bräunig: „Die Beseitigung von Importzöllen und größtmögliche Verständigung über Regulierungen wären der richtige Weg. Davon würden beide Seiten profitieren.”

Bräunig erwähnte auch den Handelskonflikt zwischen den USA und China: „Die Situation wirkt sich stark auf unsere Unternehmen in den USA aus. 2017 haben die deutschen Hersteller rund 150.000 Fahrzeuge aus US-Produktion nach China exportiert. Jeder fünfte in den USA hergestellt deutsche Neuwagen ging damit nach China. Im Lichte des aktuellen Konflikts wurden nur noch 95.000 neue Fahrzeuge deutscher Hersteller aus den USA nach China exportiert.

Daher hoffen wir, dass beide Länder ihren Disput beilegen werden. Chinas Schritte einer vorläufigen Reduzierung von Importzöllen sind ein ermutigendes Zeichen. Das gilt ebenso für die Gespräche zwischen Vertretern beider Länder in der vergangenen Woche. Die Situation bleibt indes angespannt, für Entwarnung ist es zu früh.“

Deutsche Aussteller in Detroit

2019 sind bedeutende Unternehmen der deutschen Automobilindustrie in Detroit vertreten.

Die Marke Volkswagen stellt in Detroit den neuen Passat für Nordamerika vor. Das in Chattanooga, Tennessee, seit 2011 gefertigte Modell wurde grundlegend überarbeitet und bietet eine Reihe neuer Fahrerassistenzsysteme. Für Volkswagen gehört die NAIAS in Detroit mit ihrer 120-jährigen Geschichte zu den wichtigsten Auto- und Truckmessen der Welt.

Mit effizienter, urbaner Mobilität von morgen beschäftigt sich Mahle auf der NAIAS. Das Unternehmen zeigt ein Mobilitätskonzept, das entlang der Bedürfnisse von Stadtbewohnern entwickelt wurde. Das 48-Volt Fahrzeugkonzept „MEET“ verfügt über eine effiziente und dynamische Antriebseinheit mit integrierter Leistungselektronik, ein ausgeklügeltes Thermomanagement, das die Energie im Fahrzeug effizient nutzt und damit u.a. seine Reichweite erhöht.

Bei ZF steht die NAIAS unter dem Motto „Shaping Next Generation Mobility“. Der Technologiekonzern zeigt Systemlösungen, die die Mobilität noch sauberer, sicherer sowie erreichbarer machen. Dazu zählen etwa Sensoren und IT für alle Level des automatisierten Fahrens sowie neue, innovative Insassenschutzkonzepte für autonome Fahrzeuge. ZF zeigt außerdem fortschrittliche Lenkungs-, Brems- und Fahrwerktechnik. Schließlich steht auch Elektromobilität mit rein-elektrischen Antriebssystemen und integrierten Hybridlösungen im Fokus.

Auch Bosch ist auf der NAIAS präsent. Zukünftige Mobilität mit vernetzten Fahrzeugen, Lösungen für das automatisierte Fahren und für Elektromobilität stehen im Mittelpunkt des Auftritts.

Schaeffler stellt auf der NAIAS ebenfalls Lösungen für die Mobilität von morgen vor. Das Unternehmen präsentiert neben innovativen Technologien aus dem Bereich E-Mobilität eine neue Getriebeanwendung für Mildhybridisierung (MHT). Zudem zeigt Schaeffler einen technologischen Meilenstein für autonomes Fahren, das sogenannte „Space Drive“. Die Steuerung eines Fahrzeugs erfolgt damit nicht mehr mechanisch, sondern innerhalb von Nanosekunden über Kabel durch elektronische Impulse.

Webasto ist in Nordamerika bereits seit 25 Jahren als Zulieferer für Sonnendächer und Cabrioverdecke präsent. Kürzlich wurde ein kalifornisches Unternehmen aquiriert, das besonders auf Ladetechnologie spezialisiert ist. Der nächste Meilenstein werden die neue nordamerikanische Firmenzentrale und das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Michigan, die nächstes Jahr eröffnen, sein.

Bräunig: „Die deutschen Aussteller unterstreichen auf der North American International Auto Show in Detroit ihre intensive Marktpräsenz auf dem für Hersteller und Zulieferer – neben China und Europa – wichtigsten Automobilmarkt und -produktionsstandort. Die Detroit Motor Show ist eine zentrale Messe der Autonation USA. Das belegen bis zuletzt hohe Besucherzahlen. Wir verfolgen die Neuausrichtung der NAIAS daher mit größtem Interesse.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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