Pressemeldungen

Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), zur „Nationalen Industriestrategie 2030“

Berlin, 05. Februar 2019

Das derzeitige Wohlstandsniveau in Deutschland ist kein „Naturgesetz“. Im Gegenteil: Wachstum und internationale Wettbewerbsfähigkeit müssen wieder verstärkt in den Blick genommen werden. Nötig ist eine Balance zwischen Umwelt- und Sozialpolitik einerseits und Industrie- und Wirtschaftspolitik andererseits. Die Initiative des Bundeswirtschaftsministers, das Thema Industriestrategie oben auf die Agenda zu setzen, kommt daher zum richtigen Zeitpunkt. Die Diskussion um die richtigen Weichenstellungen sollte rasch und intensiv geführt werden. Die Automobilindustrie nimmt den Dialog hierzu gen auf.

Die Unternehmen stehen in einem harten globalen Wettbewerb. Es gilt, den Industriestandort Deutschland zu stärken. Klar ist aber auch: der Staat ist nicht der bessere Unternehmer. Eine aktive Industrie- und Standortpolitik sollte wirksame Impulse für Innovationen und Investitionen sowie zukunftsorientierte, verlässliche Rahmenbedingungen für Industrie und Mittelstand schaffen. Dazu gehören etwa ein wettbewerbsfähiges Steuersystem, eine bezahlbare und sichere Energieversorgung und mehr Tempo bei Ausbau der analogen und digitalen Infrastruktur. 

Die Industrie ist eine zentrale Säule für Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Arbeitsplätze in unserem Land. Mit gut einem Viertel hat das produzierende Gewerbe den größten Anteil an der Bruttowertschöpfung, zusammen mit den industrienahen Dienstleistungen liegt er sogar bei über einem Drittel. Insbesondere die Automobilindustrie als eine der deutschen Schlüsselbranchen trägt erheblich zur industriellen Bruttowertschöpfung bei. 

Die Automobilunternehmen stehen mitten in der bedeutendsten Transformation ihrer Geschichte. Deutsche Hersteller und Zulieferer sind selbst Treiber der Evolution. Gleichzeitig muss dieser Wandel aber von der Politik klug und verantwortungsvoll gestaltet werden, etwa durch sinnvolle und ausgewogene Regulierungen. 

Es ist zudem wichtig, darüber zu sprechen, wie die Rahmenbedingungen für unsere Branche, für Forschung und Entwicklung, für Produktion und Innovation in Deutschland konkret verbessert werden können. Leider bleibt das Papier in Bezug auf diese Aspekte zu vage. Auch das Thema, wie wir qualifizierten Nachwuchs gewinnen, wird nicht angesprochen. Bei diesen Themen ist die gesamte Regierung mit sehr konkreten Aktivitäten gefragt.

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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