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Mattes: CO2-Ziele für Lkw sind zu ambitioniert

Berlin, 19. Februar 2019

Trilog einigt sich auf CO2-Grenzwerte für schwere Nutzfahrzeuge in Europa – 30 Prozent CO2-Reduktion bis 2030. Zwischenziel von minus 15 Prozent bis 2025. Nutzfahrzeuge leisten ihren Beitrag zu CO2-Reduzierung

Vertreter der EU-Kommission, des EU-Parlamentes und des europäischen Rates haben sich in den sogenannten Trilog-Verhandlungen auf einen gemeinsamen Vorschlag für die CO2-Regulierung für schwere Nutzfahrzeuge geeinigt. 

Demzufolge sollen die Lkw-Hersteller den CO2-Ausstoß ihrer Neuwagenflotte in der EU bis 2030 um 30 Prozent senken. Bis 2025 müssen 15 Prozent eingespart werden. Das Vergleichsjahr für alle Reduktionsziele ist das Jahr 2019. Damit die Vorgaben verbindlich in Kraft treten können, müssen Rat und Parlament den Beschlüssen noch final zustimmen.

Dazu erklärt Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA): 

„Diese Vorgaben schießen über das Ziel hinaus. Sie tragen der technischen und wirtschaftlichen Realität des Nutzfahrzeugsegments zu wenig Rechnung. Die Regeln zur Anrechnung von besonders umweltfreundlichen Fahrzeugen sind unzureichend. Die Anreize zur Einführung von Niedrig- und Nullemissionsfahrzeugen sind zu schwach ausgeprägt. Außerdem erhöht der Wechsel des Anreizsystems nach 2024 die Komplexität und verschärft die Anforderungen nochmals. Alternative Antriebe sind – anders als im Pkw-Segment – gerade für den schweren Langstreckenverkehr noch nicht in der Breite marktfähig. 

Zudem verschiebt die Regulierung Anreize für die Nutzung strombasierter Kraftstoffe (E-Fuels) zu sehr in die Zukunft.

Vor allem aber fehlt es an einer europaweiten Ladeinfrastruktur für Elektro-Lkw genauso wie an einer ausreichenden Betankungsinfrastruktur für alternative Kraftstoffe wie Wasserstoff. Ohne eine solche Infrastruktur werden sich die festgelegten Vorgaben aber nicht erreichen lassen.

Das richtige Ziel eines emissionsarmen Transportsektors muss im Einklang stehen mit ausgewogener Industriepolitik und Beschäftigungssicherung. Diese Balance fehlt hier. Das birgt Risiken für die Betriebe und die Arbeitnehmer. Das gilt insbesondere auch für die Höhe der Strafzahlungen. Sie lassen jede Verhältnismäßigkeit vermissen. Dadurch könnten selbst große Nutzfahrzeughersteller in ihrer Existenz bedroht werden.

Weil schwere Nutzfahrzeuge ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten eingesetzt werden, ist Effizienz seit jeher ein entscheidendes Kaufargument. Die Nutzfahrzeughersteller senken den Kraftstoffverbrauch seit vielen Jahren erheblich. Allein in den vergangenen fünf Jahren sank der CO2-Ausstoß neuer Lkw um etwa 8 Prozent. Daher steht fest: Nutzfahrzeuge leisten schon lange ihren Betrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen in Europa.

Anders als bei Pkw sind CO2-Vorgaben für schwere Nutzfahrzeuge Neuland. Es gibt bisher keine Vergleichswerte. Zudem unterliegt der Lkw-Markt eigenen Bedingungen: Denn Nutzfahrzeuge sind in tausenden von Varianten unterwegs. Sie unterscheiden sich hinsichtlich des Nutzungszwecks, der Art der Anhänger oder Aufbauten und ihres Beladungszustands ganz erheblich. Daraus ergeben sich auch jeweils verschiedene CO2-Emissionswirkungen. Kaum ein Lkw läuft so vom Band, wie er anschließend auf der Straße in den Einsatz geht."

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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