Pressemeldungen

Statement des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) zum Beschluss des Bundeskabinetts über die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung

Berlin, 22. Mai 2019

„Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, dass es nun, nach jahrelanger Diskussion, zum Einstieg in eine steuerliche Forschungsförderung in Deutschland kommen soll - zusätzlich zur bestehenden Projektförderung. Mit ihren hohen Investitionen in Digitalisierung und alternative Antriebe steht die deutsche Automobilindustrie mitten in einem herausfordernden Transformationsprozess. Deutsche Hersteller und Zulieferer investieren enorm in die Mobilität von morgen und forschen mit höchster Intensität. Die jüngsten Zahlen des Stifterverbandes belegen: Die Automobilindustrie ist die forschungsstärkste Branche in Deutschland. Ihre FuE-Investitionen im Jahr 2017 stiegen allein im Inland um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 25,7 Mrd. Euro. Weltweit umfassten ihre FuE-Aufwendungen 42,7 Mrd. Euro (+6 Prozent). Damit trug die deutsche Automobilindustrie maßgeblich dazu bei, dass das 3-Prozent-BIP-Ziel der Bundesregierung erstmals erreicht wurde.

Jetzt muss es darum gehen, diesen Erfolg zu verstetigen. Daher ist die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung angesichts steigenden Innovationsdrucks ein wichtiges Signal, um die Qualität des Forschungsstandortes Deutschlands im internationalen Standortwettbewerb zu sichern. Zudem ist sie ein geeignetes Instrument, um dem Ziel der Bundesregierung, die Forschungsquote bis zum Jahr 2025 auf 3,5 Prozent des BIP weiter zu erhöhen, näherzukommen. Forschung und Entwicklung dienen nicht nur dem jeweiligen Unternehmen, sondern stellen für die Gesamtwirtschaft einen wertbildenden Faktor dar. Es ist daher richtig – wie von der Bundesregierung beschlossen –, die Förderung grundsätzlich allen Unternehmen zugänglich zu machen, unabhängig von ihrer Mitarbeiterzahl.

Kritisch sehen wir jedoch das vergleichsweise niedrige jährliche Fördervolumen von 1,25 Mrd. Euro insgesamt bzw. von maximal 500.000 Euro jährlich pro Unternehmen. Der Vorschlag kann daher nur als ‚erster Einstieg‘ gewertet werden. Die vorgesehene Evaluierung ist notwendig, um mit Blick auf das 3,5-Prozent-Ziel der Bundesregierung zeitnah nachsteuern zu können.

Der VDA betont, dass die Forschungszulage im Rahmen der Auftragsforschung dem Auftraggeber zufließen sollte. Denn letzterer trägt sämtliche Finanzierungs- und Marktfähigkeitsrisiken aus der Beauftragung. Darüber hinaus würde die Berücksichtigung der Auftragsforschung beim Auftraggeber insbesondere kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) fördern: Gerade bei diesen Unternehmen ohne eigene Forschungskapazitäten erfolgt die FuE-Aktivität oftmals durch Auftragsvergabe an Dritte. Zudem würde die Beauftragung der öffentlichen Forschung ermöglicht.“

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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