Pressemeldungen

Mattes: Diese IAA stimmt uns optimistisch

Frankfurt am Main/Berlin, 20. September 2019

IAA transformiert sich von reiner Automobilmesse zu umfassender Mobilitätsplattform – Digitale Reichweite von über 250 Millionen – Internationales Diskussionsforum für Mobilität der Zukunft – Erlebnischarakter gestärkt – Dialogformat mit Kritikern erfolgreich gestartet – Deutlich mehr als eine halbe Million Besucher

Rede von Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der IAA-Abschluss-Pressekonferenz

Meine Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer IAA-Abschluss-Pressekonferenz.

  • Die IAA endet am Sonntag um 19.00 Uhr. Schon jetzt können wir eine durchaus erfreuliche Bilanz ziehen:
  • Die IAA 2019 stimmt uns optimistisch. Sie ist so breit aufgestellt wie noch nie: mit Tech-Unternehmen wie Microsoft und Google, mit Mobilitätsdienstleitern und Start-Ups – und natürlich mit Herstellern und Zulieferern. Die IAA transformiert sich von einer reinen Automesse zu einer umfassenden Mobilitätsplattform.
  • Sie macht wie keine andere Show die Mobilität der Zukunft erlebbar, indem Menschen die neuen Autos fahren können
  • Die IAA diskutiert umfassend über die Mobilität der Zukunft im Rahmen hochkarätig besetzter Veranstaltungen
  • Die IAA öffnet sich dem Dialog mit Kritikern und Bürgern, auch mit einem sehr spannenden Bürger-Dialog
  • Die IAA ist der Treffpunkt für hochrangige Politiker aus Europa und Deutschland – quer durch alle Parteien. Die Zahl der politischen VIP-Rundgänge ist dreistellig.

Im digitalen Zeitalter geht es nicht mehr allein um vermietete Quadratmeter Fläche, sondern um Relevanz. Auf der IAA zeigen wir der Welt, wie wir um die Themen der Mobilität der Zukunft ringen und konstruktiv debattieren. Hier zeigen wir, wie unser Erfindergeist und Pioniergeist die Herausforderungen der Zukunft lösen können. Gerade in den Social Media ist die IAA in neue Dimensionen vorgedrungen, die selbst Optimisten im VDA vorher nicht für möglich gehalten hätten:

  • Die IAA ist mit einer Reichweite von über 250 Mio. die mit Abstand wichtigste Mobilitätsplattform. Die Reichweite der „Frankfurt Motor Show“ ist mehr als doppelt so groß wie z. B. die des Genfer Autosalons
  • Bemerkenswert ist, wie stark die IAA insbesondere im Bewegtbild auf Social Media präsent ist
  • Insgesamt sind über 7.700 Journalisten aus 95 Ländern akkreditiert. Fast jeder zweite Journalist (46 Prozent) kommt aus dem Ausland – ein neuer Bestwert
  • Das Medieninteresse beschränkt sich nicht nur auf die beiden Pressetage (10./11.09.2019). Auch über die IAA-Eröffnungsfeier (12.09.) mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den anschließenden Rundgang wurde umfangreich und international berichtet.

Das gesellschaftspolitische Umfeld dieser IAA ist ein besonderes. Verschiedene NGO hatten bereits vor Wochen Demonstrationen am ersten IAA-Samstag angekündigt, hinzu kam am ersten IAA-Sonntag die von anderen auto-kritischen Gruppen geplante Blockade der IAA.

Wir haben uns frühzeitig auf diese Lage eingestellt und den NGO ein Dialogangebot gemacht, das von fast allen angenommen wurde: Mit der Podiumsdiskussion am 05.09. in Berlin, mit dem Bürgerdialog am 13.09. hier in Frankfurt. Zudem wurden alle Themen der Mobilität der Zukunft auf der IAA Conference mit über 200 hochrangigen Speakern – auch kritischen Stimmen – behandelt. Wir sehen uns heute bestätigt, dass dieser Ansatz richtig ist: Es ist immer besser, miteinander zu reden statt übereinander. Wir wollen das Format fortführen.

Und es spricht für sich, dass selbst am Wochenende – trotz Demo und Blockade – über 110.000 Besucher auf die IAA kamen. Am Sonntag protestierten 500 Leute vor den Toren der IAA – auf der IAA waren 50.000 gut gelaunte Besucher, darunter viele Familien mit Kindern, Mobilitätsfans. Für uns ebenso wichtig: Es blieb friedlich, die Sicherheit der IAA-Besucher und aller anderen Bürger war stets gewährleistet. Daher gilt heute auch mein besonderer Dank der Polizei sowie den Einsatz- und Ordnungskräften. Sie haben mit enormem Engagement, großer Umsicht und Augenmaß dafür gesorgt, dass das erste IAA-Publikumswochenende friedlich verlief und die Besucher auf die IAA kommen konnten.

Das große gesellschaftspolitische Thema dieser IAA sind Klimaschutz und individuelle nachhaltige Mobilität. Für uns sind das keine Gegensätze, sondern zwei Seiten einer Medaille: Wir stehen zu den Pariser Klimaschutzzielen, wir wollen die strammen EU-Ziele für 2030 erreichen. Aber wir sind davon überzeugt, dass das nur mit dem modernen Auto geht, nicht ohne das Auto. Darin unterscheiden wir uns von denjenigen, die das Auto schlicht verbieten oder ganz abschaffen wollen. Wir sehen dies auch in unseren Besucherbefragungen: Im Mittelpunkt des Besucherinteresses stand die Elektromobilität. Unsere Aussteller sind besonders beeindruckt, wie gut die IAA-Gäste gerade bei Elektrofahrzeugen informiert und wie konkret ihre Fragen sind. Außerdem waren natürlich sportliche Autos besondere Highlights für die IAA-Besucher.

Die Attacken, die in den vergangenen Wochen gegen das Auto und insbesondere gegen den SUV geritten wurden, sind Zeichen einer überhitzten Diskussion. Eine bedeutende Tageszeitung in Deutschland hat gestern zu Recht geschrieben: „Wir brauchen mehr Nüchternheit in der Debatte“. Es macht auch aus meiner Sicht keinen Sinn, „die umsatzstärkste Industriebranche noch mit einem fast religiösen Furor unter Druck zu setzen“, wie dort zu lesen war.

Deutschland ist Industrieland, war immer Autoland, hier wurde das Auto erfunden. Darauf sind wir stolz. Und hier entwickeln wir das Auto weiter als integralen Teil einer Gesamtlösung der Mobilität. Die Menschen wollen mobil sein. Es geht nicht um die Abschaffung individueller Mobilität, sondern um mehr Nachhaltigkeit, um geringere Emissionen durch Innovation. Und hierzu gehört das Auto – emissionsfrei und vernetzt. 

Diejenigen, die die IAA vorab und zu Unrecht als ein Forum etikettieren wollten, das durch „größere Autos, mehr PS, höheren Verbrauch“ gekennzeichnet sei, sollten sich selbst ein Bild von dieser Mobilitätsplattform machen: Mehr serienmäßige Elektromobilität gab es bislang noch auf keiner anderen IAA. Wir lösen die Aufgaben nicht durch Verbote, sondern durch innovative Produkte, die neue Maßstäbe bei Emissionen setzen.

Für die Besucher ist die IAA vor allem auch eine große Erlebniswelt: Die Probefahrten waren trotz höherer Fahrzeuganzahl jeden Messetag bereits morgens ausgebucht, vor dem Offroad Parcours auf der Agora und dem autonomen Shuttle bildeten sich lange Schlangen, und auch der E-Move-Track wurde durchgehend sehr stark frequentiert. Die IAA Heritage by Motorworld wurde zu einem neuen Publikumsliebling, die Gänge waren gesäumt von Automobilbegeisterten jeden Alters. Zehntausende Besucher konnten so die „IAA Experience“ mit allen Sinnen erleben.

Diese IAA ist so politisch wie noch nie. Mehr Politiker denn je beteiligten sich an Diskussionen, auch in der IAA Conference. Über 100 Politiker aus dem In- und Ausland meldeten sich zu Rundgängen über die Messe an. Hier nur eine kurze Auswahl der Gäste: Wir hatten Arvind Sawant, Industrieminister Indien, zu Gast, zwei Delegationen der US-Botschaft, Xavier Bettel, Premierminister Luxemburg, Dr. Marius Skuodis, Stellvertretender Wirtschaftsminister aus Litauen. Des Weiteren über ein Dutzend Mitglieder des Europa-Parlaments, darunter Daniel Caspary MdEP (EVP/DEU), Vorsitzender der deutschen CDU/CSU-Gruppe, Jens Geier MdEP, Vorsitzender der SPD-Gruppe in der S&D-Fraktion, Svenja Hahn MdEP (ALDE/DEU), sowie eine Gruppe von EU-Kommissionsbeamten.

Eindrucksvoll ist auch die Gästeliste auf Bundesebene: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sowie zahlreiche Bundestagsabgeordnete, darunter Christian Lindner, FDP-Parteivorsitzender und Vorsitzender der FDP-Bundestagsfraktion, Robert Habeck, Parteivorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen, sowie zahlreiche weitere Bundestagsabgeordnete.

Auf Landesebene waren Tobias Hans, Ministerpräsident des Saarlandes, Volker Bouffier, Ministerpräsident des Landes Hessen, Boris Rhein, Präsident des hessischen Landtages, Volker Wissing, rheinland-pfälzischer Landesminister für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau sowie stellvertretender Ministerpräsident, Tarek Al-Wazir, hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Anke Rehlinger, Wirtschaftsministerin Saarland, Reinhold Hilbers, Finanzminister Niedersachsen, und Axel Wintermeyer, Staatsminister und Chef der hessischen Staatskanzlei, sowie zahlreiche Staatssekretäre und Landtagsabgeordnete da.

Aber es kamen nicht nur Promis aus der Politik. Darüber hinaus konnten wir Joachim Löw, Trainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft, Jürgen Klopp, Cheftrainer des FC Liverpool und ehemaliger Nationalspieler, sowie Oliver Bierhoff, DFB Direktor und ehemaliger Nationalspieler, auf der IAA begrüßen. Auch die deutsche Hip-Hop-Gruppe „Die Fantastischen Vier“ war da.

Die IAA hat sich damit noch mehr als die internationale Plattform der Mobilität der Zukunft gezeigt. Alle wichtigen Themen – Elektromobilität, Klimaschutz, Digitalisierung, urbane Mobilität und vieles mehr – werden hier in einer Breite gezeigt und Tiefe diskutiert, wie das auch im internationalen Vergleich beispiellos ist.

Dass diese IAA mit ihrer geringeren Zahl an ausstellenden Automobilmarken weniger Besucher als 2017 aufweisen würde, hatten wir erwartet. Hinzu kam das erste IAA-Wochenende, das es den Besuchern alles andere als einfach machte, auf die IAA zu kommen.

Dennoch sind wir mit dem Publikumsinteresse sehr zufrieden. Wir haben in der zweiten Woche eine sehr stabile Entwicklung. Und ich rechne damit, dass wir am zweiten IAA-Wochenende noch einen „Nachholeffekt“ haben werden.

Wer kommt zur IAA?

Hier einige Ergebnisse der Besucherbefragung:

  • Die IAA-Besucher werden immer internationaler: Gut jeder fünfte (22 Prozent) kommt aus dem Ausland
  • Immer mehr reisen aus Asien an: Ihr Anteil an den internationalen Gästen verdoppelte sich gegenüber 2017 auf 20 Prozent
  • Der Fachbesucheranteil liegt bei über 40 Prozent
  • Fast jeder dritte IAA-Gast plant in den nächsten sechs Monaten den Kauf eines Neu- oder Gebrauchtwagens, gut ein Viertel erwägt diese Investition
  • Der IAA-Besucher ist im Schnitt 34,6 Jahre alt – am Wochenende ist er mit 31,5 Jahren noch jünger
  • Jeder fünfte Besucher kommt mit Kindern auf die IAA
  • Der Anteil von Frauen an den IAA-Gästen beträgt knapp ein Fünftel

Aus welchen Gründen kommen die Menschen auf die IAA?

  • Auf Platz 1: Autos sind mein Hobby (34 Prozent) – das sind unsere Fans
  • Jeder dritte will Autos und Neuheiten sehen, die es so zum ersten Mal nur auf der IAA gibt
  • Gut jeder vierte hat Interesse an der Mobilität der Zukunft

Besonders häufig besucht werden die Bereiche Elektromobilität (34 Prozent), Sportwagen (33 Prozent) und Oldtimer (29 Prozent). Noch liegen zweieinhalb Messetage vor uns. Trotzdem können wir – auch aufgrund der langjährigen Erfahrung – heute feststellen: Wir gehen davon aus, dass bis Sonntagabend die Besucherzahl auf deutlich mehr als eine halbe Million Menschen steigen wird. Das ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass das Interesse der Bürger am Automobil, an nachhaltiger individueller Mobilität weiterhin sehr hoch ist. Die IAA hat unter widrigen Bedingungen ihre Attraktivität unter Beweis gestellt.

Jetzt blicken wir nach vorn: Unter dem Motto „Driving tomorrow“ präsentiert sich die IAA 2019 in Frankfurt am Main als die internationale Plattform der Mobilität in einer nie dagewesenen Breite und Vielfalt. Die Transformation der gesamten Branche verändert auch die IAA. Wir gehen noch stärker in Richtung interaktiver Formate, die den Dialog fördern und echte Erlebnisse stärken. Und wir werden noch stärker digital präsent sein – also die Social Media bespielen. Zudem nutzen wir das Momentum der gesellschaftlichen Debatte: Wir werden die IAA weiter ausbauen als die Diskussionsplattform mit Experten wie Kritikern gleichermaßen. Wo, wenn nicht hier?

Der Vertrag mit der Messe Frankfurt läuft bis einschließlich der IAA 2019. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern – Herstellern und Zulieferern – entwickeln wir ein neues Konzept für die IAA 2021. Heute beschränken wir uns ausschließlich auf das Messegelände, morgen wollen wir neue Mobilität noch stärker zum Bürger tragen. Den Dialog über diese Herausforderung und Aufgabe führen wir derzeit intensiv.

Die IAA wird ihre Stärken – die gesamte Wertschöpfungskette, die Erlebniswelt, die Premieren und das internationale Conference-Programm – weiter ausbauen.

Denn die IAA wird auch künftig die international relevanteste Plattform für die Innovationskraft der gesamten Automobilindustrie sein. Sie bietet den Besuchern individuelle nachhaltige Mobilität zum Anfassen – und sie öffnet 2021 erneut weit das Fenster zur Mobilität von morgen.

Lassen Sie sich überraschen!

Eckehart Rotter
Eckehart Rotter Leiter Abteilung Presse

Tel: +49 30 897842-120 Fax: +49 30 897842-603
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