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Wissmann: Beschluss mit Augenmaß – Grenzwerte ambitioniert

Berlin, 06. Februar 2013

„Mit ihrem Beschluss nehmen die EU-Parlamentarier eine notwendige und wichtige Korrektur an den unrealistischen Plänen der Kommission vor“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der heutigen Abstimmung des europäischen Parlaments über die Verordnung zur Regulierung der Außengeräusche von Straßenfahrzeugen. „Die EU-Abgeordneten haben verstanden, dass es wenig Sinn macht, kurzfristig in den aktuellen Neuwagenbestand einzugreifen. Die neuen Grenzwerte sind so justiert, dass sie die Entwicklungszeiträume für neue Fahrzeuggenerationen berücksichtigen. Die Grenzwerte des EU-Parlaments verlangen den Automobilunternehmen viel ab, ohne dabei den Bogen der wirtschaftlichen Tragfähigkeit zu überspannen. An diesem Votum sollte sich jetzt auch der Rat orientieren.“

Die Grenzwerte werden für die unterschiedlichen Fahrzeugklassen, vom konventionellen Pkw über Busse bis hin zum schweren Nutzfahrzeug, individuell bestimmt. „Das europäische Parlament berücksichtigt dabei den aktuellen Fahrzeugmarkt. Die Einteilung der Fahrzeugklassen entspricht den heutigen technischen Gegebenheiten“, betonte Wissmann. Dies stelle gegenüber dem Kommissions-Entwurf eine erhebliche Verbesserung dar: „Die von der Kommission aufgeführten Fahrzeugklassen waren teilweise über 25 Jahre alt und bildeten nicht mehr die Realität ab.“

Der VDA-Präsident wies darauf hin, dass moderne Neuwagen heute erheblich leiser sind als ihre Vorgängermodelle. „Seit 1970 wurden die Geräuschemissionen der Fahrzeuge um 85 Prozent abgesenkt. 13 moderne Nutzfahrzeuge erreichen heute nur noch den Schallpegel eines einzelnen Nutzfahrzeugs aus dem Jahr 1980. Analog dürfen heute sechs moderne Pkw nur noch den Schallpegel eines einzelnen Pkw von 1980 besitzen.“

Wissmann betonte, dass für eine wirksame Lärmreduzierung auch Maßnahmen außerhalb des Fahrzeugs notwendig seien. Dazu gehörten etwa eine intelligente Verkehrslenkung für einen stetigen Verkehr, lärmarme moderne Straßenbeläge oder bauliche Schallschutz-maßnahmen.

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