Pressemeldungen

Deutsche Automobilindustrie in China weiter auf Wachstumskurs

Berlin, 20. April 2013


Statement von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobil-industrie (VDA), anlässlich der VDA-Pressekonferenz auf der Shanghai Motor Show am Samstag, 20.04.2013, 12.00 Uhr


Der VDA begrüßt Sie sehr herzlich zur Pressekonferenz hier auf dem Deutschen Gemeinschaftsstand auf der Auto Shanghai. Mit 30 Ausstellern – alle hoch kompetente und innovative Zulieferer – ist der Deutsche Gemeinschaftsstand größer und umfassender als vor zwei Jahren. Hinzu kommen etliche große Zulieferunternehmen aus Deutschland, die hier in Shanghai mit einem eigenen Ausstellungsstand präsent sind.

Der gemeinsame Auftritt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt. Wir danken an dieser Stelle dem AUMA (Ausstellungs- und Messeausschuss der Deutschen Wirtschaft), der Messegesellschaft IMAG und der Deutschen Botschaft für die hervorragende Kooperation.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) mit Sitz in Berlin hat über 600 Mitglieder. Eine der Besonderheiten des VDA im internationalen Vergleich ist, dass wir sowohl die Fahrzeughersteller als auch deren Zulieferer unter einem Dach vereinen.

Die deutschen Automobilhersteller haben im vergangenen Jahr 13,6 Mio. Pkw weltweit produziert, davon gut 8,2 Mio. Einheiten an ausländischen Standorten. Unsere Fertigung entspricht damit rund einem Fünftel der Welt-Pkw-Produktion. Unsere Zulieferer haben daran einen Wertschöpfungsanteil von rund 75 Prozent.

Deutsche Hersteller und Zulieferer sind weltweit in mehr als 70 Ländern mit eigenen Fertigungsstandorten vertreten.
Insgesamt sind die deutschen Hersteller und Zulieferer mit über 2.000 Produktions- und Montagestätten im Ausland vertreten. Davon befinden sich über 200 Standorte deutscher Zulieferer hier in China. Die zahlreichen Produktionsstätten unserer Hersteller kommen noch hinzu.

Chinas Automobilmarkt wächst weiter

Kein anderes Land hat in den vergangenen Jahren eine so rasante Wachstums-Story über das Automobil geschrieben wie China: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Pkw-Markt in China verzwanzigfacht – von 614.000 Einheiten im Jahr 2000 auf über 13,2 Mio. Neuwagen im Jahr 2012. Das entspricht einem Weltmarktanteil von rund einem Fünftel. Allein seit dem Jahr 2008 (5,7 Mio. Pkw) hat sich das Marktvolumen in China mehr als verdoppelt. Begleitet wird dieser dynamische Prozess von einem hohen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, einem steigenden Lebensstandard und einem massiven Ausbau der Straßeninfrastruktur. Hinzu kommt, dass das Durchschnittsalter der Chinesen bei 36 Jahren liegt. Sie sind damit im Durchschnitt neun Jahre „jünger“ als die Deutschen. China steht exemplarisch dafür, dass der Wunsch der Menschen nach individueller Mobilität, nach dem eigenen Auto, nach der persönlichen Nutzung eines Fahrzeuges kulturübergreifend und interkontinental ist.

Das weltweite Potenzial ist bei weitem noch nicht ausgeschöpft: Der Motorisierungsgrad in China ist immer noch vergleichsweise niedrig. Die Pkw-Dichte beträgt 37 Einheiten pro 1.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 525 Pkw pro 1.000 Einwohner.

Im vergangenen Jahr wuchs der chinesische Pkw-Markt um 8,4 Prozent. Auch der Start in das laufende Jahr war von hoher Nachfrage geprägt: Im ersten Quartal 2013 legte der Pkw-Absatz um gut 25 Prozent auf über 3,9 Mio. Einheiten gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Allein im März erhöhten sich die Verkäufe um ein Fünftel auf knapp 1,4 Mio. Neuwagen.

Es wäre allerdings vermessen, diese Zahl auf das Gesamtjahr hochzurechnen. Unsere konservative Prognose geht davon aus, dass der chinesische Pkw-Markt im Gesamtjahr 2013 um 6 Prozent auf rund 14 Mio. Einheiten steigen wird. Er wird damit den westeuropäischen Pkw-Markt schon um 2,5 Mio. Fahrzeuge übertreffen.

Deutsche Hersteller steigern Marktanteil auf über ein Fünftel

Es unterstreicht die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Automobilindustrie, dass sie das stramme Tempo hier in China nicht nur mitgehen konnte, sondern dass die deutschen Konzernmarken sogar immer noch schneller wachsen als der Markt.

Deutsche Hersteller gehörten vor rund 30 Jahren zu den ersten internationalen Unternehmen, die sich in China engagiert haben. Wir sind also nicht auf einen fahrenden Zug aufgesprungen, sondern haben mit unserer Technologie und unseren Investitionen maßgeblich dazu beigetragen, dass das Automobilland China seine Drehzahl kontinuierlich erhöhen konnte. Damit wurden frühzeitig die Grundlagen für die erfreuliche Entwicklung unserer Mitgliedsunternehmen in China gelegt.

Seit 2009 haben wir unseren Marktanteil um 4 Prozentpunkte auf 21,4 Prozent erhöht. Im gleichen Zeitraum haben die deutschen Hersteller ihren Pkw-Absatz in China auf 2,84 Mio. Einheiten nahezu verdoppelt (2009: 1,46 Mio. Einheiten). Gegenüber dem Jahr 2006 (0,74 Mio. Einheiten) haben wir unsere Pkw-Verkäufe sogar vervierfacht.

Auch im bisherigen Jahresverlauf sind wir gut unterwegs: Unser Marktanteil ist in den ersten beiden Monaten auf 21,6 Prozent gestiegen. Das heißt: mehr als jedes fünfte Auto, das heute in China neu verkauft wird, zählt zu einer deutschen Konzernmarke.

Vor-Ort-Produktion um mehr als ein Drittel erhöht

Dieser Erfolg ist natürlich nicht allein durch Export aus Deutschland zu erreichen. Wir verfolgen in China – wie übrigens in allen anderen großen Automobilmärkten auch – unsere „Zwei-Säulen-Strategie“, die Export aus Deutschland und Fertigung vor Ort umfasst. Seit dem Jahr 2005 haben wir die Pkw-Produktion in China um das Siebenfache auf 2,9 Mio. Einheiten im Jahr 2012 gesteigert. Allein im vergangenen Jahr gab es einen Zuwachs um 36 Prozent (von gut 2,1 Mio. Einheiten im Jahr 2011). Auch im laufenden Jahr wird dieser Prozess fortgesetzt.

Wie sehr die Bedeutung Chinas als Produktionsstandort auch für die deutsche Automobilindustrie gewachsen ist, zeigt ein längerfristiger Vergleich: Im Jahr 2000 hatte die deutsche Pkw-Produktion in China noch einen Anteil von 9 Prozent an der gesamten Auslandsproduktion der deutschen Hersteller. Im Jahr 2012 hat sich dieser Anteil auf 35 Prozent erhöht.

Gut jedes dritte Auto, das deutsche Hersteller außerhalb Deutschlands an internationalen Standorten produzieren, wird damit in China gefertigt. Ein weiterer Beleg für die gewachsene Bedeutung dieses Automobillandes: Heute produzieren die deutschen Hersteller in China mehr Autos als in der gesamten Europäischen Union (außerhalb Deutschlands), wo sie 2012 knapp 2,8 Mio. Einheiten fertigten.

Seit dem Jahr 2000 hat sich der Anteil Chinas an den gesamten Pkw-Exporten der deutschen Hersteller versiebenfacht. 2012 wurden 284.700 Pkw deutscher Hersteller nach China exportiert. Die Pkw-Ausfuhr von Deutschland nach China entsprach 2012 einem Exportwert von gut 12 Mrd. Euro.

Aber Deutschland profitiert nicht allein von dieser Zwei-Säulen-Strategie – Export plus Auslandsfertigung. Auch für China bietet diese Entwicklung Vorteile. Die Fertigung vor Ort hat ein höheres Tempo vorgelegt als die Exporte aus deutschen Standorten. Das erscheint uns heute – vor dem Hintergrund des großen chinesischen Marktes und der Notwendigkeit eigener Fertigung vor Ort – rückblickend verständlich und nachvollziehbar. Diese Entwicklung basiert aber auf frühzeitigen und weit vorausblickenden Entscheidungen der Unternehmen.

China legt Wert darauf, einen möglichst hohen „local content“-Anteil bei Fahrzeugen zu haben. Hierzu haben deutsche Hersteller und Zulieferer in den letzten Jahren erheblich beigetragen.

Statistisch ist zu berücksichtigen, dass bestimmte Modelle, die bis vor einem Jahr noch als Export aus Deutschland gezählt wurden, nunmehr – aufgrund des höheren Wertschöpfungsanteils – in der Statistik als in China produzierte Fahrzeuge erfasst werden. Im laufenden Jahr setzt sich dieser Trend fort. Das heißt: Die Exporte nach China werden tendenziell geringer wachsen als die Vor-Ort-Fertigung.

Deutschland hat große Chancen, in den kommenden Jahren an einer vertieften Zusammenarbeit mit China ebenfalls weiter zu partizipieren. Messen wie die Auto Shanghai  bieten dafür besten Anschauungsunterricht. Sie zeigen uns mit dem Blick auf die notwendigen Auslandsaktivitäten zugleich hautnah, dass wir zum gegenseitigen Nutzen auch zuhause weiter an unserer Wettbewerbsfähigkeit arbeiten müssen. Die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Deutschland, die wir in den vergangenen Jahren gesteigert haben, muss angesichts der dynamischen Entwicklung in anderen Ländern aufrechterhalten und ausgebaut werden.

Deutsche Zulieferer mit starker Präsenz in China

Deutsche Zulieferer haben den Hochlauf der deutschen Pkw-Hersteller hier in China von Anfang an mit begleitet und mit ermöglicht. Sie waren ebenfalls frühzeitig vor Ort. Alle großen deutschen Zulieferer sind in China aktiv. In den letzten Jahren haben sich in zunehmendem Maße auch mittelständische Unternehmen engagiert. Zu ihren Kunden zählen – neben den deutschen Marken – auch viele internationale und chinesische Automobilhersteller. Die Zahl der Fertigungsstätten deutscher Zulieferer hier in China ist in den vergangenen zwei Jahren um mehr als ein Drittel auf über 200 Standorte gestiegen. Die Zahl der Beschäftigten bei deutschen Zulieferern in China hat sich um gut 15 Prozent auf über 70.000 Mitarbeiter erhöht.

Auch für den Zulieferstandort Deutschland wird China immer wichtiger. Die Ausfuhr von Teilen und Zubehör aus Deutschland nach China entsprach 2012 einem Exportwert von 7,7 Mrd. Euro. Das ist ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert.

Mit dem Deutschen Gemeinschaftsstand bieten wir weiteren Zulieferern die Möglichkeit, ihr Engagement hier in China auf- und auszubauen. 30 unserer mittelständischen Unternehmen nutzen dies und präsentieren sich hier auf der Messe. Die meisten von ihnen sind bereits in China mit eigenen Produktionsstätten präsent, zum Teil auch in Joint Ventures oder in Tochtergesellschaften. Und sie wollen weiter investieren. Das zeigt: Dieser Markt bietet gerade auch mittelständischen Zulieferern ein enormes Potenzial. Wir als VDA freuen uns, diese Engagements unterstützen zu können.

Das Produktspektrum, das diese Unternehmen bieten, ist beeindruckend. Viele dieser Innovationen sind hier auf dem Gemeinschaftsstand zu sehen, etwa aus den Bereichen akustische Isolationen, Thermo-Management, neuartige Sensoren, Federtechnologie, Schließsysteme, Range Extender, Lösungen zur Emissionsreduzierung und Gewichtsoptimierung.

Sie sind herzlich eingeladen, sich diese innovativen Produkte anzusehen. Erste Einblicke bietet der ausliegende Flyer des Gemeinschaftsstandes. Und unsere Aussteller stehen Ihnen natürlich gerne für nähere Informationen zur Verfügung. Für unsere Zulieferer ist die Auto Shanghai – nach der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) – die wichtigste internationale Messe. Die Auto Shanghai zeigt einen Querschnitt der deutschen Zulieferlandschaft. Ein Rundgang über die Messe sollte die Unternehmen dieses Deutschen Gemeinschaftsstandes und auch unsere  Zulieferer auf dem Programm haben, die sich hier mit eigenen Ständen präsentieren, wie Bosch, Brose, Continental, Knorr-Bremse, Schaeffler, Webasto oder ZF.

VDA unterstützt Zulieferer mit Qualitäts Management Center (VDA QMC China)

Der VDA unterstützt seine Mitgliedsunternehmen auch direkt hier vor Ort in Peking und Shanghai mit unserem Qualitäts Management Center (VDA QMC China). Es hat die Aufgabe, Lieferanten vor Ort weiter zu entwickeln. Zudem haben wir für die China-Chefs unserer Zulieferer hier in China einen „Round Table“ installiert, der dem Gedanken- und Erfahrungsaustausch dient, aber auch dem Dialog mit deutschen und chinesischen Kunden. Der VDA wird sich also auch weiter für eine verstärkte deutsch-chinesische Kooperation in China vor Ort engagieren.

Chinesischer Pkw-Markt technologisch anspruchsvoll

Der chinesische Markt weist nicht nur hohe Wachstumsraten auf, er verändert sich auch in seiner Struktur. Der Trend zu kleineren Motoren, die sich durch geringeren Hubraum und niedrigeren Verbrauch, steigende Effizienz und höhere Aufladung auszeichnen, ist in China deutlich zu beobachten. So ging der Anteil der größeren Hubraumklasse (2,0 bis 2,5 l) seit 2008 von 11 Prozent auf 8 Prozent zurück, während der Anteil der kleineren Hubraumklasse (1,1 bis 1,6 l) kräftig um 6 Prozentpunkte auf knapp 58 Prozent zulegen konnte. Der Anteil der mittleren Hubraumklasse (1,6 bis 2,0 l) blieb nahezu unverändert. Der Anteil von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben ist noch recht gering, allerdings sind die Zuwachsraten bei Elektro- und Hybrid-Fahrzeugen erheblich. In China dominiert klar der klassische Benzinantrieb, der Dieselanteil an den Pkw-Verkäufen liegt bei 0,5 Prozent. Zum Vergleich: In Westeuropa liegt der Dieselanteil bei rund 55 Prozent.

Die Messe bestätigt sehr klar: China entwickelt sich zunehmend zu einem Markt mit hohen technologischen Ansprüchen. Die Optimierung des Antriebsstrangs von Pkw mit klassischem Verbrennungsmotor hat – auch aufgrund der schärferen gesetzlichen Emissionswerte – hohe Priorität. Hinzu kommt das Engagement Chinas bei der Entwicklung der Elektromobilität. Auf beiden Feldern haben unsere Hersteller und Zulieferer hohes Know-how, das auf diesem dynamisch wachsenden Markt sehr gefragt ist.

Zahlreiche Premieren deutscher Premiumhersteller

Mit dem kontinuierlichen BIP-Wachstum entwickelt sich in China eine solvente Mittelschicht, die viele potenzielle Neuwagenkäufer umfasst. Davon profitieren insbesondere die deutschen Marken. Ihr Anteil am Premiummarkt liegt auch in China bei über 80 Prozent.

Die Premieren, die deutsche Hersteller hier in Shanghai präsentieren, unterstreichen dies. Sie sind für die autobegeisterten chinesischen Kunden wie maßgeschneidert. Ich erwähne nur einige Beispiele:
Audi stellt die neue A3-Limousine und den sportlichen Ableger, die S3 Limousine, erstmals vor. Die dritte Karosserieform der Audi A3-Familie hat damit auf der Messe ihre Welt-Premiere.

BMW zeigt den seriennahen Concept X4, eine Coupé-Version des X3. Darüber hinaus gibt es die Asien-Premiere des BMW Concept Active Tourer sowie – als China-Premiere – das BMW M6 Gran Coupé und den BMW 3er Gran Turismo. Mini bringt außerdem den John Cooper Works nach China. Rolls-Royce kommt mit dem Wraith, als Asien-Premiere.

Mercedes-Benz enthüllt den Concept GLA, das Konzeptfahrzeug eines kompakten SUV, das auf der Fahrzeugarchitektur der A- und B-Klasse basiert und nächstes Jahr in den Markt kommt. Hinzu kommt die Weltpremiere der verlängerten neuen E-Klasse, die nur in China und auch nur für diesen bedeutenden Markt gebaut wird. Überdies werden als China-Premiere die neue E-Klasse, der CLA, die neue A-Klasse und der CLS Shooting Break präsentiert.

Porsche hat hier in Shanghai die Weltpremiere des neuen Panamera, darunter eine Variante mit Plug-in-Hybrid und auch eine Variante mit langem Radstand.

Wir sehen: Auch in China gibt es einen Trend hin zu Lifestyle. Die deutschen Hersteller bedienen diese Nachfrage mit hoch attraktiven Modellen, die das bisherige Angebot erweitern.

Rasanter Ausbau der Straßeninfrastruktur bietet Chancen

Die Zahl der Millionen-Städte in China nimmt weiter zu. Deshalb treiben wir Technologien für die urbane Mobilität voran. Aber wir haben auch die Infrastruktur des gesamten Landes im Blick: Das Autobahnnetz in China wird mit atemberaubender Geschwindigkeit ausgebaut. Allein im vergangenen Jahr wuchs es um gut 12.300 Kilometer auf eine Gesamtlänge von 97.300 Kilometer. Es ist damit seit dem Jahr 2011 das größte der Welt (vor den USA). Zum Vergleich: Das gesamte Autobahnnetz in Deutschland hat eine Länge von 12.845 Kilometern.

Anders ausgedrückt: In einem Jahr hat China zusätzlich neue Autobahnen gebaut, die in ihrer Länge dem gesamten Autobahnbestand in Deutschland entsprechen. Ein Ende dieses Prozesses ist nicht in Sicht, zahlreiche weitere Strecken sind in Planung.

Alle Indikatoren – Pkw-Dichte, Einkommensentwicklung, Infrastruktur – weisen damit darauf hin, dass der chinesische Automobilmarkt auch in den kommenden Jahren wachsen wird. Die deutsche Automobilindustrie – Hersteller wie Zulieferer – werden ihr Engagement auf diesem wichtigen Markt weiter verstärken. Die Innovationskraft, die unsere Aussteller hier auf der Auto Shanghai durchweg unter Beweis stellen, ist die Grundlage für den künftigen Erfolg.

Ausblick auf 65. IAA Pkw in Frankfurt am Main

Die Auto Shanghai zählt zu den spannendsten Automobilmessen im asiatischen Raum. Auf der 65. Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) Pkw freue ich mich, Sie wiederzusehen. Der VDA veranstaltet die IAA Pkw, die im September in Frankfurt am Main in Deutschland ihre Tore öffnet. Neben den weiteren Fortschritten bei der Effizienzsteigerung der Fahrzeuge – Stichwort CO 2 -Reduzierung und Leichtbau – wird insbesondere das „vernetzte Fahren“ im Vordergrund stehen. Wir erwarten für die IAA zahlreiche Weltpremieren. Und wir freuen uns natürlich besonders, dass auf dieser IAA erneut eine zunehmende Zahl chinesischer Aussteller präsent sein wird.

Auch die internationale Presse ist auf der IAA herzlich willkommen. Bitte merken Sie sich den Termin für die 65. IAA Pkw in Frankfurt vor: Sie findet vom 12. bis 22. September 2013 statt, die Pressetage sind am 10. und 11. September. Sie steht unter dem Motto: „Die automobilste Show der Welt“. Alle weiteren Informationen finden Sie unter www.iaa.de.

Zusammenfassung - Für eine vertiefte Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China

Lassen Sie mich mit einer grundsätzlichen Bemerkung schließen.

Die Auto Shanghai versammelt die internationale Automobilindustrie zu einem politisch spannenden Zeitpunkt hier in China. Die Regierung der Volksrepublik hat seit wenigen Wochen ihre Arbeit aufgenommen. Die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China kann sich inzwischen auf eine lange und für beide Seiten erfolgreiche Erfahrung stützen. Wir wollen auf dem Vertrauen unserer chinesischen Partner in unsere Leistungsfähigkeit, in die Qualität und Zuverlässigkeit unserer Produkte und Unternehmen aufbauen.

Die deutschen Hersteller und Zulieferer genießen hier in China einen hervorragenden Ruf. Für dieses Vertrauen danken wir Ihnen – und sehen darin auch die Verpflichtung, unsere Innovationsgeschwindigkeit weiter mit hoher Drehzahl zu fahren. Die hier auf der Auto Shanghai ausstellenden Unternehmen präsentieren dabei hoch innovative Produkte, sie sind ein Ausweis der hohen Qualität „Made in Germany“ – unabhängig davon, ob die Fertigung in Deutschland oder hier in China erfolgt.

Unsere Erwartungen unterstreiche ich aus Anlass dieser Messe gern: Wir wollen die Beziehungen gemeinsam intensivieren, sowohl den gegenseitigen Handel als auch unsere Investitionen. Die Zahlen, die ich hier skizziert habe, belegen das deutsche Engagement mit und in China eindrucksvoll. China ist seit mehr als einer Dekade Mitglied der Welthandelsorganisation WTO. Wir wollen diese Zusammenarbeit auf gemeinsamen internationalen Grundvorstellungen zum gemeinsamen Erfolg führen. Und wir wollen die Kooperation mit chinesischen Partnern in China und in Deutschland intensivieren. Das gilt natürlich auch für willkommene chinesische Investitionen in Deutschland und Europa. Für unser Engagement in China wünschen wir uns, dass wir gemeinsam mit unseren chinesischen Partnern die Herausforderungen der automobilen Zukunft meistern. Wichtige Themen sind hierbei die Einführung neuer Technologien und der Verbraucher- und Umweltschutz (Beispiel CO 2 -Regulierung).

Deutsche Automobilindustrie Vorreiter bei der Reduktion von CO2-Emissionen

Wir haben mit unseren hohen FuE-Investitionen den Ehrgeiz, in China und anderen Märkten langfristig die Entwicklung hin zur Null-Emission beim Autofahren voran zu treiben. Bereits heute ist die deutsche Automobilindustrie bei der Reduktion der CO 2 -Emissionen über alle Segmente hinweg führend. Wir stehen zum konstruktiven Dialog und zur Zusammenarbeit bereit, hier können beide Partner voneinander lernen.

Den gegenseitigen Blick auf die automobile Performance und den individuelle Austausch hier in Shanghai sehe ich dafür als großen Nutzen. Der Gemeinschaftsstand belegt eindrucksvoll, wie wichtig der chinesische Markt für die deutschen Zulieferer ist. Gleichzeitig zeigt er die hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Zulieferfirmen. Hinzu kommen die Aktivitäten der weit über 200 Unternehmen der deutschen Automobilindustrie, die hier in China tätig sind. Noch ein Aspekt ist uns wichtig: Es ist vor allem die herzliche chinesische Gastfreundschaft, die Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit der Menschen uns gegenüber, die uns immer wieder gerne nach China und Shanghai kommen lässt.

Sie alle, meine Damen und Herren, sind herzlich eingeladen, nach dieser Pressekonferenz die einzelnen Stände der Aussteller hier am deutschen Gemeinschaftsstand zu besuchen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und auf Wiedersehen im September in Frankfurt!

 

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