Pressemeldungen

Die Stars von 1983 auf der IAA

Berlin, 15. August 2013

Diese Autos sindgerade 30 Jahre jung und schon auf dem Weg zum Klassiker: Bei der IAA 2013 zeigt die „Sonderschau Oldtimer“ Premieren der IAA 1983 – unter dem Motto „Die Stars von 1983 – Wo sind sie geblieben?“ Die gezeigten Fahrzeuge sind heute 30 Jahre alt und können damit erstmals als Oldtimer angemeldet werden, sofern sie im originalen und technisch einwandfreien Zustand sind. Auf dem rund 1.000 Quadratmeter großen Oldtimer-Stand in der Halle 3.1 werden 18 Exponate gezeigt: Darunter finden sich Alltagsautos wie der Golf II, der BMW 524td oder der Mercedes 190, aber auch Sportwagen – etwa ein Audi Sport quattro oder ein Porsche 959 – die damals wie heute teuer sind. Wie viel Klassiker-Potenzial in den jungen Oldtimern tatsächlich steckt, wollen Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Historische Fahrzeuge von ADAC, VDA und ZDK mit IAA-Besuchern diskutieren.

Ebenfalls in der Halle 3.1 können die Messebesucher eine exklusive Sonderausstellung des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) besichtigen. Vor 150 Jahren – 1863 – wurde das Rote Kreuz gegründet. Seitdem wurden verletzte und notleidende Menschen vom Roten Kreuz nicht nur behandelt, sondern auch transportiert. Sieben der interessantesten Fahrzeuge für den Krankentransport sind auf dem 200 Quadratmeter großen Stand in der Halle 3.1 zu sehen. Eine echte Rarität ist etwa ein Framo Krankentransportwagen aus dem Jahr 1958. „Framo“ – das stand für Frankenberg Motorenwerke – war eine sächsische Nutzfahrzeugmarke, die in der DDR Teil des Fahrzeugkombinats IFA wurde. Nachdem das Wrack des Framo auf einem Schrottplatz gefunden worden war, ist der Transporter heute – nach detailgenauer Restaurierung – das letzte noch erhaltene Exemplar seiner Art. Darüber hinaus wird ein VW T1 „Bulli“ des Roten Kreuzes aus den 1950er Jahren gezeigt. Weitere Krankentransportfahrzeuge aus den 60er und 70er Jahren ergänzen die kleine Sonderschau. Den Bogen in die Gegenwart spannt das Rote Kreuz mit einem hochmodernen Notarzt-Einsatzfahrzeug, das den aktuellen Stand der Rettungs- und Medizintechnik zeigt.

Unter den „Stars von 1983“ finden sich unter anderem folgende Exponate:

Audi 80 quattro

„Audi 80“ hieß von 1972 bis 1994 die Mittelklasse-Modellreihe von Audi – heute als „A4“ bekannt. Als zweite Generation kam 1978 die Ausführung Audi 80 „B2“ auf den Markt – sie wurde bis 1986 produziert. Nachdem Audi bereits 1980 den „Ur-quattro“ vorgestellt hatte, wurde nun auf der IAA 1983 auch die Limousine Audi 80 mit permanentem Allradantrieb vorgestellt. Der Fünfzylindermotor des ausgestellten Audi 80 quattro 5E leistete 136 PS aus 2144 Kubikzentimeter Hubraum.

Audi Sport quattro

Auch der „Audi Sport quattro“ wurde erstmals 1983 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Das Auto war auf Basis des Audi quattro für den Rallyesport entwickelt worden und wurde als Kleinserie mit 214 Einheiten hergestellt. Damals wie heute war eine Serienproduktion die Voraussetzung für eine Rallye-Gruppe-B-Zulassung der FIA. Neben der bereits aus dem Audi 200 turbo und dem Audi quattro bekannten Abgasturboaufladung wurde beim Audi Sport quattro bereits ein Zylinderkopf mit vier Ventilen pro Zylinder verwendet. Der Sport quattro wurde ab Dezember 1984 angeboten. Der Wagen war damals das teuerste deutsche Serienfahrzeug: Mit 195.000 Mark kostete er etwa doppelt so viel wie ein zeitgenössischer Porsche Carrera Turbo. Den wassergekühlten 5-Zylinder-Reihenmotor mit 2.133 Kubik-zentimeter Hubraum hatten die Audi-Ingenieure auf 306 PS hochgezüchtet.

BMW 524 td

Dieses Fahrzeug gehört zur Baureihe E28, also der zweiten Generation der BMW 5er-Reihe. Vorgestellt im Juli 1981, wurde der E28 bis 1987 verkauft. Die große Neuheit dieses 1983 präsentierten Fünfer steckte unter der Motorhaube: Erstmals kam mit dem 524td ein BMW mit Dieselmotor auf den Markt. Das „t“ in der Modellbezeichnung stand hier für die Turboaufladung. Der Reihensechszylindermotor kam mit 2443 Kubikzentimeter Hubraum auf eine Leistung von 115 PS. Später bot BMW auch einen 524d als Saugdiesel ohne Turbo mit 86 PS an.

BMW M635 CSi

Der BMW M635 CSi gehört zur Modellreihe E24 – der ersten Generation des BMW 6er. Diese legendären Oberklasse-Coupés von BMW wurden 1975 bis 1989 verkauft. Alle E24 wurden mit Sechszylinder-Reihenmotor und Hinterradantrieb gebaut. Auf der IAA 1983 wurde eine Sportversion des BMW 635 CSi vorgestellt. Dieser 6er mit einem vorangestellten „M“ war zwar von der BMW Motorsport GmbH entworfen worden, wurde jedoch bei der BMW AG gebaut. Mit 286 PS schaffte der Wagen eine Höchstgeschwindigkeit von 255 km/h. Der M635 CSi kostete 1983, als er zum ersten Mal in den Preislisten erschien, 89.500 Mark.

Lancia Beta Coupé VX

Der italienische Lancia Beta wurde zwischen 1972 und 1984 produziert. Er erschien in verschiedenen Bauformen, auch als Coupé. Als krönenden Abschluss der Coupé-Reihe stellte Lancia auf der IAA 1983 das Beta Coupé Volume VX vor. Produziert wurden nur 1272 Exemplare. Der 2-Liter-Motor des Lancia wurde mit einem Roots-Kompressor kombiniert, der den Motor auf eine Leistung von 135 PS brachte. Das Lancia Beta Coupé mit 2-Liter-Motor ist in Deutschland heute eine Rarität: Nur 32 Fahrzeuge sind beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert.

Mercedes-Benz 190 E 2.3-16

Dieser „190er“ ergänzte als PS-starkes Modell die im Dezember 1982 eingeführte neue Baureihe. Mercedes-Benz stieß mit diesem Auto erstmals in die Mittelklasse vor. Auf den „190“ – Werksbezeichnung W201 – folgte 1993 die C-Klasse. Mit 1,8 Millionen verkauften Exemplaren zwischen 1982 und 1993 gehört der „W201“ zu den erfolgreichsten Mercedes-Benz-Modellreihen. Zur IAA 1983 ergänzte man die Modellreihe um zwei Varianten: Neben dem 72-PS-starken Diesel „190 D“ kam auch die Sportversion „190 E 2.3-16“ ins Programm. Der intern als „M 102“ genannte Motor hatte vier Zylinder mit je vier Ventilen – daher die „16“ in der Typbezeichnung. Der Motor entstammte einer Entwicklungskooperation mit Cosworth. Äußerlich war der Wagen durch Front- und Heckspoiler, Breitreifen und Tieferlegung eindeutig vom Alltag-190er zu unterscheiden.

Opel Monza GSE

Das Sportcoupé Opel Monza war schon seit Februar 1978 in Deutschland auf dem Markt. Nach einem großen Facelift 1982 mit Änderungen an Motorhaube, Scheinwerfer, und Stoßstangen stellte Opel auf der IAA 1983 den „GSE“ vor. Die Bezeichnung stand für die neue höchste, besonders sportliche Ausstattungslinie des Monza. Sie umfasste Recaro-Sitze, Lederlenkrad und einen Bordrechner – serienmäßig. Den Monza GSE gab es ausschließlich mit dem 3,0-Liter-Sechszylinder-Einspritzmotor mit 180 PS. Nach dem Facelift blieb der Monza noch bis 1986 im Modellprogramm von Opel.

Porsche Studie „Gruppe B“ (Vorläufer des 959)

Nach mehreren Siegen beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans wollte Porsche auch im Rallyesport Erfolge einfahren. Dazu startete 1982 das 959-Rallye-Projekt, um auf Basis des 911 SC ein Fahrzeug entsprechend dem damaligen Gruppe-B-Reglement der FIA zu entwickeln. Zur IAA 1983 stellt Porsche dann zunächst die Studie „Gruppe B“ vor. Schon zu diesem Zeitpunkt lagen 200 Bestellungen für das Straßenauto vor – diese Homologations-Stückzahl forderte die FIA für eine Gruppe-B-Zulassung. Doch wegen Streiks und der Komplexität des 959 verzögerte sich die Fertigstellung bis 1987. Der Sechszylinder-Boxer-Motor der auf der IAA 2013 ausgestellten Studie hat 2,85 Liter Hubraum und leistet 450 PS. Als erster Serien-Pkw hatte der 959 eine Registeraufladung mit zwei parallel geschalteten, wassergekühlten Turboladern samt Ladeluftkühlern. Das Fahrzeug verfügt über Allrad-Antrieb. Laut Angaben von Porsche wurden lediglich 292 Fahrzeuge produziert. Der Kaufpreis für die günstigste 959-Version lag 1987 bei 420.000 Mark.

Renault Fuego Turbo

Auch der französische Hersteller Renault präsentierte 1983 auf der IAA einen Sportcoupé mit noch mehr Leistung unter der Haube. Der Renault Fuego – benannt mit dem spanischen Wort für Feuer – wurde bereits seit 1980 gebaut. Zur IAA 1983 präsentierten die Franzosen ein neues Topmodell der Reihe, dessen Leistung die bisherigen Varianten noch übertraf. Den „Fuego Turbo“ bewegte ein 1,6-Liter-Motor mit 132 PS. Der Wagen wurde serienmäßig mit vier Scheibenbremsen, einem Bordcomputer sowie elektrisch verstellbaren Außenspiegeln ausgestattet. Bis Mitte der 1980er Jahre verkaufte Renault rund 24.000 Fuego in Deutschland. Heute sind nur noch 112 Exemplare des französischen Sportcoupés zugelassen.

VW Golf II

Bereits heute ein Klassiker ist zweifelsohne der Golf I – 1974 löste er in der Volkswagen-Modellpalette den Käfer ab und wurde in bisher knapp 40 Jahren zum unangefochtenen Champion der Zulassungsrangliste. Nun folgt ihm der Golf II auch in den Oldtimerstand: Die zweite Generation des Golf wurde vor 30 Jahren erstmals auf der IAA vorgestellt. Den Erfolg seines Vorgängers wiederholte der Golf II, das Modell wurde weit über 6 Millionen Mal verkauft. Auch den Golf II gab es als drei- und fünftürige Schräghecklimousine. Gegenüber seinem Vorgänger wurde der Wagen um 17 Zentimeter länger, der Radstand wuchs um 7,5 Zentimeter, das Leergewicht stieg um 95 Kilogramm. Um den Luftwiderstandswert zu senken, wurde der Wagen weniger kantig gestaltet. Bei der Vorstellung 1983 wurde der Golf II in den Ausstattungs-Varianten C, CL, GL und GLX angeboten. Nach acht erfolgreichen Jahren ging mit dem Golf III die nächste Generation an den Start.

Die „Sonderschau Oldtimer – Die Stars von 1983“ zeigt noch folgende weitere Youngtimer und Oldtimer: Fiat Ritmo Bertone S85, Ford Sierra XR 4i, Lancia Delta HF, Mercedes-Benz 190, Opel Kapitän L (Baujahr 1963), Opel Calibra Ecotec V6 (Baujahr 1993), Porsche 928 S und VW T3 Caravelle Carat.

Diese und viele weitere Veranstaltungen und Aktionen können Besucherinnen und Besucher auf der 65. IAA Pkw vom 12. bis 22. September 2013 in Frankfurt am Main erleben. Alle Informationen zur Messe, z. B. über Sonderschauen, Öffnungszeiten und Kartenvorverkauf, gibt es im Internet auf der offiziellen IAA-Website www.iaa.de.

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