Pressemeldungen

Wissmann: IAA startet mit Feuerwerk von Premieren

Berlin, 03. September 2013


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer internationalen Telefon-Pressekonferenz im Vorfeld der IAA. Ich freue mich, dass Sie alle, die Sie über die Messe berichten werden, sich aus vielen Ländern rund um den Globus zugeschaltet haben, so dass jetzt gerade mehr als 100 Teilnehmer aus China, den USA und den verschiedensten Ländern Europas in der Leitung sind. Die 65. IAA ist „Die automobilste Show der Welt“ – so der maßgeschneiderte Claim für dieses Jahr. Er drückt aus: Hier gibt es Auto, Fahrspaß, Events und Attraktionen satt!

Auf keiner anderen Automobilausstellung gibt es mehr Premieren, mehr Neuheiten, mehr Innovation. Die Besucher erwarten 159 Weltpremieren, davon kommen 70 Weltpremieren von Herstellern und 65 Weltpremieren von Zulieferern.

Die IAA ist die weltweit wichtigste Automobilmesse.

Die IAA ist trotz der schwierigen Pkw-Konjunktur in Westeuropa ein Stabilitätsanker: Die Messe zeigt sich mit einer Ausstellungsfläche von rund 230.000 Quadratmetern ähnlich stark wie 2011. Mit 1.091 Ausstellern übertrifft diese IAA sogar das bereits hohe Niveau der vergangenen Messe. Die 65. IAA Pkw wird vom VDA selbst veranstaltet. Sie findet vom 12. bis 22. September 2013 in Frankfurt am Main statt.

Das große und moderne Messegelände in Frankfurt und die hervorragende Verkehrsanbindung mit dem Frankfurt Airport, der Autobahn und der Schiene bieten der IAA die passende Infrastruktur.

Die IAA wird am 12. September 2013 von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel eröffnet. Die IAA bleibt 2013 der international bedeutendste Treffpunkt der automobilen Welt. Dies zeigt auch der gestiegene Anteil ausländischer Aussteller, der bei 42 Prozent liegt und damit deutlich höher ist als auf der letzten IAA (2011: 32 Prozent). Die zunehmenden automobilen Aktivitäten im Wirtschaftsraum Asien wirken sich auch auf die IAA aus:

Ebenfalls 42 Prozent der ausländischen Aussteller kommen aus dem asiatischen Raum.

Der Anteil hat sich damit gegenüber 2011 mehr als verdoppelt (2011: 19 Prozent.)

Die Zahl der chinesischen Zulieferer, die zur IAA als Aussteller kommen, hat sich gegenüber dem Jahr 2011 mit 129 sogar verzehnfacht. China ist damit klar auf Platz 1 rein nach der Zahl der ausländischen Aussteller, gefolgt von Großbritannien(85 Aussteller), Frankreich (34) und Japan (31). Aus den USA kommen 21 Aussteller.

Insgesamt sind auf der IAA Austeller aus 35 Ländern vertreten, neu dabei sind zum Beispiel Thailand und Indonesien.

Die IAA ist die einzige unter den großen Automobilmessen der Welt, auf der nicht nur Hersteller, sondern die komplette Zulieferindustrie und damit die gesamte Wertschöpfungskette des Automobils vertreten ist – mit steigender Tendenz:

Die Zahl der Zulieferer, die auf der 65. IAA Pkw ausstellen, hat deutlich zugenommen. Sie liegt mit 380 um 25 Prozent höher als 2011 (305). 55 Prozent der ausstellenden Zulieferer kommen aus dem Ausland


Meine Damen und Herren,

die IAA wird immer internationaler, und ihre Besucher werden immer jünger – während das Durchschnittsalter der Bevölkerung in Deutschland ansteigt. Bei der IAA 2011 waren die Besucher im Schnitt 35 Jahre alt, im Jahr 2009 lag das Alter noch bei 36 Jahren. Das ist ein bemerkenswerter Fakt und unterstreicht das ungebrochene Interesse auch der jungen Generation an individueller Mobilität.

Bei den Eintrittspreisen senden wir ein weiteres klares Stabilitätssignal: Die Preise für IAA-Eintrittskarten (13 Euro werktags, 15 Euro an den Wochenenden) sind seit nunmehr zehn Jahren stabil.

Die 65. IAA Pkw prägen technologisch zwei strategisch wichtige Innovationsthemen:

Die Elektromobilität und das vernetzte Fahrzeug.

Die IAA zeigt: Die Elektromobilität ist keine Vision mehr, die E-Autos kommen jetzt auf die Straße! Die Palette reicht vom rein batterie-elektrischen Auto über den Plug-in-Hybrid bis hin zum Fahrzeug mit Reichweitenverlängerung, ergänzt durch Brennstoffzellenfahrzeuge. Die IAA macht damit das Fenster zur Zukunft ganz weit auf.  Allein die deutschen Pkw-Hersteller bringen bis Ende kommenden Jahres 16 Serienmodelle mit elektrischem Antrieb auf den Markt. Auch die Importeure sind mit spannenden Modellen mit alternativen Antriebskonzepten vertreten.

Noch befindet sich dieser Markt auf niedrigem Niveau, doch wir beobachten hohe Zuwachsraten. So haben sich die Verkäufe von elektrisch angetriebenen Fahrzeugen seit 2007 jährlich verdoppelt. Das Ein-Millionen-Ziel, das sich Deutschland für die Jahrzehntwende 2020 vorgenommen hat, ist erreichbar, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.

Dafür kommt es auch darauf an, dass die EU die Innovationsanstrengungen der Industrie unterstützt, anstatt durch starre Regulierung und unnötige Bürokratie technologische Entwicklungen zu behindern. In Deutschland haben wir durch die konzentrierte Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Politik in der Nationalen Plattform Elektromobilität bereits erhebliche Fortschritte erzielt.

An wichtigen Stellschrauben sollte allerdings noch gedreht werden, um dieser Technologie weiterhin Schub zu geben. Empfehlungen an die Politik sind:

-       Angemessene Mehrfachanrechnung von Elektrofahrzeugen auf den CO2-Flottenwert (Supercredits) durch die Europäische Union

-       Sonderabschreibungsmöglichkeiten für Elektroautos, die als Firmenwagen genutzt werden

-       Bedarfsgerechter Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur

-       Konsequentes Vorantreiben der internationalen Normung und Standardisierung

Die deutsche Automobilindustrie ist bereits enorm in Vorleistung gegangen. Sie investiert in den kommenden drei bis vier Jahren 12 Mrd. Euro in alternative Antriebe – das entspricht 40 Prozent aller FuE-Ausgaben für den Antriebsstrang.

Dem wird auch in den kommenden Jahren ein Umsatzanteil von lediglich 5 Prozent durch Autos mit alternativen Antrieben gegenüber stehen.

Eines bleibt weiterhin klar: Die klassischen Verbrennungsmotoren - Clean Diesel und Benziner - werden noch viele Jahre den Markt bestimmen und werden durch die alternativen Antriebe ergänzt.

Die IAA zeigt deutlich die Fortschritte bei der Optimierung der klassischen Antriebe: Kleinere Motoren mit Hochaufladung, die sich durch gleich hohe oder noch stärkere Leistung, geringeren Verbrauch und damit auch niedrigere CO2-Emissionen auszeichnen.

Der zweite technologische Schwerpunkt neben der Elektromobilität dieser IAA ist die Vernetzung des Autos.

Sie führt in den kommenden Jahren zu dramatischen Veränderungen:

Das Auto wird zur mobilen Kommunikationsplattform.

Der Fahrer damit stets online.

Er erhält über die Vernetzung viel schneller und viel umfassender notwendige Informationen.

Das Auto kann also „weiter sehen“ als es der Fahrer jemals konnte.

Das Auto erkennt Hindernisse, die hinter eine Kuppe sind.

Das Auto kann den Querverkehr beobachten, also quasi „um die Ecke sehen“.

Und das Auto entlastet den Fahrer durch vielfältige Assistenzsysteme – gerade auch in kritischen Fahrsituationen. Assistenzsysteme helfen schon jetzt beim Spurwechsel, beim Abstandhalten, beim Bremsen, beim Einparken. Vernetzung bringt für alle Verkehrsteilnehmer mehr Sicherheit – und für den Fahrer zusätzlich mehr Komfort.

Die Richtung ist deutlich erkennbar: hin zum teilautomatisierten und später zum hoch automatisierten Fahren. Für den Autofahrer sind das faszinierende Perspektiven. Wie bei der Elektromobilität müssen auch beim vernetzten Fahren zahlreiche Rahmenbedingungen erweitert, neu justiert oder neu geschaffen werden.

Die Verkehrsinfrastruktur und die CarIT-Architekturen müssen – vom Premiummodell der Oberklasse bis hin zum Kompaktwagen – für die Vernetzung der Informationen erweitert werden.  Die Ausstattung des Autos mit einer anspruchsvollen IT-Plattform wird damit zu einem wesentlichen Teil des Markenkerns bei den Herstellern.

Die spezifische IT wird also zur „digitalen Marke“ eines Fahrzeugherstellers.

Dies ist verknüpft mit einer deutlich steigenden Wertschöpfung – bei Herstellern, bei Zulieferern und der IKT-Branche.

Content, Daten und Services werden Mehrwertdienste ermöglichen und sind somit Grundlage für neue Geschäftsmodelle, für die ein Milliardenmarkt prognostiziert wird.

Wir haben es eindeutig mit einem dynamischen Wachstum zu tun:

Für das vernetzte Fahrzeug wird von Experten eine jährliche Wachstumsrate von 36 Prozent erwartet. Selbst wenn die Prozentzahl etwas niedriger sein sollte, so gibt es in der Branche keinen Zweifel über den klaren Wachstumstrend in diesem Bereich.

Insgesamt sollen weltweit  bis zum Jahr 2016 über 210 Mio. „Connected Cars“ auf der Straße fahren – viermal mehr als heute.

Beide Technologietreiber – die Elektromobilität und das vernetzte Fahren – sind nicht nur auf den Ständen der Aussteller zu sehen, sondern werden auch in jeweils eintägigen Symposien auf der IAA umfassend behandelt:

Meine Damen und Herren,


bevor Bundeskanzlerin Merkel am 12. September die IAA feierlich eröffnet, finden am 10. und 11. September die Pressetage statt.

An diesen beiden Tagen kommt auf die Journalisten ein wahrer Marathon zu:

-       Insgesamt haben wir 81Pressekonferenzen

-       Davon 49 allein am 1. Pressetag

Mehr als 60 Prozent aller Pressekonferenzen werden von ausländischen Firmen durchgeführt – auch das ein weiterer Hinweis auf die Internationalität der IAA.

Die Online-Akkreditierung für Journalisten ist seit Anfang Juli unter www.iaa.de aktiviert.

Über 7.500 Journalisten aus 96 Ländern haben sich bereits online akkreditiert. Insgesamt erwarten wir zur IAA mehr als 10.000 Medienvertreter. Keine andere Messe hat eine höhere Medienresonanz!

Auch die Fan-Page der IAA auf Facebook erfreut sich großer Beliebtheit: Wir haben bereits mehr als 31.000 ‚Likes‘  von  IAA-Fans auf Facebook. Das zeigt, dass die Vorfreude auf die IAA stetig zunimmt.

Die IAA ist zudem ein großer Kongress mit über 20 Fachveranstaltungen. Sie runden das Angebot der „automobilsten Show der Welt „ ab.

Neben der Elektromobilität und dem vernetzten Auto reichen die Veranstaltungsthemen bis zur Zukunft der Automobilproduktion am Standort Deutschland, von steuer-, verkehrs- und zollpolitischen Fragen bis hin zu verschiedenen Aspekten der Verkehrssicherheit.

Und die IAA bietet zudem Aktion pur – mit über 20 Sonderschauen (Special Acitivities). Dazu nur einige Beispiel:

Hier kann die Faszination Auto hautnah erlebt werden – auf der Geländewagen-Teststrecke oder bei Probefahrten mit rund 70 Autos von insgesamt elf Herstellern, darunter auch 16 Elektrofahrzeuge.

Natürlich räumt die IAA der Verkehrssicherheit traditionell großen Raum ein – auch hierfür gibt es zahlreiche Veranstaltungen, unter anderem die Aktion „Runter vom Gas“ oder die Verkehrserziehung für Kinder: Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren können auf der IAA mit kleinen Elektroautos ihren „ersten Führerschein“ machen.

Für Oldtimer-Fans gibt es die Sonderschau „Die Stars von 1983“. Die Ausstellung in Halle 3.1 präsentiert Fahrzeuge, die erstmals auf der IAA vor 30 Jahren vorgestellt wurden.

Zusammenfassend kann ich sagen: Der Countdown zur weltweit wichtigsten Automobilmesse, der IAA, läuft.  Die IAA ist noch internationaler geworden. Die Besucher erwarten 159 Weltpremieren – mehr als auf jeder anderen Messe.

Die beiden Schwerpunkte – Elektromobilität und Connectivity – prägen diese IAA und öffnen das Fenster zur Zukunft der Mobilität. Die IAA Pkw ist das internationale Top-Ereignis des Automobiljahres 2013!  Alle Aussteller - Hersteller wie  Zulieferer - bereiten sich darauf intensiv vor, der Aufbau auf dem Frankfurter Messegelände kommt in die Endphase. Seien Sie uns alle herzlich willkommen!


Meine Damen und Herren,

damit komme ich zur den Pkw-Märkten.

Zuerst die gute Nachricht:

Der Welt-Pkw-Markt wird 2013 um 3 Prozent auf gut 71 Mio. Einheiten wachsen.

Hinter dieser insgesamt erfreulichen Entwicklung verbirgt sich eine immer stärker auseinander driftende Dynamik in wichtigen Märkten.

Der chinesische Markt wird 2013 um 15 Prozent auf 15,2 Mio. Einheiten zulegen.

Die USA werden um 5 Prozent ebenfalls auf rund 15,2 Mio. Light Vehicles wachsen.

Westeuropa hingegen wird 2013 um etwa 5 Prozent auf gut 11,2 Mio. Pkw zurückgehen.

Im längerfristigen Vergleich wird die Strukturveränderung noch deutlicher:

Gegenüber dem Jahr 2009 wird der chinesische Markt in diesem Jahr um 6,8 Mio. Neuwagen größer sein, in den USA sind es 4,8 Mio. zusätzliche Light Vehicles.

Der westeuropäische Markt wird 2013 hingegen um 2,5 Mio. Neuwagen unter dem Niveau des Jahres 2009 liegen.

Innerhalb des schwierigen Umfeldes in Westeuropa hat sich der deutsche Pkw-Markt vergleichsweise gut geschlagen: Wir erwarten für das Gesamtjahr 2013 ein Neuzulassungsvolumen zwischen 2,9 und 3,0 Mio. Pkw. Das liegt zwar etwas unter dem Niveau des Vorjahres. Doch in der zweiten Jahreshälfte 2013 rechnen wir mit einer Stabilisierung des Inlandsmarktes.

Bereits die Juli-Zahlen haben uns in dieser Einschätzung bestätigt.

Und auch die Augustzahlen sind – arbeitstäglich bereinigt – in etwa auf der Höhe des Vorjahresmonats.

Wir erwarten, dass sich der deutsche Pkw-Markt auch in den kommenden Jahren um die 3-Millionen-Marke einpendeln wird.

Vielen Dank.

 

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