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Financial Services weltweit auf Wachstumskurs

Frankfurt/Berlin, 16. September 2013

Den Wachstumsmarkt Financial Services bildet die 65. IAA Pkw in einem großen Symposium ab, das am Montag auf der weltweit wichtigsten Leitmesse der Mobilität stattfand. Immer stärker sind Finanzierung und Leasing mit der Automobilwirtschaft verknüpft. Während im gewerblichen Bereich Leasing, Miete und Finanzierung schon länger eine dominierende Rolle spielen, verzeichnet nun auch der Privatsektor eine steigende Nachfrage nach Finanzdienstleistungen. Das Symposium wurde vom Verband der Automobilindustrie (VDA) zusammen mit dem Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA) bereits zum fünften Mal veranstaltet und ist damit ein „IAA-Klassiker“, der weiter auf großes Publikumsinteresse stößt.

Zu den Top-Referenten gehörten Benedikt Schell, Mitglied des Vorstands, Mercedes Benz Bank AG; Wolfgang Booms, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb der Ford-Werke GmbH; Christian Ruben, Geschäftsführer der Toyota Kreditbank AG; Jens Diehlmann, Partner, Ernst & Young GmbH, sowie Dr. Konrad Wessner, puls Marktforschung.

In seiner Begrüßung wies VDA-Geschäftsführer Klaus Bräunig darauf hin, dass auf der IAA die Finanzdienstleister bereits seit etlichen Jahren mit eigenen Ständen und Präsentationen vertreten seien: „Sie als Experten wissen natürlich, dass Autobanken die Messeneuheiten vielfach erst finanzierbar machen. Weniger bekannt ist allerdings, dass Autobanken bei der Vermarktung von Elektrofahrzeugen eine strategisch wichtige Rolle spielen.

Automobile Finanzdienstleistungen haben, so Bräunig weiter, in den vergangenen Jahren ihre Entwicklung zu einem dynamischen und innovativen Geschäftsbereich der Automobilwirtschaft fortgesetzt: „Die Banken der Automobilindustrie sind ein wesentlicher Wachstumsfaktor für die Automobilwirtschaft, sie bauen ihr Geschäft weiter aus. Sie leisten zudem einen wichtigen Beitrag, um die gesamte automobile Wertschöpfungskette zu sichern. Wir im VDA wollen die Autobanken noch stärker unterstützen und freuen uns am wachsenden Interesse des AKA, die Zusammenarbeit mit dem VDA auszubauen.“

Benedikt Schell, Mercedes-Benz Bank AG, erläuterte anschließend die „Wachstumsfaktoren für automobile Finanzdienstleistungen in Europa“. Die steigende Weltbevölkerung und das weltweit steigende Bruttoinlandsprodukt sorgten, so Schell, auch für einen stetig wachsenden Fahrzeugmarkt, vor allem in Asien. Auch im „alten Europa“ sei – trotz der aktuellen Schwäche der Nachfrage – mittelfristig mit Wachstum zu rechnen. Die Megatrends – der Urbanisierungsgrad werde bis 2015 auf 84 Prozent wachsen, in fünf Jahren könnten bereits alle automobile Transaktionen mobil-digital via Smartphone erfolgen – stellten gerade die Vermarktungs- und Absatzstrategien der Hersteller vor neue Herausforderungen. Sowohl in den traditionellen Märkten als auch in den Schwellenländern gebe es erhebliche Wachstumspotenziale. Hinzu kämen neue Geschäftsfelder, wie beispielsweise Mobilitätsdienstleistungen und Carsharing.

Bereits heute sei das Verhältnis zwischen privaten und gewerblichen Leasingverträgen nahezu 50 zu 50: „Drei von sieben Leasingverträgen werden von Privatleuten abgeschlossen“, so Schell. Die Automobilindustrie müsse sich noch stärker als bisher in Richtung „Mobilitätsdienstleister“ entwickeln. Beim Carsharing werde man über Kurzzeit-Mietmodelle (pro Tag, Woche oder gar Monat) nachdenken.

Wolfgang Booms, Ford, wies darauf hin, dass der Firmengründer Henry Ford auch der „Erfinder“ der Autobanken sei: „Die Ford Bank wurde bereits 1926 gegründet.“ Die Markentreue von Kunden, die über diese Autobank ihren Neuwagenkauf finanzieren, sei mit 78 Prozent deutlich höher als die der anderen Kunden (60 Prozent). Auch ihre Händlertreue (85 Prozent) sei signifikant ausgeprägter als bei der Kundengruppe, die nicht diese Autobank nutze (65 Prozent). Mobilität sei für die Menschen zwar unverändert wichtig, doch stehe immer mehr die Nutzung im Vordergrund, weniger der Eigentumsaspekt. „Planbare Mobilitätskosten und die Berücksichtigung der Budgetrestriktion“ seien weitere wesentliche Kriterien. Zunehmend werde auch von einer „flat rate“ beim Neuwagenkauf Gebrauch gemacht, darin sind – abgesehen von den Tankkosten – alle anderen Aufwendungen wie Service oder Versicherung bereits enthalten. Das Autohaus müsse die neuen Kommunikationskanäle (Apps etc.) intensiver und effizienter nutzen, so Booms: „Der Kunde will ein Autohaus, in dem er persönlich behandelt wird und vor Ort alles aus einer Hand bekommt.“

Christian Ruben, Geschäftsführer der Toyota Kreditbank GmbH, erläuterte die „Europäische Financial-Services-Strategie mit alternativen Antrieben“ am Beispiel Deutschland. Der Vorteil bei den Hybridfahrzeugen seines Hauses seien Service- und Verschleißkosten, die deutlich unter denen eines vergleichbaren Modells mit herkömmlichem Verbrennungsmotor lägen. Der Hybrid sei, so Ruben, auch bei den Spritkosten günstiger. Mit „Toyota Komplett“ bietet sein Haus ein Neuwagen-Servicepaket an, das Wartung, Garantie, Mobilität und Versicherung umfasse. Bei Gebrauchtwagen gebe es eine laufzeitgebundene Garantie.

Jens Diehlmann, Ernst & Young“, zeigte die globalen Trends der automobilen Finanz-dienstleistungsindustrie auf. Sein Fazit: „Automobile Finanzdienstleister gewinnen innerhalb der Wachstumsstrategie der OEM immer mehr an Bedeutung.“ Hinzu kämen neue Wachstumsmärkte: So steige der Gebrauchtwagenverkauf in China in den nächsten Jahren doppelt so schnell wie der Neuwagenverkauf. Auch der Autofinanzierungsmarkt in Indien wachse schnell. Der Auto-Finanzmarkt in den USA erlebe durch die Subprime-Finanzierungen einen starken Aufschwung. Beste Aussichten also für ein weiter dynamisch wachsendes Geschäft im gesamten Bereich der Financial Services.

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