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Wissmann: Das Auto der Zukunft ist vernetzt

Frankfurt/Berlin, 18. September 2013

„CarIT, das vernetzte Fahrzeug, ist – neben der Elektromobilität – der große Innovations-Schwerpunkt dieser IAA. Die spannenden Neuheiten sind auf nahezu allen Ständen der Hersteller und Zulieferer hier auf der IAA in beeindruckender Weise zu sehen. Die deutsche Automobilindustrie treibt die digitale Revolution im und um das Auto konsequent und mit großem Engagement voran. Künftig werden Autos in der Lage sein, durch hochautomatisierte Fahrfunktionen den Fahrer noch weiter zu entlasten, in kritischen Situationen zu unterstützen oder solche Situationen sogar zu vermeiden. Autofahren wird also noch sicherer“, betonte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), auf dem mit über 400 Teilnehmern sehr gut besuchten IAA-Kongress „Mobilität 3.0 – Das Automobil der Zukunft ist vernetzt“, den der VDA gemeinsam mit Bitkom und dem Fachmagazin carIT veranstaltet.

„Die Vernetzung des Fahrzeugs bringt dem Autofahrer nicht nur mehr Komfort, sondern verbessert insbesondere die Verkehrssicherheit. Bei einer vollständigen Durchdringung mit Car-to-X-Funktionen lassen sich volkswirtschaftliche Kosten von jährlich über 11 Milliarden Euro einsparen“, sagte Wissmann. Experten gehen davon aus, dass künftig bis zu 80 Prozent aller verkauften Neuwagen vernetzt sein werden. „Auto und Smartphone sind also längst keine Gegensätze mehr, sondern zwei Seiten einer Medaille: ‚always on‘, auch im Auto – das wird das Fahrerlebnis grundlegend verändern“, unterstrich der VDA-Präsident.

„Die IAA zeigt: Die deutsche Automobilindustrie ist – auch aufgrund ihrer hohen Forschungs- und Entwicklungsinvestitionen – bei der Vernetzung des Fahrzeugs führend. Insbesondere die online-Dienstleistungen rund um die mobile Kommunikation werden immer wichtiger. Unsere Unternehmen haben den Anspruch, diese Position weiter auszubauen“, betonte Wissmann. Auch Prof. Dieter Kempf, Präsident von Bitkom, hob die Potenziale von CarIT hervor. Das Automobil der Zukunft werde vernetzt sein, der Fahrer werde das Auto als kommunikative Plattform intensiv nutzen.

Dr. Bernhard Blättel, Leiter Mobilitätsdienstleistungen BMW i, erläuterte das Gesamtkonzept „BMW i“, das nicht nur Produkte umfasst, sondern auch viele Dienstleistungen für die urbane Mobilität. Die BMW Group sei „der führende Anbieter von Premium-Produkten und Premium-Dienstleistungen für urbane Mobilität“, betonte Blättel. BMW biete fahrzeuggebundene (CargeNow, Connected Drive), fahrzeugbezogene (ParkNow, DriveNow, AlphaCity) und fahrzeugunabhängige Mobilitätsdienstleistungen (Life360, Embark, MyCityWay) an. „Parkatmyhouse.com beispielsweise sei ein Online-Marktplatz, der Anbieter von privaten Parkplätzen und Parkplatzsuchende zusammenbringe. Mit „ParkNow“ werde die stressige und zeitraubende Parkplatzsuche in Innenstädten zum Kinderspiel, es gibt einen garantierten Parkplatz mit garantiertem Preis, die Abrechnung erfolgt online und monatlich.

Peter Häußermann, Leiter des Bereichs Elektrik/Elektronik Telematik der Daimler AG, referierte über „MyMercedes: Das vernetzte Fahrzeug“. Für die „Digital Natives“, die mobile Internet-Generation, werde das Smartphone zum „digitalen Copiloten“, mit „always on“ werde die „Welt als permanente Gemeinschaft“ erlebt. Die Erwartungen dieser Kunden würden von der sich rasant entwickelnden Consumer Electronic getrieben. „Vor allem kommt es auf einfache Bedienbarkeit an“, unterstrich Häußermann. Künftig werde es eine wachsende Intregration von Smartphones und embedded Systems geben. „Wir bringen das Auto ins Internet“, erläuterte Häußermann. Am Beispiel von „Moovel“ zeigte er Connected Services, das intermodale Reisen. Mit „MyMercedes“ bekomme der Autofahrer alle relevanten Informationen auf sein Smartphone: „Das ist das zentrale ‚Cockpit‘ für die Individualisierung und Personalisierung.“ So wird der Autofahrer beispielsweise nach zwei Monaten automatisch auf seinem Smartphone darauf hingewiesen, dass die Leasingrate zu begleichen sei, nach einer bestimmten Frist erfolgt die Aufforderung, den Reifendruck zu prüfen, und natürlich bekommt er einen Hinweis auf den ersten Servicetermin, der zu vereinbaren sei. „Egal, ob physisch im Auto mit Internet, im Fahrzeug ‚always on‘, oder am virtuellen Cockpit – das Auto ist allgegenwärtig“, betonte Häußermann.

Caspar Dirk Hohage, Geschäftsführer Entwicklung der Ford-Werke GmbH, sprach über „Die Demokratisierung des vernetzten Fahrzeugs“. Das Smartphone sei „Dreh- und Angelpunkt“ moderner Kommunikation. 2013 würden rund 1 Milliarde Smartphones verkauft, 2017 werde der Markt um 50 Prozent höher liegen. Die Zahl der Download-Apps liege 2013 bei 80 Milliarden und werde bereits 2016 auf rund 300 Milliarden steigen. Hohage sprach von der „Demokratisierung der Mobilität“ und illustrierte dies mit einer historischen Werbung der Ford Motor Company: „Opening the highways to all mankind“ ist da zu lesen, wobei ein Bauer mit seiner Frau und seinen Kindern sehnsuchtsvoll von einem Hügel hinunter auf die mit Autos belebte Straße schaut. „Heute geht es um die Demokratisierung des vernetzten Fahrzeugs“, sagte Hohage. Mit Ford Sync gebe es für alle Ford-Kunden „mehr Sicherheit, mehr Komfort“. Mittels innovativer Sprachsteuerung gelte der Grundsatz: „Hands on the wheel, eyes on the road“. Die Plattform habe sich etabliert, in den USA gebe es bereits 4 Mio. Fahrzeuge, die mit Ford Sync ausgestattet seien, in Europa werden es bis 2015 rund 3,5 Mio. Einheiten sein. Music-Streaming aus dem Internet gehöre ebenso dazu wie die online-Parkplatzsuche.

Dr. Dirk Hoheisel, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, sprach über „Vernetzung für sicheres und komfortables Fahren“. Insbesondere die Nutzung der „Cloud“ (Datenwolke) werde erhebliche Fortschritte für Sicherheit, Komfort und Kraftstoffeffizienz im Auto und im Straßenverkehr bringen. „Im Fahrzeug der Zukunft ist die Cloud ein wesentlicher Teil der Fahrzeugarchitektur“, so Hoheisel. Mit einem stetigen Ausbau der Assistenzsysteme gehe Bosch konsequent den Weg hin zum automatisierten Fahren.

Zu den weiteren Referenten zählten Axel Schmidt, Managing Director Automotive, Accenture; Gustavo Filip, Head of Automotive OEM, Hewlett Packard GmbH; Thomas Stottan, CEO Audio Mobil Elektronik, und Dr. Thomas M. Müller, Bereichsleiter E/E Volvo Car Corporation.

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