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Wissmann: Ziele sind anspruchsvoll, aber realistisch

Berlin, 05. November 2013

„Der für das Jahr 2020 festgelegte Grenzwert von 147 g CO2/km ist außerordentlich anspruchsvoll und verlangt unseren Unternehmen einiges ab, ohne dabei den Bogen zu überspannen. Diese Regulierung ist vernünftig, weil sie sich am wirtschaftlich und technisch Machbaren orientiert“, sagte Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich des heutigen Beschlusses des Umweltausschusses des Europäischen Parlaments zur CO2-Gesetzgebung für Transporter.

Erfreulich sei, so Wissmann, dass auf die Festlegung eines Zieles für die Zeit nach 2020 zunächst verzichtet wurde. „Jetzt bereits Vorgaben für 2025 zu machen, wäre reine Kaffeesatzleserei. Denn es gibt dazu noch keine validen Kosten-Nutzen-Untersuchungen“, betonte der VDA-Präsident. Zudem sei derzeit noch völlig offen, wann sich alternative Antriebe bei leichten Nutzfahrzeugen verstärkt etablieren werden. Wissmann: „Deswegen kann ein solches Langfristziel seriös erst in einigen Jahren definiert werden.“

Für das Jahr 2017 schreibt die derzeit geltende Regulierung 175 g/km CO2 vor. Die 147 Gramm bedeuten eine Einsparung von 28 g/km CO2 in nur drei Jahren. „Dieser Wert ist nur zu schaffen, wenn deutlich mehr alternativ angetriebene Fahrzeuge in den Markt kommen. Deswegen ist es bedauerlich, dass die Regulierung keine Mehrfachanrechnung für besonders sparsame Transporter vorsieht“, sagte Wissmann. „Gerade im Segment der leichten Nutzfahrzeuge hat die Elektromobilität großes Potenzial. Hier wurde die Chance vertan, wirksame Impulse für diese derzeit noch teuren Antriebe zu setzen.“

Wissmann begrüßte hingegen die Beibehaltung der sogenannten Ökoinnovationen. Hierbei handelt es sich um verbrauchsmindernde Technologien, die nur außerhalb des herkömmlichen Messverfahrens abbildbar sind und mit bis zu 7 Gramm auf den Flottendurchschnitt angerechnet werden können. „Dieses Instrument ist richtig und wichtig, denn es führt unter Herstellern und Zulieferern zu einem stimulierenden Innovations-wettbewerb, der nicht nur der Umwelt, sondern auch dem Verbraucher zu Gute kommt“, sagte der VDA-Präsident.

Insgesamt stelle die CO2-Regulierung für leichte Nutzfahrzeuge einen ausgewogenen Kompromiss dar. Wissmann betonte: „Die Grenzwerte sind so gestaltet, dass alle Hersteller in Europa die Chance haben, sie zu erreichen. Es wäre wünschenswert, dass Rat und Parlament in den anstehenden Entscheidungen zu den Vorgaben für Pkw zu ähnlich vernünftigen und realistischen Lösungen kommen würden.“

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