Pressemeldungen

Wissmann: Das Automobiljahr 2014 bringt Aufwärtsbewegung

Berlin, 03. Dezember 2013


Statement von Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), anlässlich der VDA-Jahrespressekonferenz, 03.12.2013, 11.30 Uhr
 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie sehr herzlich zu unserer VDA-Jahrespressekonferenz. Die Zahlen für die ersten elf Monate – bezogen auf das Inland – liegen vor. Daher können wir schon heute das Automobiljahr 2013 bewerten und Ihnen einen Ausblick auf das kommende Jahr geben.


Pkw-Weltmarkt weiter auf Wachstumskurs


Das Automobiljahr 2013 ist – global betrachtet – durchaus erfreulich: Der Pkw-Weltmarkt legt um 5 Prozent auf 72,2 Mio. Einheiten zu. Getragen wird das Wachstum von den beiden großen Märkten USA und China: Der US-Markt steigt 2013 voraussichtlich um 7 Prozent auf knapp 15,5 Mio. Light Vehicles. Das Wachstum in China wird mit 21 Prozent sogar dreimal so hoch sein. Der chinesische Pkw-Markt wird 2013 die 16-Millionen-Marke erreichen und damit erstmals der größte Markt sein. Die deutschen Hersteller können in China das dortige hohe Wachstumstempo mitgehen – sie haben einen Marktanteil von über 20 Prozent.

Westeuropa hingegen befindet sich nach schwierigen Jahren auf dem Weg der langsamen Erholung. Im Gesamtjahr 2013 wird der Absatz mit 11,4 Mio. Pkw zwar noch 3 Prozent unter dem Vorjahr liegen, doch im zweiten Halbjahr ist eindeutig eine leichte Aufwärtsentwicklung erkennbar: Abgesehen vom August lag der Absatz jeweils über dem Vorjahresmonat. Insgesamt wird damit allerdings das schwache erste Halbjahr nicht vollständig kompensiert.

Der japanische Markt wird 2013 mit knapp 4,4 Mio. Pkw leicht rückläufig sein. Vom russischen Markt gehen 2013 keine Impulse aus (-7 Prozent auf gut 2,7 Mio. Einheiten), ähnlich sieht es in Indien aus (-9 Prozent auf gut 2,5 Mio. Pkw). Der Absatz in Brasilien bleibt leicht unter dem Vorjahrsniveau (-1 Prozent auf 3,6 Mio. Light-Vehicles).


Pkw-Inlandsmarkt 2013 noch verhalten


Der Pkw-Inlandsmarkt hat sich 2013 erwartungsgemäß verhalten entwickelt. Bis November wurden 2,74 Mio. Personenwagen neu zugelassen, das entspricht einem Rückgang von 5 Prozent. Allerdings hat sich die Lage im zweiten Halbjahr verbessert: Von Januar bis Juni lagen die Neuzulassungen noch um 8 Prozent unter dem Vergleichswert des Vorjahres, von Juli bis November sind es nur noch minus 1 Prozent. Im November wurden 254.700 Pkw neu zugelassen (-2 Prozent), arbeitstäglich bereinigt entspricht das einem Plus von 3 Prozent. Die langsame Stabilisierung des deutschen Marktes setzt sich also fort. Im Gesamtjahr werden wir mit 2,93 Mio. Neuzulassungen noch unter dem Volumen des Vorjahres liegen
(-5 Prozent). Erfreulich ist, dass der Inlandsauftragseingang der deutschen Hersteller sich im zweiten Halbjahr mit plus 2 Prozent ebenfalls aufgehellt hat (1. Halbjahr: - 4 Prozent). Auch hier sehen wir eine deutliche Stabilisierung.


Export und Inlandsproduktion legen leicht zu


Trotz des schwierigen westeuropäischen Marktes werden Export und Inlandsproduktion im Gesamtjahr 2013 leicht zulegen. Wir rechnen mit einer Pkw-Fertigung an den deutschen Standorten von 5,45 Mio. Einheiten (+1 Prozent), der Export wird mit 4,18 Mio. Neuwagen ebenfalls um 1 Prozent wachsen. Der starke Export – mehr als drei von vier Autos, die hier gebaut werden, gehen in internationale Märkte – sorgt für eine gestiegene Beschäftigung am Standort Deutschland: Die Stammbelegschaften umfassen 760.000 Mitarbeiter (September 2013), das entspricht einem Plus von über 10.000 Arbeitsplätzen. Im bisherigen Jahresverlauf (Januar-September) liegt die Beschäftigung bei 754.000. Das sind 14.000 Mitarbeiter mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In den ersten neun Monaten konnte der Umsatz der deutschen Automobilindustrie mit 269 Mrd. Euro auf dem hohen Vorjahresniveau gehalten werden.


Steigende Auslandsproduktion


Die Auslandsfertigung ist in diesem Jahr erneut gestiegen. Für das Gesamtjahr erwarten wir ein Produktionsvolumen an unseren internationalen Standorten von 8,7 Mio. Einheiten (+6 Prozent). Das Wachstum findet vor allem in China und im Mercosur statt. Die deutsche Automobilindustrie produziert damit 2013 knapp 14,2 Mio. Autos weltweit, davon 5,45 Mio. im Inland.


Zulieferer mit 75 Prozent Wertschöpfungsanteil


75 Prozent der automobilen Wertschöpfung entfällt auf Zulieferer. Deren Bedeutung spiegelt sich auch im VDA wider: Über 83 Prozent der VDA-Mitgliedsunternehmen sind Zulieferbetriebe, die meisten von ihnen mittelständische Familienunternehmen, oftmals eigentümergeführt. Die Zulieferer beschäftigen in Deutschland 293.000 Mitarbeiter, das sind 38 Prozent aller Beschäftigten der deutschen Automobilindustrie. In den ersten neun Monaten erreichte der Umsatz der Zulieferer mit 52 Mrd. Euro das Vorjahresniveau. Der Auslandsanteil am Gesamtumsatz entspricht gut einem Drittel. Die Exporte von Zulieferprodukten lagen bis September leicht über dem Vorjahresniveau (+2 Prozent).

Die Sorgen, die manche Unternehmen noch vor einigen Jahren hatten – neue Antriebstechnologien würden etwa die Zulieferungsanteile am Fahrzeug eher reduzieren – haben sich insgesamt nicht bewahrheitet. Allerdings hat sich die Wettbewerbsintensität weiter erhöht. Auch die Zulieferer spüren die Internationalisierung der Märkte, die wachsende Bedeutung Asiens und Amerikas. Sie sind – wie die Hersteller – mit eigener Fertigung in den Wachstumsregionen präsent. Auch der Mittelstand baut seine globale Präsenz stark aus. Eine aktuelle Studie von PWC kommt zu dem Ergebnis, dass zudem der Export von Komponenten aus Deutschland weiter wachsen wird.


Nutzfahrzeugmarkt mit Zeichen der langsamen Erholung


Für die Unternehmen der Nutzfahrzeugindustrie bleibt das derzeitige Marktumfeld anspruchsvoll. Von Januar bis November 2013 gingen die Neuzulassungen von Transportern im Inland um 4 Prozent auf knapp 200.000 Einheiten zurück, bei Nutzfahrzeugen über 6t wurden mit 71.300 rund 6 Prozent weniger Neufahrzeuge angemeldet. Allerdings scheint der Markt in den letzten Monaten endlich wieder den Vorwärtsgang eingelegt zu haben: Im November stieg der Inlandsabsatz von Nutzfahrzeugen über 6t um 13 Prozent, bereits in den beiden Vormonaten gab es ein leichtes Plus. Das ist auf den Vorzieheffekt vor dem neuen Euro-VI-Standard zurückzuführen; aber auch die allmähliche Konjunkturerholung löst den Investitionsstau langsam auf. Im Gesamtjahr 2013 erreicht der Markt für schwere Nutzfahrzeuge (über 6t) in Deutschland ein Volumen von 77.000 Einheiten (-4 Prozent). Im Bereich der Anhänger- und Aufbauten lagen bis Oktober 2013 die Neuzulassungen noch 3 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

In Westeuropa ging der Markt für schwere Nutzfahrzeuge in den ersten zehnMonaten auf 188.600 Einheiten (-6 Prozent) zurück. Wir sehen allerdings eine Stabilisierung der Nachfrage in Ländern wie Frankreich oder Spanien. Das außereuropäische Ausland ist – ähnlich wie beim Pkw – auf Wachstumskurs. Im Gesamtjahr 2013 erwarten wir in Westeuropa einen Nutzfahrzeugmarkt (über 6t) von 225.000 Einheiten (-4 Prozent).


Autojahr 2014: Weltmarkt wächst – Westeuropa dreht erstmals wieder leicht ins Plus


Für 2014 erwarten wir insgesamt einen Weltmarkt, der auf 74,7 Mio. Pkw (+3 Prozent) steigen wird. Abgesehen von Japan (-4 Prozent) rechnen wir damit, dass sich alle relevanten Märkte positiv entwickeln werden. China nimmt das Wachstumstempo zwar etwas zurück, doch mit konservativ geschätzten plus 7 Prozent wird dieser Markt 2014 die 17-Millionen-Marke knacken (17,1 Mio. Pkw). Die USA nähern sich mit plus 3 Prozent der 16-Millionen-Marke (15,9 Mio. Light Vehicles). Westeuropa kommt nach vier Jahren erstmals wieder ins Plus. Wir erwarten 11,6 Mio. Einheiten (+2 Prozent). Das ist noch kein kraftvoller Aufschwung, eher eine Seitwärtsbewegung. In den neuen EU-Ländern geht die Erholung mit einem Wachstum von 7 Prozent schneller voran. Auch Indien (+7 Prozent), Russland (+3 Prozent) und Brasilien (+2 Prozent) beginnen sich zu stabilisieren, wobei Indien und Russland ihre Wachstumsmöglichkeiten noch nicht voll ausschöpfen.

Wenn wir die Struktur des Weltmarktes 2009 und 2014 vergleichen, wird die Veränderung besonders deutlich: China wird von 8,4 Mio. auf 17,1 Mio. Pkw zulegen, die USA von 10,4 auf 15,9 Mio. Light Vehicles, während der westeuropäische Markt von 13,7 Mio. auf 11,6 Mio. Pkw zurückgeht. In Marktanteilen heißt das: Chinas Anteil am Pkw-Weltmarkt steigt in diesen fünf Jahren von 15 auf 23 Prozent, die USA legen von 19 auf gut 21 Prozent zu. Westeuropa hingegen geht von 25 auf knapp 16 Prozent zurück. Allerdings wäre es verkehrt, die aktuelle Schwäche Westeuropas als „Normalzustand“ für die nächsten Jahre anzusehen. Wir haben dies 2009, als die USA im „Krisen-Modus“ waren, auch nicht getan – und sind bestätigt worden. Für Westeuropa erwarten wir in den kommenden Jahren ebenfalls einen Hochlauf, allerdings mit geringerer Dynamik. Die Erholung wird ihre Zeit brauchen.


2014: Export, Inlandsproduktion und Beschäftigung stabil


Es spricht für die Stärke der deutschen Automobilindustrie, deren Anteil am Welt-Pkw-Markt rund ein Fünftel beträgt, dass sie sich auf die Veränderungen eingestellt hat und Schritt hält mit dem Wachstum des Pkw-Weltmarktes. Die deutschen Hersteller werden 2014 knapp 14,7 Mio. Pkw weltweit produzieren, davon rund 5,47 Mio. Einheiten im Inland. Die Auslandsfertigung wird um 6 Prozent auf 9,2 Mio. Pkw steigen. Der Export bleibt mit knapp 4,2 Mio. Einheiten 2014 stabil. Wir erwarten daher eine stabile Beschäftigung am Automobilstandort Deutschland. Der Pkw-Inlandsmarkt wird 2014 rund 3 Mio. Neuzulassungen umfassen und damit leicht über dem Niveau des Jahres 2013 liegen. Allerdings gilt dies nur dann, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und sich die derzeit erkennbare Erholung fortsetzt.


CO2-Regulierung: Balance zwischen Ökologie und Ökonomie wahren

Um Missverständnissen vorzubeugen: Wir stehen zu unserer Klimaverpflichtung beim Automobil, wir investieren Milliardensummen, um die CO 2-Werte und damit den Verbrauch unserer Neufahrzeuge weiter zu senken. Aber die Balance zwischen Ökologie und Ökonomie muss gewahrt werden. Dass wir vorankommen, zeigen die Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA): So haben sich in den ersten zehn Monaten die durchschnittlichen CO 2-Emissionen aller in Deutschland neu zugelassenen Pkw um 4 Prozent auf 136,0 g pro km reduziert. Die Fahrzeuge deutscher Konzernmarken erreichten – trotz ihres höheren Anteils von größeren Fahrzeugen – einen CO 2-Wert von 136,2 Gramm (-4 Prozent). Dies entspricht einem Verbrauch von nur noch 5,5 Litern auf 100 km.

Wir haben heute 585 Modelle im Angebot, die unter 5 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer benötigen. Vor zwei Jahren waren es nicht einmal halb so viele. Und: 62 Modelle unserer Hersteller haben einen Verbrauch von unter 4 Liter.

Die geplante europäische CO 2-Regulierung für 2020 stellt die europäische Automobilindustrie vor gewaltige Herausforderungen. Mit einer Flexibilisierung der Supercredits und einem milden Phase-in geht dieses Konzept einen Schritt in die richtige Richtung. Der Einsatz einiger Mitgliedsstaaten und von Abgeordneten des Europäischen Parlaments für eine bessere Balance zwischen Ökologie und Ökonomie hat gegenüber dem ursprünglichen Entwurf der EU-Kommission Erfolge gezeitigt.

Der neue Entwurf ändert jedoch nichts daran, dass die europäische CO 2-Regulierung wenig Anreize für Innovationen setzt. Vor allem die Förderung alternativer Antriebe, insbesondere der Elektromobilität, mit den sogenannten Supercredits ist insgesamt im Umfang sehr begrenzt. Hier hätten mehr Impulse gesetzt werden können. Auch nach dem Kompromiss gibt Europa mit 95 Gramm das weltweit schärfste CO 2-Ziel vor. In den USA sind es bis 2020 nur 121 Gramm, in China 117, in Japan 105 Gramm. Die 95 Gramm entsprechen einem Spritverbrauch von nicht einmal 4 Liter auf 100 Kilometern. Dieses Ziel ist extrem anspruchsvoll und allein mit klassischen Antrieben nicht erreichbar. Es erfordert eine Reduzierung um 35 Gramm von 2015 bis 2020.

Kein anderes Auto-Thema hat die Medien in den vergangenen Jahren so bewegt wie die CO 2-Reduktion. Dabei sollten wir doch die Relationen einordnen: Die CO 2-Emissionen von Pkw in Europa machen nach EU-Angaben 12 Prozent der gesamten anthropogenen CO 2-Emissionen in Europa aus. Auf Gebäude entfällt ein weitaus größerer Teil. Franz Fehrenbach, der Aufsichtsratsvorsitzende von Bosch, hat es dieser Tage so ausgedrückt: „Doch der Heizkessel bleibt im dunklen Keller der Debatte, das Auto hingegen, blitzblank sichtbar für jedermann, gilt als der Klimawandler Nummer eins." Wir alle – übrigens auch die EU-Kommission – sollten im Blick haben, dass sich die derzeitige CO 2- und Klimadebatte nur auf einen kleinen Teil der Emissionen beschränkt. Noch immer fehlt in Europa eine wirkliche Balance zwischen Klimaschutz und vernünftiger Industriepolitik.


Elektromobilität nimmt Fahrt auf


Bei der Elektromobilität gibt es ermutigende Zeichen, sie nimmt immer stärker Fahrt auf. Bis Ende 2014 bringen die deutschen Hersteller 16 Serienmodelle mit Elektroantrieb auf den Markt. Von Januar bis Oktober wurden in Deutschland 6.200 Elektro-Pkw neu zugelassen (inkl. Plug-in), ein Plus von 81 Prozent. Mehr als drei Viertel sind übrigens reine E-Autos (ohne Plug-in-Hybrid).


Balance zwischen Sozialstaat und Wettbewerbsfähigkeit wahren


Wir gehen nach einem insgesamt ordentlichen Autojahr 2013 durchaus mit Zuversicht ins neue Jahr. 2014 bietet Chancen. Die Einschätzung der Märkte steht natürlich unter der Voraussetzung, dass die Finanzstabilität Europas weiter zunimmt und die Rahmenbedingungen am Standort Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit stärker im Blick haben.

Denn wir stehen durchaus vor erheblichen Herausforderungen: So muss der Koalitionsvertrag in eine stabile Regierungsarbeit münden – stabile Mehrheitsverhältnisse sind nicht alles. Es ist richtig, dass die kommende Koalition beabsichtigt, in der Europapolitik den Weg zur Stabilisierung des Euro fortzusetzen. Wir begrüßen, dass die Steuerschraube zumindest nicht weiter angezogen werden soll und zudem ein grundsätzliches Bekenntnis zum Industriestandort Deutschland gegeben wird. Dies reicht aber nicht, um unser Land wirtschaftlich wetterfest in die Zukunft zu führen.

Kritisch ist besonders der kostspielige Ausbau des Sozialstaats, der in seiner Folgewirkung die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands belastet. Der Industriestandort Deutschland ist auf bezahlbare Energiekosten angewiesen, die stets im internationalen Vergleich gesehen werden müssen. Der Koalitionsvertrag senkt die Energiekosten für die Automobilindustrie nicht, will aber den Kostenanstieg begrenzen.

Es ist richtig, dass die neue Bundesregierung der Verkehrsinfrastruktur einen neuen Stellenwert einräumt. Allerdings sind die im Vertrag erwähnten zusätzlichen Bundesmittel für die gesamte Legislaturperiode nicht ausreichend. Eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen belastet vor allem inländische Transportunternehmen und verteuert damit den Logistikstandort Deutschland. Auch die Pkw-Maut ist belastungspolitisch bedenklich und konzeptionell auf dünnem Eis gebaut.

Mit Sorge sehen wir, dass auf dem Arbeitsmarkt bewährte und wichtige Instrumente eingeschränkt werden sollen. Die Flexibilität, die dem Standort Deutschland und seinen Beschäftigten in den vergangenen Jahren erheblich geholfen hat, darf nicht durch starre Regelungen ersetzt werden. Die Regierungsarbeit sollte in der Umsetzung des Koalitionsvertrages die Balance zwischen Ausbau des Sozialstaats und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes Deutschlands wahren.


Exportland Deutschland ist auf freie Märkte angewiesen – Sorge um Protektionismus


Ich will auf einen Punkt hinweisen, der für den Automobilstandort Deutschland und seine Beschäftigung von zentraler und wachsender Bedeutung wird: Ein Land, das drei von vier produzierten Autos exportiert, ist auf freie Märkte für sowohl Investitionen als auch Exporte angewiesen. Wir beobachten mit großer Sorge die zunehmenden protektionistischen Maßnahmen weltweit. Eine aktuelle Untersuchung der EU-Kommission listet rund 150 neue Handelsbeschränkungen auf, die innerhalb des letzten Jahres eingeführt wurden. Lediglich 18 bestehende Maßnahmen wurden aufgehoben. Seit 2008, dem Beginn der Erfassung, wurden fast 700 neue Maßnahmen ermittelt. Meist steht die Automobilindustrie dabei im Fokus. Der VDA setzt sich mit Nachdruck für fairen Marktzugang ein. Dazu gehört auch der Abbau von tarifären und nicht-tarifären Handelshemmnissen.

Von strategischer Bedeutung ist das aktuell in Verhandlung stehende Abkommen der EU mit den USA. Hier geht es vor allem um den Abbau regulatorischer Hemmnisse. Allein der Abbau von Zöllen diesseits und jenseits des Atlantiks könnte jährlich 1 Mrd. Euro einsparen. Das Abkommen soll, so die Planung, möglichst innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen sein. Dabei muss es aber auch zu substantiellen Ergebnissen kommen – eine Herausforderung und Chance, die wir nutzen sollten.


Zusammenfassung


Meine Damen und Herren, ich fasse zusammen:

-       Ein ordentliches Automobiljahr 2013 geht zur Neige

-       Das Automobiljahr 2014 stimmt uns zuversichtlich – wenn es auch politisch stimmt

-       China und die USA setzen ihren Wachstumskurs fort

-       Europa dreht nach den vier Jahren zumindest wieder leicht ins Plus

-       Die deutsche Automobilindustrie will am weltweiten Wachstumskurs weiter teilhaben

-       Produktion, Export und Beschäftigung bleiben 2014 in Deutschland stabil – wenn die Rahmenbedingungen passen und auf die Unternehmen keine weiter steigenden Energiekosten oder zusätzliche Steuer- und Abgabenlasten zukommen

-       Die Auslandsfertigung wird weiter ausgebaut. Das stellt Deutschland noch stärker in den Wettbewerb

-       Die europäische CO 2-Regulierung nutzt leider zu wenig die Spielräume für mehr Flexibilität

-       Eine intelligente CO 2-Regulierung muss Innovationen stimulieren, nicht strangulieren

-       Das Exportland Deutschland ist auf freie Märkte angewiesen

-       Mit Sorge sehen wir den zunehmenden Protektionismus in vielen Ländern – und die großen Chancen, die ein Freihandelsabkommen zwischen den USA und Europa bieten kann
 

  November 2013 Januar - November 2013
Personenkraftwagen *) Anzahl ±% Vorjahr Anzahl ±% Vorjahr
Neuzulassungen 254.700 -2 2.737.200 -5
davon
dt. Marken inkl. Konzernmarken 188.100 -2 1.971.600 -3
ausl. Marken 66.600 -2 765.500 -9
Export 409.800 12 3.907.200 1
Produktion 539.600 12 5.088.800 1
*) z.T. vorläufig
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